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In Griechenland erfuhr Ottilie Eberl von ihrem Wahlsieg, über den sie sehr glücklich ist.

Grafinger Grüne schafft ganz knapp den Einzug in den Bezirkstag

Ottilie Eberl gelingt Überraschung

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Zum Schluss gab’s doch noch eine kleine Sensation: Im neu gewählten Bezirkstag werden zwei Frauen aus dem Landkreis Ebersberg sitzen und die kommen sogar aus demselben Ort, nämlich aus Grafing.

Grafing – Neben dem Wiedereinzug von Susanne Linhart (CSU) hat es überraschenderweise auch Ottilie Eberl von den Grünen geschafft – und ihr Ergebnis ist beeindruckend. Eberl konnte nämlich über die Liste 23 372 Stimmen auf sich vereinigen, was erstaunt, wenn man sich das Erststimmenergebnis von Linhart ansieht, das bei 25 847 nur geringfügig darüber lag und sich mit ihren Zweitstimmen auf 27 563 summierte.

Das gute Wahlresultat der Grünen insgesamt führte dazu, dass diese Partei künftig mit einem Mandat mehr im Bezirkstag vertreten ist. Glück für Eberl. Denn dieses eine Mandat ergatterte sie, und das hat wiederum weniger mit einem Zufall, als vielmehr damit zu tun, dass die Grafinger Grüne seit 40 Jahren im sozialen Bereich arbeitet. Dass es knapp klappen könnte, hatte sich bereits vor Tagen abgezeichnet, wie die Ebersberger Zeitung berichtete.  

Eberl ist offensichtlich bei Kollegen in ganz Oberbayern für ihr Engagement und ihre Kompetenz bekannt. „Ich glaube, dass mir viele dieser Kollegen ihre Stimme gegeben haben, weil sie mich kennen“, sagte Eberl in einer ersten Reaktion der Ebersberger Zeitung am Telefon. Von ihrer Wahl erfuhr sie in Griechenland, wo sie mit einer Gruppe behinderter Menschen im Moment eine Freizeit gestaltet. Unter den ersten Gratulanten war auch Andi Lenz, CSU-Bundestagsabgeordneter aus Frauenneuharting.

Eigentlich hatte sich die engagierte Kommunalpolitikerin Eberl, die 24 Jahre im Grafinger Stadtrat saß, selbst eine Auszeit verordnet vom politischen Geschäft. Als bei den Grünen jedoch nach Kandidaten für den Bezirkstag gesucht wurde, war schnell klar, dass jemand aus der Praxis gut dafür in Frage käme. „Ich kann das machen“, dachte sich die Grafingerin.

Der Bezirk ist zuständig für Fragen wie die Pflege und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, 90 Prozent des Budgets fließen insgesamt in die soziale Sicherung. „Alle reden von Inklusion und wo man Unterstützung braucht, aber ich erlebe das jeden Tag“, berichtet Eberl aus ihrer Praxis. Jetzt hat sie die Gelegenheit „selber mitzuentscheiden und mitzureden“, worauf sie sich sehr freue. „Die Pflege ist ein Knochenjob“, weiß sie, und berichtet davon, dass Menschen, die in diesem Bereich tätig seien, im Durchschnitt „nach acht Jahren aussteigen. Da müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden.“ Was auf sie zukommt, weiß „ich noch nicht genau“, meint Eberl ehrlich. Vor ihrer Wahl hat sie sich zwei Sitzungen des Bezirkstags angesehen. Auch das Thema Umwelt will sie im Bezirkstag voranbringen. „Da ist noch Luft nach oben“ meint sie mit Hinweis auf die vielen Liegenschaften, die dem Bezirk Oberbayern gehören.

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