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In Erklärungsnot: BfG-Stadtrat Heinz Fröhlich muss finanzielle Unregelmäßigkeiten verantworten.

Finanzielle Ungereimtheiten

Ein Stadtrat in Erklärungsnot

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Grafing - Entsetzt und schockiert haben Grafinger Stadträte auf die Nachricht reagiert, dass ihr Kollege Heinz Fröhlich vom "Bündnis für Grafing" in finanzielle Ungereimtheiten einer Grafinger Genossenschaft verwickelt ist.  Die Forderung nach seinem Rücktritt steht im Raum.

Die Erwartungshaltung ist eindeutig und in allen Fraktionen im Grafinger Ratsgremium die gleiche: Am Dienstagabend (8.12.) muss sich Heinz Fröhlich vom „Bündnis für Grafing“ (BfG) im Stadtrat erklären. Er muss erläutern, wie es zu den Unregelmäßigkeiten in der Genossenschaft „fair-Grafing Weltladen“ gekommen ist, die er als damaliger Finanzvorstand zu verantworten hatte und für die er die Verantwortung bereits übernommen hat. Für einige Ratsmitglieder wäre ein Rücktritt vom Stadtratsmandat die einzig richtige Konsequenz.

Insgesamt steht ein Fehlbetrag von 13 000 Euro (wir berichteten) in Rede, über deren Verbleib der BfG-Stadtrat und Finanzvorstand der Genossenschaft vom Aufsichtsrat um Auskunft gebeten wurde. Dass diese Antwort unbefriedigend ausfiel, räumt Fröhlich selbst ein. Die Stadt Grafing hat als Genossenschaftsmitglied daraufhin Anzeige erstattet. Es geht um Differenzen im Bargeldverkehr der Genossenschaft. Geld aus Tageseinnahmen sollte Fröhlich zur Bank bringen. Es tauchte dann aber nicht auf den richtigen Konten auf. Diesen Sachverhalt hat der BfG-Stadtrat bereits selbst so dargestellt. Im Raum standen am Montag erste Rücktrittsforderungen.

Zuerst will sich das Stadtratsgremium den genauen Sachverhalt aber noch einmal ansehen. „Ich hoffe, dass wir schnell klare Verhältnisse haben“, sagt Wolfgang Huber, Sprecher der Grünen in Grafing, angesichts der Tatsache, dass Fröhlich im Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Sitz und Stimme hat. In Konsequenz auf sein Fehlverhalten war der 55-Jährige bereits im Juli als Finanzvorstand der Genossenschaft zurückgetreten.

Dass die Vorgänge erst jetzt, nämlich ein halbes Jahr später offenkundig wurden, sorgt unter den Stadträten für keine geringe Verwunderung. „Das gehört auch zu den Dingen, die geklärt werden sollten“, meint CSU-Ortsvorsitzender Josef Carpus. „Zumindest der Stadtrat“ hätte seiner Meinung nach zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt informiert werden müssen. Carpus hält nach nochmaliger Prüfung der Vorgänge eine „Rücktrittsforderung der CSU für nicht ausgeschlossen“.

„Er muss sich uns gegenüber erklären, diese Chance muss er bekommen“, sagt Christian Einhellig, Stadtrat und Chef der Freien Wähler. Er meint aber auch: „Der Rücktritt steht im Raum, das muss ich klar sagen.“ „Schockiert“ ist SPD-Fraktionsvorsitzende Regina Offenwanger: „Ich habe schon geglaubt, dass das bei ihm in guten Händen ist. Ich habe ihn als vertrauenswürdig und glaubwürdig eingeschätzt“, berichtet sie als Mitglied der fair-Weltladen-Genossenschaft über Fröhlich. Was Einhellig am Verhalten seines Stadtratskollegen besonders schockiert: „Er ist ein Spezialist auf einem solchen Gebiet.“

Offenwanger ist nicht die Einzige, die gespannt ist auf die Sitzung das Ratsgremiums am heutigen Dienstagabend. „Da werden wir mal schauen, wie es weitergeht“, meint sie und fügt hinzu: „Er war ja sonst auch immer sehr schnell mit seiner Meinung und hat seinen Kommentar abgegeben“. „Jetzt muss er mit dem gleichen Maß gemessen werden“, findet auch Einhellig, der befürchtet, dass die Arbeit des Stadtrats insgesamt durch diese Vorgänge in Misskredit geraten könnte. „Da wird in den sozialen Foren schnell die Keule rausgeholt“, so nach dem Motto: „So sind sie halt.“ Deshalb habe ihn Fröhlichs Verhalten „echt enttäuscht. Das war eine Watsche".

Michael Seeholzer

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