Große Koalition gegen Bahnlärm

Landkreis Ebersberg - Im Kreis sind sich die beiden Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz (CSU) und Ewald Schurer (SPD) einig, wenn es um den Schutz der Bevölkerung vor Bahnlärm geht.

Gemeinsam haben sich die beiden Parlamentarier in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gewandt. Es geht um den Ausbau des so genannten Ostkorridors, einer weiträumigen Entlastungsstrecke über Rosenheim, Mühldorf und Regensburg nach Magdeburg. Vorteil: Dadurch müsste weniger Bahnverkehr über den „Knotenpunkt München“ abgewickelt werden. Und es geht in diesem Zusammenhang um die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan.

Der Ausbau der Bahnstrecke München-Rosenheim-Kiefersfelden bildet einen wichtigen Baustein für den nördlichen Zulauf des Brennerbasistunnels. „Der Schienenverkehr und damit die Lärmbelastung werden sich weiter erhöhen“, so die Abgeordneten. „Fahren bereits heute auf der bestehenden Strecke täglich 250 Züge, sollen es künftig bis zu 360 werden.“ Aus Sicht von Lenz und Schurer „ist neben der Verbesserung beim Lärmschutz auch eine Entlastung der bestehenden Bahnstrecke dringend erforderlich“. Es könnten nicht alle Güter- und Personenverkehre über München und die Strecke München-Rosenheim abgewickelt werden. Der Ausbau des Ostkorridors sei mittel- und langfristig „unverzichtbar“. Die Verknüpfung mit dem Brennerzulauf biete erhebliche Entlastungspotenziale. „Es ist ein wichtiges Signal, dass im Rahmen des erweiterten Planungsraums beim Trassenauswahlverfahren im Inntal neben den Verbindungen München und Salzburg auch der Ostkorridor Richtung Mühldorf betrachtet wird“, steht in dem Brief an den Minister. Für die weitere Planung sei es laut Bahn jedoch wichtig, dass der Ostkorridor in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werde. Deshalb bitten die beiden Abgeordneten hier Dobrinth um Unterstützung.

Bereits bei einer Infoveranstaltung im April 2015 hatten Mitarbeiter der Bahn erklärt, nicht alle Züge, die aus dem Süden kommen, müssten über München fahren. Ein Ostkorridor sei wohl wesentlich effektiver als ein Tunnel. Man müsse aber zunächst den neuen Bundesverkehrswegeplan abwarten.

Von Robert Langer

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