Im Moment fährt der Filzenexpress (hier bei Oberndorf) nach Wasserburg. In der Zukunft könnte es auch die S-Bahn sein. sro

Das große Rangieren hat begonnen

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Ebersberg - Ein S-Bahn-Ausbau bis nach Wasserburg könnte mittelfristig realistisch werden.

Wie weit sind die Pläne gediehen, das Verbindungsangebot auf der Bahnlinie von Ebersberg nach Wasserburg zu verbessern? Vordergründig passiert nichts, sieht man einmal davon ab, dass die Bahnübergänge teilweise beschrankt, gesichert und der Bahnhof in Steinhöring zum Begegnungsbahnhof ausgebaut wurde. Durch den Bau eines zweiten Gleisabschnittes können sich die Züge des „Wasserburgers“ auf der eingleisigen Bahnstrecke Ebersberg - Wasserburg dort begegnen. Das war Voraussetzung für ein deutlich verbessertes Fahrplanangebot. „Der Begegnungsbahnhof Steinhöring ist das Herzstück des Streckenausbaus beim Filzenexpress“, betonte Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann. Das Resultat ist bekannt und wird gerne angenommen: Ein Stundentakt für den „Filzenexpress“.

Das ist aber offensichtlich noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn hinter den Kulissen wird bereits an ganz anderen Optionen gearbeitet - Stichwort S-Bahn bis Wasserburg Bahnhof. „Es ist denkbar, dass der Freistaat das für sinnvoll hält“, sagt Bernd Honerkamp, der Sprecher Bayern der DB Networks. Allerdings schränkt er ein: Die Deutsche Bahn habe daran kein Interesse. Aber: „Es gibt einen Interessenten. Nur, die Deutsche Bahn ist das nicht.“ Jetzt sei die Frage, ob für ein solches Vorhaben öffentliche Mittel fließen könnten.

Nicht nur einen, sondern gleich zwei Interessenten gibt es sogar für den Streckenabschnitt Wasserburg Bahnhof / Wasserburg Altstadt, berichtet Andreas Hiebl, Pressesprecher der Innstadt. Die Wasserburger haben ihre Hausaufgaben bereits gemacht, vielleicht mit einem Resultat, das Bahngäste nicht gerne hören werden. Denn die Wiederbelebung der Strecke, die bis zum heutigen Tag unterbrochen ist, weil ein Hochwasser den Bahndamm am Inn mitgenommen hat, sei „volkswirtschaftlich unterirdisch“. Das habe eine Analyse des Kosten-Nutzen-Verhältnisses ergeben. Allerdings sei in die Untersuchungen nicht mit eingeflossen, dass der „Wasserburger“ jetzt im Stundentakt verkehre.

Zuständig dafür, dass künftig überhaupt etwas verbessert wird im Angebot, ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft. Die Option, die S-Bahn bis Wasserburg-Bahnhof auszudehnen, ist dort offensichtlich eine realistische Option. „Mittelfristig soll das geprüft werden“, weiß Hiebl. „Interessant ist das auf alle Fälle.“ Den Aufwand für die Elektrifizierung der Strecke hält er für „überschaubar“. „Es ist denkbar, dass andere die Infrastruktur betreiben und dort investieren“, bestätigt Honerkamp. Für Bürger aus dem Landkreis Ebersberg, die Wohneigentum erwerben und dabei dem Preisdruck im Münchner Osten Ebersberg ausweichen wollen, würde das Wasserburger Umland plötzlich in den Fokus rücken. Eine schnelle Verbindung zu den Arbeitsplätzen in der Landeshauptstadt wäre gewährleistet.

In Summe sind viele Überlegungen im Gange, die vor dem Hintergrund überraschen, dass es vor Jahrzehnten bereits die konkrete Absicht gab, den Schienenverkehr nach Wasserburg komplett auf die Straße zu verlegen und mit Bussen zu versorgen. Besonders die Initiative Pro Bahn hatte sich gegen eine solche Entwicklung gewehrt. Dass es den „Wasserburger“ noch gibt, ist mit das Verdienst dieser engagierten Bürger. Sollte aus dem S-Bahn-Ausbau mittelfristig etwas werden, haben die Vertreter der Stadt Wasserburg bereits konkrete Wünsche. Es müsse sich um eine „Express-S-Bahn handeln. „Das bringt nichts, wenn die an jeder Millikanne hält“, sagt Hiebl und plädiert für eine möglichst zügige Verbindung bis Grafing-Bahnhof. 

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