Lkw-Fahrer will sich in die Luft sprengen

Vaterstetten - Großeinsatz von Polizei und SEK am Mittwoch an der Rastanlage Vaterstetten West an der A 99: Ein 31-jähriger Deutscher aus der Gegend von Münster droht, sich in seinem Lkw in die Luft zu sprengen. Hintergrund ist die Angst um den Arbeitsplatz.

Großeinsatz in Vaterstetten: Mann will sich in die Luft sprengen

Das Drama hatte bereits am Dienstag begonnen. Eine Spedition aus dem Münsterland vermisste einen ihrer Lkw samt Fahrer. Die Terminfracht, laut Polizei Fenster, sollte schon längst in Italien angekommen sein. „Der Fahrer war 20 Stunden überfällig“, so ein Polizeisprecher. Per Satellit wurde der Lkw geortete. Er stand auf dem Parkplatz der Rastanlage im Kreis Ebersberg. Die Firma alarmierte die Autobahnpolizei Hohenbrunn. Die Beamten fanden gegen 15 Uhr den Fahrer alkoholisiert. Er hatte geschlafen. Und weil er offenbar nicht vorhatte weiterzufahren, zogen die Polizisten wieder ab.

Der Polizeibeamte, der zuerst mit dem 31-Jährigen gesprochen hatte, hält weiter Kontakt zu ihm, um ein Eskalieren zu verhindern. Unterstützt wird er von speziell geschulten Beamten. Im Gespräch soll der 31-Jährige von Problemen mit seinem Führerschein und Angst um den Arbeitsplatz erzählt haben, wie Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, vor Ort erklärt. Tatsächlich hat der Mann im November einen Prozess wegen wiederholter Alkoholfahrten. Ihm droht ein mehrmonatiges Fahrverbot.

Gegen 11 Uhr machen sich die Beamten des SEK fertig. Einige beziehen Position an der Beifahrertüre, andere an der Rückseite des Lkw. Lastwagen werden zwischen dem Lkw des 31-Jährigen und den Einsatzfahrzeugen geparkt, als Schutz gegen eine mögliche Explosion. Die Beamten direkt an der Fahrerkabine haben diesen Schutz nicht. Sie verhandeln weiter. „Das ist ein Wechselbad der Gefühle“, schildert Gerhard Müller, Einsatzleiter des BRK aus Ebersberg, die Situation. „Man ist angespannt und hofft, dass nichts passiert, dass nichts hochfliegt.“

11.37 Uhr: Plötzlich geht alles sehr schnell. Der Mann gibt auf. SEK-Beamte ziehen den Fahrer aus dem Lkw, drücken ihn zu Boden, legen ihm Handschellen an. Er wird in die Psychiatrie gebracht. Gegen 12 Uhr ist alles vorbei: Entwarnung. Der Spezialist der Polizei hatte im Führerhaus keinen Sprengkörper gefunden. Mit dem Messer hatte sich der verzweifelte Mann selbst am Arm verletzt. Es besteht laut Polizei weiterhin Selbstmordgefahr.

Robert Langer

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