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Reges Interesse hatte kürzlich eine Veranstaltung zur E-Mobilität im Vaterstetten gefunden.

Energiewende

Zuschuss für Öko-Kühlschränke

Sollen auch Fahrer von Luxus-E-Mobilen Fördergeld der Gemeinde Vaterstetten für ihre private Lade-Infrastruktur erhalten? Brauchen finanziell besser gestellte Familien einen Zuschuss, um sich einen energiesparenden, aber teureren Kühlschrank zu kaufen? Im Vaterstettener Umweltausschuss wurde kontrovers diskutiert, eine Entscheidung zu den obigen Fragen jedoch wurde vertagt. Denn schließlich stimmte eine deutliche Mehrheit für die Vorschläge des Klimaschutzmanagers Tobias Aschwer. Im Herbst soll aber überprüft werden, wie sich die Regelungen ausgewirkt haben.

Vaterstetten –Hintergrund: Seit 2013 hat die Gemeinde Vaterstetten ein Energiesparförderprogramm, finanziell ausgestattet mit 25 000 Euro pro Jahr. Gefördert wurde bisher unter anderem der Einbau von effizienten und energiesparenden Heizungsumwälzpumpen und der hydraulische Abgleich von Heizungsanlagen. Anfangs stark nachgefragt hatte das Interesse in den vergangenen Jahren nachgelassen.

Seit Ende 2016 gibt es außerdem zu diesen Punkten eine Förderung auf Bundesebene, die zudem höher ist als die gemeindlichen Zuschüsse, wie Aschwer im Ausschuss erklärte. Auch deshalb hat er das kommunale Programm umgebaut. Gefördert werden soll künftig wie bisher die thermographische Untersuchung der Gebäudehülle. Neu ist ein Zuschuss zu Energiespeichern im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen. Ziel ist, den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom in den Haushalten der Gemeinde zu steigern. Das war unstrittig.

Für Debatten sorgten allerdings zwei Punkte: Förderung für private E-Mobil-Ladestation in Höhe von maximal 500 Euro und ein Zuschuss zum Kauf von energieeffizienten Kühlschränken von bis zu 75 Euro.

Manfred Schmidt (FBU/AfD) lehnte dies grundsätzlich als Eingriff in die Marktwirtschaft ab. Er befürchtet zudem Mitnahmeeffekte. Heißt beispielsweise: Der Kunde hätte den Kühlschrank sowieso gekauft, aber wenn es einen Zuschuss gibt, dann nimmt er ihn halt mit. Skeptisch war auch Wolfgang Schermann (Freie Wähler). Christl Mitterer (CSU) wünschte sich eine soziale Komponente bei der Zuschussvergabe für den Kühlschrank und bezweifelte, ob jemand, der sich ein E-Mobil für 50 bis 60 000 Euro leisten könne, für die Ladestation eine Förderung benötige. „Ich sehe nicht ein, dass wir das zahlen.“ Aschwer betonte auf Nachfrage, es gebe auch günstigere, gebrauchte Elektroautos. Notwendig sei ein intelligentes Lademanagement mit Abstimmung auf selbst erzeugten Solarstrom.

Albert Wirth (CSU) schlug vor, die Förderung für die Ladestation von der Höhe der Anschaffungskosten des E-Mobils abhängig zu machen. „Wir müssen nicht einen Tesla mit 500 Euro fördern.“ „Ich habe auch etwas Bedenken bei den Autos“, so Stefan Ruoff (Grüne). „Es ist schwierig“, räumte Josef Mittermeier (SPD) ein. Er sieht jedoch in der Förderung der Energiewende und der sozialen Komponente „zwei unterschiedliche Dinge“. Er gehe darum, für den Klimaschutz einen Impuls zu setzen.

Reaktion von Klimaschutzmanager Aschwer auf die Debatte: „Ich verstehe das. Ich bin da völlig offen und entwickle das gerne weiter.“

Leonhard Spitzauer (CSU) schlug schließlich vor, das Förderprogramm zunächst so umzusetzen, wie es Aschwer präsentiert hatte. Im Oktober könne man das dann nochmals überprüfen.

Ein Antrag, die Förderung der Kühlschränke aus dem Programm zu nehmen, fand keine Mehrheit.

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