Viel Spaß haben Kinder im Schwimmbad. Foto: kn

Grüne gehen mit Schwimmbad-Plan unter

Vaterstetten - Solange es technisch und wirtschaftlich vertretbar ist, sollte das Vaterstettener Schwimmbad und die darüber liegende Sporthalle geöffnet bleiben. Das hatten die Grünen beantragt - und gingen damit baden. Im Gemeinderat fanden sie keine Mehrheit.

Hintergrund: Unbestritten ist, dass sowohl das Schwimmbad als auch die angrenzende Schule marode sind. Dort soll alles abgerissen werden, eine neue Schule wird am neuen Standort Jugendzentrum gebaut, finanziert aus dem Erlös des dann frei werdenden Grundstücks. Ein neues Schwimmbad ist zwar angedacht, kann aber aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden. Nach früheren Planungen wurde ein Chance gesehen, ein neues Bad (Kosten: 7 bis 8 Millionen Euro) zu errichten, wenn auch die ebenfalls sanierungsbedürftige Wendelsteinschule aufgeben und das frei werdende Gelände vermarktet wird. Dann würde die neue Schule größer. Diese Pläne sind aber derzeit auf Eis gelegt. Es hatte unter anderem heftige Proteste aus der Bevölkerung gegeben. Eine Bürgerinitiative entstand.

Die Grünen, die die Wendelsteinschule erhalten wollen, gehen nun davon aus, dass auch längerfristig ein Bad nicht finanzierbar ist. Die bisherige Einrichtung soll daher nicht abgerissen, sondern weiter betrieben werden, unter anderem für Schwimmunterricht für Kinder. Wenn Mängel auftreten, soll ein Gutachter eingeschaltet werden. „Vielleicht macht es das Bad mit kleineren Reparaturen noch acht Jahre. Wir sprechen nicht von einer Generalsanierung.“ Wenn die Kosten für die Reparaturen zu hoch werden, „dann ist es eben vorbei“, so Grünen-Fraktionssprecher Axel Weingärtner in der Sitzung.

Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU), der die Sitzung leitete, lehnte den Vorschlag ab. Er verwies unter anderem auf laufende Kosten für das Bad von 300 000 Euro pro Jahr. Josef Mittermeier (SPD) meinte mit Blick auf finanzielle Risiken, man könne keinen „ungedeckten Scheck unterschreiben“. Mittermeier betonte auch, durch den Vorschlag der Grünen würde das Problem nicht gelöst, sondern nur verschoben. Und damit war das Gremium mitten drin in der Grundsatzdiskussion zu den Schulstandorten. Die SPD ist für die „große Lösung“ und spricht über einen Bürgerentscheid. Den lehnt die CSU ab mit dem Argument, dadurch würde der Ort gespalten. Vorschlag der CSU: Die Eltern der künftigen Wendelsteinschüler befragen, ob die Schule erhalten werden soll oder ob die Kinder in die neue Schule gehen sollen. Diesem Votum wollen sich die Christsozialen beugen. CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler machte klar: Wenn die Wendelsteinschule saniert werde (Kosten, verteilt über mehrere Jahre, 6 Millionen Euro), „ist es ausgeschlossen, dass ein Schwimmbad und eine Dreifachhalle entsteht“.

Das rief Kritik von Weingärtner hervor. Er fragte, ob denn jetzt die Eltern, die die Schule erhalten wollen, schuld daran seien, dass „die anderen kein Schwimmbad haben“. Da könnte man doch auch sagen: Schwimmbad statt Umgehungsstraße. Aber: „Solche Verquickungen sind schwieri“g, so Weingärtner.

Und dann brachte Will-Rafael Bienheim (FW) die Diskussion auf eine ganz andere Ebene. Um Geld frei zu bekommen, schlug er vor, auf den geplanten Bürgersaal im neuen Vaterstettener Zentrum zu verzichten. Man könne stattdessen für Veranstaltungen an der neuen Schule eine Aula bauen. Vorbild: Gymnasium Kirchseeon. Dann müsste jedoch die gesamte Planung für das Rathaus-Umfeld überdacht werden. Und: „Wir sollten es auf eine Entscheidung der Bürger zu den Schulstandorten ankommen lassen.“

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