Grüne kündigen Bürgerbegehren zur Ostumfahrung an

Grafing - Die Grafinger Grünen haben am Freitag überraschend ein Bürgerbegehren zur umstrittenen Ostumfahrung angekündigt.

Bürgermeister Rudolf Heiler (CSU) will ein Ratsbegehren zur Umgehungsstraße, um einen Bürgerentscheid herbeiführen zu können (wir berichteten bereits). Der Stadtrat soll in der nächsten Sitzung am 7. Oktober den Weg dazu frei machen. Die Grünen wollen auch einen Bürgerentscheid. Sie planen allerdings, diesen mit einem eigenen Bürgerbegehren zu erreichen. Wie Grünen-Chef und Stadtrat Heinz Fröhlich am Freitag ankündigte, werde sich seine Partei in dem Bürgerbegehren mit der Fragestellung nach dem tatsächlichen Sinn und Zweck einer Ostumfahrung beschäftigen, "die ja lediglich Teil einer geplanten überregionalen Staatsstraße von Rosenheim zum Flughafen Erding sein wird". Die Herausforderung an Bürgermeister, Stadt und Stadträte sei jedoch, Lösungen zur nachhaltigen und spürbaren Verkehrsentlastung in Grafing zu finden.

Bürgermeister Heilers Argument, eine Ostumfahrung würde die Grafinger Innenstadt vom Verkehr entlasten, wird laut Fröhlich spätestens durch diese großräumigen Straßenbaupläne entkräftet. Die so entstehende mautfreie Strecke würden täglich zigtausende Pkw und Schwerlaster benutzen, "also Autos, die bisher unseren Landkreis und unsere Stadt überhaupt nicht tangiert haben". Eine neue Verkehrslawine direkt am östlichen Grafinger Ortsrand sei somit vorgezeichnet. Und dass dies massive Auswirkungen auf den Verkehr in Grafing haben werde, sei ebenso zu befürchten.

Die Grafinger Grünen forderten eigenen Angaben zufolge schon lange ein Gesamtkonzept für den Verkehr in der Satdt. Es gebe zwar viele Untersuchungen über das Grafinger Verkehrsaufkommen und die Verkehrsströme, aber diese Zahlen stammten aus den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrtausends. Fröhlich: "Ein aktuelles Bild der Verkehrssituation gibt es ebenso wenig wie ein integriertes Verkehrskonzept, in dem alle Verkehrsteilnehmer - Autos, Fußgänger, Radfahrer, öffentlicher Verkehr - berücksichtigt sind. Das aber ist notwendig, um über ein gigantisches Straßenbauprojekt wie die Ostumfahrung entscheiden zu können. Also erst die Hausaufgaben machen, bevor die Bagger zur Heimatzerstörung anrollen."

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