Am Feierabend: Erst Arzteinsatz, dann Stau bei der S-Bahn 

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Idyllisch ist es im Süden der Gemeinde Kirchseeon wie hier bei Ilching. Möglicherweise führt irgendwann hier in der Nähe die Umfahrung vorbei. Foto: sro

Grüne Trasse im Süden ist Favorit

Kirchseeon - Die Zeichen stehen eindeutig auf eine weiträumige Südumfahrung Kirchseeons. Das ist das Ergebnis der Fortschreibung der Machbarkeitsstudie, die das Rosenheimer Straßenbauamt jetzt abgeschlossen hat.

In der Studie gibt das Amt zwar keine glasklare Empfehlung. Es stellt nur die insgesamt sechs Varianten vergleichend nebeneinander und da insbesondere die im November 2010 vom Gemeinderat zusätzlich ins Rennen geschickten weiträumigen Versionen einer Nord- und einer Südumgehung. Aber Bürgermeister Udo Ockel (CSU) versteht es natürlich, zwischen den Zeilen zu lesen. „Da stehen Dinge drin, die man nicht einfach so leicht wegwischen kann“, sagte der Rathauschef gestern auf Anfrage. Und Ockel meint auch, dass das Straßenbauamt die Nordumfahrung „mehr oder weniger klar abgeschossen“ habe.

Die „weiträumige Nordumfahrung zeigt vor allem hinsichtlich naturschutzfachlicher Gesichtspunkte enorme Konflikte auf“, ist in der Studie zu lesen. Auch die vorgeschlagene Reduzierung des FFH-Gebiets habe darauf „kaum Einfluss, da selbst die Nähe zum FFH-Gebiet in die Prüfung der Verträglichkeit mit einbezogen wird und die unmittelbare Beeinträchtigung durch den baulichen Eingriff weiterhin hoch bleibt“. Außerdem dürfe der Eingriff in den als Landschaftsschutzgebiet sowie als Bannwald deklarierten Ebersberger Forst nicht unberücksichtigt bleiben, schreibt das Amt. Ein weiterer Aspekt ist die Weiträumigkeit dieser Variante sowie die fehlende Möglichkeit einer zusätzlichen Anbindung Kirchseeons beziehungsweise Eglhartings. „Diese Variante wird für den Ziel- und Quellverkehr voraussichtlich sehr umwegig und wenig wirksam sein“, heißt es. Ganz zum Schluss das „Totschlag-Argument“: „Die Kosten liegen bei rund 105 Millionen Euro für circa 7,3 Straßenkilometer.“ Das ist mehr als das Vierfache, was die Ebersberger Südumfahrung mit ihren sechs Kilometern gekostet hat. Dagegen ist nach der tabellarischen Zusammenstellung des Straßenbauamts die weiträumige Südumfahrung die kostengünstigste aller Varianten: Sie kommt für ihre 9,21 Kilometer auf „nur“ rund 37 Millionen Euro.

Doch sind es nicht nur die Kosten, die laut Straßenbauamt für die Südtrasse sprechen. „Sie weist in Bezug auf Landschaftsschutz- und FFH-Gebiete voraussichtlich kein Konfliktpotenzial auf“, wenn auch die Eingriffe in Wasserschutz- und Waldgebiete nicht unerheblich seien und vor allem der Ausgleich der Waldflächen, insbesondere des Bannwaldes, zu Buche schlage. Einschränkend schreiben die Straßenplaner zu der Südumfahrung auf der grünen Trasse, dass wegen ihres weiträumigen Verlaufs die Verkehrswirksamkeit für den Ziel- und Quellverkehr voraussichtlich geringer sei als bei den ortsnäheren Süd-Varianten. Doch seien deshalb „Anbindungen unabdingbar und auch berücksichtigt“. Fazit der Planer: Beim direkten Vergleich der weiträumigen Nordumgehung und der weiträumigen Südumgehung sei Letztere „die verträglichere Variante“. Fazit des Bürgermeisters: „Wir werden als Gemeinderat irgendwann sagen müssen, was wir wollen.“ Im November 2011 hatte dazu noch der Mut gefehlt, als die beiden weiträumigen Trassen dem Straßenbauamt zur Prüfung gegeben wurden.

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