Schleichwege gibt es zur Autobahnraststätte Vaterstetten. Hier endet er allerdings an einer Schranke. Foto: jro

Grüner fordert: Neue Autobahnauffahrt statt Ortsumgehung

Vaterstetten - Verkehrsentlastung durch eine neue Autobahnauffahrt - und zwar über die Raststätte Vaterstetten: Das sieht der ehemalige Grünen-Gemeinderat Günter Glier als mögliche Alternative, um die Belastung im Norden der Gemeinde Vaterstetten zu verringern und gleichzeitig auf eine teure Ortsumfahrung Weißenfeld-Parsdorf zu verzichten.

Eigentlich ist die Entscheidung für die Ortsumfahrung Weißenfeld-Parsdorf im Gemeinderat bereits gefallen. Die Mehrheit des Gremiums sprach sich für eine „Vorzugstrasse“ aus, unter anderem gegen die Grünen und Bürgermeister Georg Reitsberger (FW). Geplant wird seit 1976. Nun soll die 5,6 Kilometer lange Trasse kommen. Kosten: 14,3 Millionen Euro.

Derzeit geht es um die Details. Die Bevölkerung soll in einer Teilbürgerversammlung informiert werden, auch Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern sind vorgesehen. Erst danach sollen die nächsten Schritte folgen.

Jetzt kommt Glier mit einem neuen Vorschlag. Dass die Grundsatzentscheidung fest steht, ficht ihn nicht an. „Es wurde schon viel beschlossen und wieder aufgehoben“, so seine Erklärung auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Und es sei ja auch nicht so, „dass nächste Woche Spatenstich ist“.

Wegen der hohen Kosten bezweifelt Glier sogar, dass das Projekt überhaupt in absehbarer Zeit umgesetzt werden kann. Deshalb seine Alternative: Er fragt: „Wurde schon mal darüber nachgedacht, die Raststätte Vater-stetten als Anschlussstelle aufzurüsten?“ Aus seiner Sicht würde es genügen, diese Zufahrt auf 3,5 Tonnen zu begrenzen. Damit fiele morgens der unerwünschte Zufluss aus Vaterstetten in Richtung München weg. „Einfach auf halber Strecke nach Weißenfeld links ab zur Raststätte und am Autobahnkreuz die Schleife zur Landeshauptstadt.“ Umgekehrt auf der Westseite ein kleines Straßenstück zur Verbindungsstraße Vaterstetten-Ottendichl, so die Überlegungen des Ex-Gemeinderats. Dieses Teilstück solle nach bestehender Planung der B471-Neu sowieso entstehen.

Zur Ableitung des Verkehrs aus dem neuen Gewerbegebiet hat Glier auch einen Vorschlag: Eine neue Straße südlich und parallel zur Autobahn, vom neuen großen Parkplatz des Outlet-Centers Parsdorf City zwischen dem Segmüller-Auslieferungslager und der A 94 hindurch und dann nach Süden auf die Ortsverbindungsstraße Parsdorf-Weißenfeld. Glier ist klar, dass die Autobahn-Direktion auf einem 40 Meter breiten Korridor nördlich und südlich der Fahrbahn besteht, um einen möglichen späteren Ausbau zu sichern. Aber: „Es stellt sich die Frage, ob nun trotz der Risikolage darüber nachzudenken sei, eine Fahrbahn mit etwa sechs Metern Breite in dieser Zone zu bauen, begrenzt auf 7,5 Tonnen“, so Glier. „Also keine teure Autobahn-Überquerung und nebenbei kürzeste Wegstrecke in Richtung Weißenfeld.“ Sollte eine Verbreiterung der Autobahn später einen Rückbau erzwingen, könnten sich genug Finanzmittel aus dem Gewerbegebiet angesammelt haben, „um die jetzt beschlossene, teure Lösung zu finanzieren“. Beide Punkte bedürften allerdings einer nicht geringen Bereitschaft der Verwaltung und auch des Gemeinderats, „dafür auch vehement zu kämpfen“, sagt Glier.

Wie bei einer Straße im Autobahn-Korridor ist auch beim Thema Auffahrt über die Raststätte die Position der Autobahndirektion Südbayern deutlich: Nein. „Wir wollen nicht, dass öffentlicher Verkehr über eine Raststätte als Anschlussstelle läuft“, betonte Paul Lichtenwald, Präsident der Autobahndirektion Südbayern, auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Dadurch entstünde zu viel Konfliktpotential, so das Argument. Und es gebe schnell Begehrlichkeiten, an so einer Auffahrt dann beispielsweise ein Gewerbegebiet zu planen. Lichtenwald räumte ein, dass es Fälle gebe, bei denen eine Autobahn-Auffahrt über eine Raststätte führe, wie beispielsweise in Holzkirchen. Aber das sei „historisch“ bedingt und werde nur „geduldet“. „Wenn wir etwas Neues bauen, dann gibt es so etwas nicht mehr.“

Robert Langer

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