Gottlieb Fauth

So geht es weiter

Gutachten ist da: Fauth ist dienstunfähig

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Ebersberg – Der Ebersberger Kreistag wird dem Antrag von Landrat Gottlieb Fauth (CSU) auf Versetzung in den Ruhestand wohl stattgeben. Ein Amtsarzt hat den Vaterstettener für dienstunfähig erklärt.

Der Gesundheitszustand des 56-jährigen Landrats, der seit 2005 an einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems leidet, hatte sich im Juli dieses Jahres erheblich verschlechtert. Fauth selbst kam nach einem neuerlichen Krankenhausaufenthalt und einer Reha-Maßnahme zu dem Schluss, dass er nicht mehr in der Lage ist, „meinen Dienstpflichten als Landrat vollschichtig nachzukommen“. Anfang Oktober beantragte er seine Versetzung in den Ruhestand und kündigte an, sich deswegen erneut amtsärztlich untersuchen zu lassen.

Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt seit Mitte vergangener Woche im Landratsamt vor. Evelyn Schwaiger, Sprecherin der Behörde, bestätigte am Freitag Informationen der Ebersberger Zeitung, wonach der Amtsarzt Fauth „Dienstunfähigkeit“ attestiert. Dieses Gutachten ist nun Grundlage der Entscheidung am kommenden Montag. Niemand geht davon aus, dass der Kreistag als „Dienstherr“ dem Landrat seinen Wunsch auf Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand verweigern könnte.

„Gerne hätte ich meine zweite Amtszeit, die noch bis zum 30. April 2014 dauert, regulär zum Abschluss gebracht“, schrieb Fauth in einer Erklärung, nachdem er den Entschluss getroffen hatte, aus dem Amt scheiden zu wollen. Er, der mit massiven Sprechproblemen zu kämpfen hat und am Stock geht, fühle sich verpflichtet, diesen Wählerauftrag zu erfüllen, „kann es nun aber nicht mehr verantworten, noch rund anderthalb Jahre im Amt zu bleiben“.

Wie geht es nach der Kreistagssitzung weiter? Wenn die Kommunalpolitiker die Dienstunfähigkeit Fauths formal festgestellt haben, endet die Amtszeit drei Monate nach dem Monat, in dem der Beschluss dem Landrat zugestellt wird. Wie lange Fauth die Amtsgeschäfte noch führen wird, steht noch nicht fest. „Der Fall kommt so selten vor, dass das nicht dezidiert geregelt ist. Ich kann demnach nach dem 1. Januar arbeiten, muss aber nicht“, so Fauth. Möglicher Termin für Neuwahlen wäre der 14. April.

Walter Brilmayer (60), Ebersberger Bürgermeister und Fauths Stellvertreter im Amt, ist darauf vorbereitet, Fauth nach seinem Ausscheiden bis zum Wahltermin zu vertreten. Man habe sich aber noch nicht über die Termine unterhalten, sagte der Rathauschef am Freitag der Ebersberger Zeitung.

Michael Acker

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