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Wer nicht angegurtet ist, muss damit rechnen, dass er „Besuch“ von der Polizei bekommt.

Gurtkontrolle - mal etwas rustikaler

Forstinning - Verfolgungsjagden der Polizei, die waghalsig hinter Kriminellen herrast – das kennen wir aus dem Fernsehen. Und nun auch aus Forstinning. Nur ging es hier nicht um Schwerverbrecher, sondern um einen Gurtmuffel.

Mittags, gegen 12.40 Uhr, ist es beschaulich ruhig in Forstinning – um nicht zu sagen „tote Hose“. Und so tuckert die 29-jährige Bettina H. (Name von der Redaktion geändert) mit ihrem schwarzen Audi gemütlich über die Münchner Straße auf dem Weg nach Hause in ihr Appartement in der Parkstraße. Dort wohne sie erst seit ein paar Monaten, wissen Nachbarn.

Pech für die Zugezogene aus Erding, dass sie an diesem Tag um 12.40 Uhr ihren Gurt nicht angelegt hat. Und das von zwei Ordnungshütern der Polizeiinspektion Poing gesehen wird. Die nehmen gleich die Verfolgung auf. Sie haben – in Fahrtrichtung München – aber nicht nur die „Gurtmuffelin“ vor sich, sondern noch eine zweite Fahrerin; 24 Jahre alt, Erdingerin, und völlig ordnungsgemäß auf dem Weg durch Forstinning.

Beim Versuch, die Erdingerin zu überholen und sich vor den schwarzen Audi von Bettina H. zu setzen, funktioniert das mit der Verfolgungsjagd dann aber doch nicht ganz so wie in bekannten amerikanischen Krimiserien. Im Überholvorgang übersehen der 27-jährige Fahrer des Polizeidienstwagens und seine 29-jährige Kollegin, dass die unangeschnallte Verkehrsteilnehmerin vor ihnen nach links in ihre Wohnstraße abbiegt. Das Stoppen das Streifenwagens erfolgt dann ungeplant auf die abrupte, etwas rustikalere Weise. Der Polizeiwagen fährt in den schwarzen Audi und trifft ihn im hinteren Bereich auf der Fahrerseite.

Aufgenommen wird der Zusammenstoß später von der Autobahnpolizei Hohenbrunn, die Unfälle mit Kollegenbeteiligung auch nicht jeden Tag auf den Tisch bekommt. In diesem Fall aber gestern auf Nachfrage der EZ nüchtern feststellen muss, dass der Schaden auf 10 000 bzw. 15 000 Euro zu beziffern ist. Die Polizistin erleidet leichte Verletzungen, kommt kurz ins Krankenhaus und wird dann auch gleich wieder entlassen. Alle anderen Beteiligten bleiben unverletzt.

Der Unfall wird auf juristischen Parkett wohl ein Nachspiel haben. Wer mit welchem Anteil die 25 000 Euro Gesamtschaden zu begleichen hat, wird die Staatsanwaltschaft und womöglich einen Richter beschäftigen.

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