Immerhin ein klares „Ja“ hat Landrat Robert Niedergesäß (am Rednerpult) zum Standort Poing abgegeben für ein mögliches neues Gymnasium. foto: rm

Gymnasium in Poing prinzipiell möglich...

Poing - ...wären da nicht die Kritierien des Kultusministeriums sowie die Ergebnisse der Schulbedarfsanalyse. Allerdings könnte eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis München Früchte tragen.

Die positive Nachricht: Würde in Poing ein Gymnasium gebaut werden (neben Markt Schwaben, Grafing, Vaterstetten und Kirchseeon wäre es das fünfte im Landkreis Ebersberg), würde es nach den Anfangsjahren dauerhaft und als drei- bzw. vierzügige Schule (drei bzw. vier Klassen in jeder Jahrgangsstufe) bestehen können. Mit einer durchschnittlichen Schülerzahl von knapp 1100. Ausgehend von 233 Schülern zum Start im Jahr 2018.

Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) aus Augsburg. Dessen Geschäftsführer Christian Rindsfüßer hat erstmals eine von SAGS erstellte Simulation bis zum Jahr 2032 präsentiert, unter der Vorgabe: Was wäre, wenn Poing ein Gymnasium hätte. Schließlich ist laut Landrat Robert Niedergesäß immerhin schon eines ganz sicher: Wenn ein fünftes Gymnasium im Landkreis, dann nur in Poing.

Die schlechte Nachricht, die die rund 50 Besucher der Info-Veranstaltung des Landkreises zum Thema "Gymnasium in Poing" zu hören bekamen: Eines der vom bayerischen Kultusministerium vorgegebenen drei Kriterien, die generell für eine Neu-Gründung notwendig sind, wird nicht erfüllt. Dass bestehende Gymnasien im Umfeld keine Kapazitäten mehr für die Aufnahme von Schülern haben.

Das Franz-Marc-Gymnasium (FMG) in Markt Schwaben aber habe sehr wohl noch ausreichend Platz - jetzt und in Zukunft. Sowohl Rindsfüßer als auch Landrat Robert Niedergesäß wiesen darauf hin, dass das FMG mit derzeit unter 1200 Schülern nicht voll ausgelastet sei. "Der Schulleiter hat uns mitgeteilt, dass das Gymnasium in Markt Schwaben locker 1400 bis 1450 Schüler beschulen könne", berichtete SAGS-Geschäftsführer Rindsfüßer. Diese Aussage bestätigte der stellvertretende Schulleiter Peter Popp, als er sich in der Infoveranstaltung zu Wort meldete.

Auch wenn der Neubau in Poing laut SAGS-Studie zwei der drei notwendigen Kriterien erfüllen könnte, "sieht das Kultusministerium aufgrund der Zahlen ein Gymnasium in Poing momentan als nicht machbar", berichtete Landrat Niedergesäß. Dies habe ihm das Ministerium dieser Tage auf seine Anfrage hin so mitgeteilt.

Die beiden anderen Kriterien: eine neue Schule muss dauerhaft mindestens dreizügig sein (wäre erfüllt), und bereits bestehende Schulen im Umfeld dürfen in ihrer Existenz nicht gefährdet werden. Auch dies wäre im Falle Poings laut SAGS erfüllt. Zwar würde das FMG in Markt Schwaben etwa 450 Schüler verlieren, wäre mit dann 700 bis 780 aber immer noch im Rahmen der Vorgaben.

In diesem Zusammenhang betonte Landrat Robert Niedergesäß mehrmals, dass das Gymnasium in Vaterstetten bei den Überlegungen für einen Standort Poing keine Rolle spiele. "Vaterstetten ist nicht das Problem, das dortige Gymnasium würde Einbußen vertragen", sagte er.

Niedergesäß beendete die Veranstaltung mit den Worten: "Wir sind nicht am Ende einer Diskussion, sondern am Anfang eines Prozesses." Und: "Wenn eine weitere Schule sinnvoll wird, wird es nicht an den Landkreis-Finanzen scheitern."

Möglicherweise wird der Landkreis München für ein neues Gymnasium eine entscheidende Rolle spielen. Der hat ebenfalls ein Schulentwicklungsgutachten in Auftrag gegeben, das im Frühjahr 2016 fertig sein soll. Dann, so Niedergesäß, werde man mit den Nachbarn reden. Im Kreisausschuss München ist Poing als möglicher Standort für ein neues, dann landkreisgrenzen-übergreifendes Gymnasium ins Spiel gebracht worden. Weil Wachstum und Bedarf im Osten des Landkreises München (mit Kirchheim, Aschheim, Heimstetten und Feldkirchen) und im Norden des Landkreises Ebersberg (Poing) weiter steigen würden.

Armin Rösl

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