Sie haben die Mittlere Reife in der Tasche: Die Schülerinnen und Schüler der Aßlinger Vorbereitungsklasse bei der Feierstunde in der örtlichen Turnhalle. Foto: Jürgen Rossmann

Sie haben es geschafft!

Aßling - Erstmals führt die Aßlinger Schule junge Erwachsene zur Mittleren Reife. Jetzt wurden sie feierlich entlassen.

Die Aßlinger Mittelschule wartet mit einem im Landkreis Ebersberg einzigartigen Angebot auf. In sogenannten Vorbereitungsklassen können hier Schüler mit bestandendem Quali in zwei Jahren zur Mittleren Reife gelangen. Jetzt wurde der erste Jahrgang, der diesen Weg gegangen ist, in einer Feierstunde verabschiedet.

Schulleiter Michael Pollak lobte das Engagement und den Fleiß der Schüler. „Als Ihr Euch vor ziemlich genau zwei Jahren im Sekretariat mit Eurem Qualizeugnis angemeldet habt, da wusste keiner so richtig, wie dieses Unterfangen ,Mittlere Reife Zug in Aßling’ enden wird“, blickte der Pädagoge auf die Anfänge des „Spätzünder-Projekts“ zurück. Zweifel, die der eine oder andere gehabt habe, seien nicht angebracht gewesen. Das könne man nun mit Stolz feststellen. Alle 16 Schüler, die zur Prüfung angetreten sind, hätten die Mittlere Reife erreicht. „Das ist Euer Verdienst. Ich persönlich und ich denke wir alle zusammen hier sind stolz auf Euch, Ihr habt alles richtig gemacht“, sagte Pollak zu den Schülern, die sich zusammen mit ihren Eltern in der Turnhalle eingefunden hatten.

Nach einem einjährigen Vorlauf mit Anträgen, Formalien, Besuchen von bestehenden 10V-Standorten, Informationsschreiben, Info-Abend, Vorauswahlgesprächen, Erfassungsbögen, Genehmigungsverfahren im Schulverbund, Änderungen des Kooperationsvertrages, Einrichten eines zeitsparenden Schulbusverkehrs mit Überzeugungsarbeit bei den Sachaufwandsträgern, Festlegung der Klassenleitung und Erreichen einer Mindeststärke, habe es endlich im September 2013 in Aßling mit der Vorbereitungsklasse losgehen können, so der Schulleiter. Etwas naiv sei die Vorstelleung gewesen, nach Aßling kämen nur hochmotovierte kleine Erwachsene, „die gut ausgeschlafen und voll konzentriert dem Zubringerbus aus Grafing entsteigen, das Handy erst gar nicht mitnehmen, weil es vom Lernen abhält, täglich nach Wissen und Bildung lechzen und am Ziel ihre geheimsten Wünsche und Träume sind, nämlich endlich nach Aßling fahren zu dürfen“. Irrtum! Es habe sich, so Pollak, um ganz normale Schüler, eine ganz normale Klasse gehandelt, die auch eine „ganz normale“ Behandlung gebraucht habe: Einführung einer verschärften Hausaufgabenkontrolle mit Rückmeldung an die Eltern, angesetzte Nacharbeiten, Auftreten von seltsamen Krankheitssymptomen vorwiegend zu Zeiten des Grafinger Volksfestes, Einführung einer Attestpflicht, wundersame Ansammlung von Handys im Schultresor und anderes mehr.

Nachdem in wochenlanger Kleinarbeit die Fronten geklärt worden seien, hätten sich die Schüler weiterentwickelt, auf den Hosenboden gesetzt, die Durststrecken gerade im ersten Ausbildungsabschnitt überwunden, sich am Schulleben aktiv beteiligt, und letztendlich wirklich Gas gegeben, „so dass Ihr heute auch zurecht und verdientermaßen Eure Zeugnisse bekommt“.

In den letzten Jahren hätten die Eltern und die Schule einen großen Teil Verantwortung für die Kinder übernommen. „Das wird sich in Zukunft ändern. Als Erwachsene seid Ihr nun aufgefordert, Euer Leben selbst in die Hand zu nehmen und Euren Lebensweg zu finden. Beim Blick in Eure Zukunft denke ich ist es wichtig, sich zu fragen, welche Ziele habe ich, was ist mir wichtig - im privaten wie auch im beruflichen Bereich. Ich wünsche Euch, dass ihr die richtigen Ziele gesetzt habt, dass ihr die richtige Entscheidung getroffen habt“, sagte Pollak.

Folgende Schülerinnen und Schüler haben in Aßling die Mittlere Reife abgeleget:

Biebl Simon, Bünning Leon, Eizenberger Patrick, Herold Alexander, Lentner Kevin, Lettl Tobias, Rabzelj Rok, Rascle Romain, Wrzesinski Danny, Wunderer Sven, Zeller Nicolas, Hummel Mariella, Kartalli Egzona, Lech Ivonne, Pogadl Veronika, Schattauer Veronika, Stacheter Hedwig.

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