So viel Publikum wie selten zuvor: Zuhörer der jüngsten Glonner Gemeinderatssitzung. Foto Gerneth

Hallenbad: Glonner Bürger haben das letzte Wort

Glonn - Nun muss der Bürger entscheiden: Mit neun zu sieben Stimmen votierten die Glonner Gemeinderäte am Dienstagabend vor rund 120 Zuhörern für die Durchführung eines Ratsbegehrens zur Sanierung des gemeindlichen Hallenbades. Der Ratsbürgerentscheid soll in den nächsten drei Monaten stattfinden.

Bürgermeister Martin Esterl (SPD/KommA) informierte über den aktuellen Sachstand. Der Antrag von der CSU-Fraktion auf ein Ratsbegehren zur Durchführung eines Bürgerentscheids dürfe nur in der Grundaussage abgestimmt werden. Die beantragte Fragestellung weise Entscheidungsalternativen auf. „Dies bringt den Bürger in einen Anwägungszwang“, erklärte Esterl. Beratungsgrundlage sei die günsigere Planungsvariante für die Hallenbadsanierung mit Gesamtkosten von rund 1,3 Millionen Euro brutto.

Als erstes wurde über den Antrag der SPD/KommA-Fraktion zur Aufnahme der Sanierungskosten in den Haushalt beraten. Jeweils 800 000 Euro sollen 2013 und 2014 in den Haushalt gestellt werden. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über den Stellenwert des Hallenbades für die Gemeinde und die Vereine. Die CSU-Gemeinderäte sprachen sich grundsätzlich für die Einstellung der Mittel aus, verwiesen aber gleichzeitig auf den von ihnen geforderten Bürgerentscheid. „Legt man eine Nutzungszeit von 30 Jahren eines sanierten Hallenbades zugrunde, so belaufen sich die Kosten für die Marktgemeinde auf rund fünf Millionen Euro“, sagte Manfred Deprée (CSU).

In Glonn kann die große Mehrheit der Schulkinder schwimmen. Diese Tatsache und der wichtige Dienst der Wasserwacht an den Badeseen verhindere Schwimmtote, gab Gemeinderat Stefan Jirsak (Freie Wähler) zu bedenken. Deshalb mahnte er: „Wenn ihr das Hallenbad dicht macht, könnt ihr euch warm anziehen“. Einstimmig wurde dem Antrag stattgegeben, was mit viel Applaus aus den Zuhörerreihen bedacht wurde.

Deutlich kontroverser wurde die Diskussion zum Ratsbegehren. „Als gewählter Vertreter darf ich mich nicht vor schwierigen Entscheidungen drücken“, betonte Martin Podehl (SPD/KommA). Schließlich seien erst in letzter Zeit vergleichbar hohe Investitionen wie Schulhaussanierung oder Kindergartenneubau beschlossen worden. „Dies waren alles Pflichtaufgaben der Gemeinde“, konterte Josef Oswald (CSU). „Ich will mich nicht drücken“, sagte Georg Raig (CSU). Doch müsse dem Bürger deutlich gemacht werden, dass es sich beim Hallenbad um eine freiwillige Leistung der Gemeinde handle. Zudem müssten alle anstehenden Projekte wie Kreisel an der Rotter Straße, Hochwasserschutz und BRK-Heim auf den Tisch. „Dann kann der Bürger abwägen, was er für wichtig hält“, forderte Raig. Mit der CSU-Fraktion stimmte Markus König (Freie Wähler) dann für ein Ratsbegehren.

Der zweite Antrag der SPD/KommA-Fraktion forderte den Verkauf einer Teilfäche des gemeindlichen Grundstücks südlich der Geschwister-Scholl Straße zur Finanzierung der Hallenbadsanierung. Einstimmig wurde diesem Antrag zugestimmt.

Christine Gerneth

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