Eine Bürgerversammlung kann spannend sein: Junge Wasserwachtler in Glonn. Foto: GErneth

Hallenbad: Jugend will mitreden

Glonn - Wo sollen wir denn hingehen, wenn es das Hallenbad nicht mehr gibt?“ Ihren ganzen Mut hatte Corina Zumpf (11 Jahre) zusammengenommen und im voll besetzten Bürgersaal diese Frage an Bürgermeister Martin Esterl gerichtet. So lebhaft wie am Donnerstagabend war die Glonner Bürgerversammlung schon lange nicht mehr.

Aufmerksam verfolgte ein ganzer Tisch junger Wasserwachtler den Vortrag von Bürgermeister Martin Esterl zu den Projekten und Maßnahmen vom vergangenen Jahr, aber auch die anschließende Bürgerfragestunde. Esterl zeigte sich sehr erfreut: „So viel junges Publikum, das ist Premiere.“ Auch Leon Ehaus (15 Jahre) meldete sich zu Wort: „Bei einem Bürgerentscheid zum Hallenbad dürfen ja nur Wahlberechtigte abstimmen, wer hört da auf uns Kinder und Jugendliche?“ Er könne die Gesetzgebung leider nicht ändern, antwortete Esterl. Seine Empfehlung: „Ihr müsst ihm Vorfeld alle mobilisieren.“

Was eine Alternative zum Hallenbad kosten würde, wollte Winfried Tuschter wissen. Das hänge ganz stark von der Art der späteren Nutzung ab, sagte der Bürgermeister. Eine energetische Sanierung der Außenhaut des Gebäudes sei auf jeden Fall notwendig. Kritisch meldete sich Lenny Rose zu Wort: „Mit einem Ratsbegehren schiebt man jetzt den Bürgern den schwarzen Peter zu“. Ein Rats- oder Bürgerbegehren seien legale politische Instrumente, so Esterl und erklärte die Unterschiede der beiden Formen.

Die Zustände am Busbahnhof beklagte Hildegard Blaschek: „Die fehlenden Wartebänke am Bushäuschen sind eine Zumutung für ältere Leute“. Die Bänke seien abmontiert worden, weil eine „Gang“ seit Monaten dort saufend, randalierend und Fahrgäste belästigend ihr Unwesen treibt, berichtete Esterl. Man habe es mit Gesprächen und Ermahnungen versucht, aber die Zustände für die Anwohner nicht mehr zumutbar gewesen. „Wir haben es dort einfach ungemütlich gemacht“, konstatierte der Rathhauschef. Ob man Beschädigungen oder Verunreinigungen am Busbahnhof oder am Wertstoffhof nicht Video überwachen könnte, wollte August Lanzenberger wissen. Dazu hatte Esterl eine klare Haltung: „Ich überwache keine Bürger“.

In seiner Präsentation schilderte der Bürgermeister anhand vieler Fotos die Maßnahmen und Projekte des vergangenen Jahres. Von „Gehweg nach Balkham“ und „Erweiterung der Nahwärmenetze“ über den Neubau des Feuerwehrhauses Frauenreuth bis hin zu den Bauleitplanungen Sonnenhausen und „nördliche Rotter Straße“ und Schaffung von Wohnraum reichte die umfangreiche Palette. Zwei ganz unterschiedliche, aber wichtige Projekte konnten ebenfalls umgesetzt werden: der Kanalanschluss für die Ortsteile Balkham und Adling sowie der Neubau des Kindergartens am Klostergarten. Sorge bereitet Esterl die Entwicklung an der Mittelschule. Von 2009 bis 2012 seien die Schülerzahlen von 187 auf 107 Schüler gesunken. Mit einem Wachstum von unter einem Prozent entwickle sich der Ort homogen und maßvoll. Die Geburtenzahl von rund 50 Kindern pro Jahr sei für die Marktgemeinde mit 4758 Einwohners „äußerst erfreulich“.

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