1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg
  4. Hallo Ebersberg

„Ein deutliches Signal nach Berlin“

Erstellt:

Von: Oliver Oswald

Kommentare

Fackellauf Kirchseeon
Am Schützenheim in Eglharting fand schließlich die Schlussveranstaltung des Fackellaufes statt. © osw

Mit einem Fackellauf setzt der AK Bahnlärm in Kirchseeon ein Signal gegen die geplanten Maßnahmen der Deutschen Bahn in Kirchseeon

Kirchseeon – „Lärm macht krank“, das ist nicht neu, aber diese Aussage zwingt zum Aufhorchen. Spätestens dann, wenn eine Organisation zur Demonstration gegen Lärm durch Schienenverkehr aufruft. Der Arbeitskreis Bahnlärm aus Kirchseeon wollte mit einer Veranstaltung ein politisches Signal setzen – besser gesagt: ein Signal an die Politik. Man nutzte das auslaufende Marktwochenende, um bis 17 Uhr am Sonntag möglichst viele Mitwirkende an einem Fackelzug zu versammeln. Zum Ende des Kathreinmarktes wurden von den Arbeitskreisgründern Susanne und Alexander Höpler sowie ihren Mitstreitern Fackeln verkauft und verteilt.

Nach einer kurzen Ansprache im Freien ging es dann auch schon los in Richtung Eglhartinger Schützenheim, immer entlang der Bahnstrecke. Um die 300 interessierte dürften es an der Halle gewesen sein, so Alexander Höpler. Ein wirklich beeindruckender Fackelzug marschierte dann mit gefühlt 200 Flammen auf den Weg.

Immer mit dabei die Feuerwehr, um abzusichern und bei unfreiwilligen Brandvorgängen einzugreifen. „Passt auf die Kinder auf und verbrennt Eure Nachbarn nicht“, hatten die Organisatoren noch extra gewarnt. Dass der Verkehr, auch der Güter zunehmend auf die Schiene verlagert werden soll, das bestreitet niemand. So auch nicht die Politprominenz zum Abschluss am Schützenheim: Poings Altbürgermeister Albert Hingerl betont aber, dies gehe nicht um jeden Preis und man lasse sich nicht länger verarschen.

Er pocht damit auf den Anspruch auf Neubaustandard und dementsprechenden Lärmschutz, wenn zukünftig ein Mehrfaches an Zügen durch die Achse von Grafing bis nach Trudering rattern wird. In Kirchseeon aber tut die Bahn so, als könne alles beim alten bleiben. Dass zwar Millionen Menschen vom Brennerbasistunnel und den neuen Bahnstrecken profitieren würden, gleichzeitig aber auch der Lärmschutz bestehen müsse, betonte Florian Siekmann (Landtagsabgeordneter der Grünen). Die stellvertretende Landrätin Angelika Obermayr verwies auf die Verantwortlichen in Berlin. Diese seien Auftraggeber der Bahn und somit auch der Blockverdichtung bei den Zügen.

Sie und der ganze Kreistag seien immer wieder aktiv, um die Zuständigen auf den Schutz vor Lärm hinzuweisen. Abschließend zeigte sich Bürgermeister Jan Paepolw „begeistert“ von den Zuspruch bei dieser Abendveranstaltung. Er sprach von einem „deutlichen Signal nach Berlin“, nachdem er von einem vorbeifahrenden Personenzug unterbrochen wurde. Die Solidarität ist groß, das hat dieser Fackelzug gezeigt. Und dafür braucht es scheinbar keine lauten Parolen oder ein Megaphon. Die Menschen waren Feuer und Flamme, aber friedlich und ruhig. Lärm war an diesem Abend nicht erwünscht...

Auch interessant

Kommentare