Miriam Boehlke - Seminarleiterin (links), Dr. Denis Rogov - Generalkonsul Kasachstan, Dr. Hannes Müller - Museumsleiter, Dogudura K. Biol vom KKV e.V und Dr. Gulsum Massakowa - Lehrbeauftragte LMU mit dem wichtigsten Bauteil der Jurte, dem
Lichtring.
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Miriam Boehlke - Seminarleiterin (links), Dr. Denis Rogov - Generalkonsul Kasachstan, Dr. Hannes Müller - Museumsleiter, Dogudura K. Biol vom KKV e.V und Dr. Gulsum Massakowa - Lehrbeauftragte LMU mit dem wichtigsten Bauteil der Jurte, dem Lichtring.

Jurtenbau am Museum Wald und Umwelt Ebersberg

Kasachstan zu Gast im Museum Wald und Umwelt

Für die Auftaktveranstaltung zum Seminar „Jurtenbau“ im Museum Wald und Umwelt, organisierte das Generalkonsulat Kasachstan aus München ein Fest zum gegenseitigen Kennenlernen.  

Ebersberg – Damit hat Miriam Boehlke, Seminarleiterin Jurtenbau, so gar nicht gerechnet, dass sich der Generalkonsul Dr. Denis Rogov bei ihr persönlich meldet. Der nämlich las von der Veranstaltung, die diese Woche im Museum stattfindet und befand, dass man doch hier zusammen etwas auf die Beine stellen sollte. Laut Aussagen der kasachischen Kultur und Völkerverständigung (KKV e.V. München), die an diesem Abend neben dem Europäischen Kulturverein (München) und dem European Kazakh Forum (München) auch anwesend war, leben immerhin noch dreißig Prozent der Bevölkerung in dieser Art von Kleinbehausung.

Das Gestell, das Gerüst solch einer Jurte wird in dieser Woche nun von zehn Teilnehmern aus ganz Deutschland und Österreich aus verschiedenen Hölzern, wie Esche oder Fichte gebaut. „Normalerweise wird das fertige Gerüst mit Lammfellen bespannt, wir werden uns aber doch auf die Baumwollvariante konzentrieren“, erzählt Museumsleiter Dr. Hannes Müller, der, wie alle ganz glücklich und erfreut war über diese Art des kulturellen Austausches an diesem Abend. Bis es so weit ist, wird noch einige Zeit vergehen. Geplant ist, dass die komplett fertige Jurte nächstes Jahr in den Sommermonaten als grünes Klassenzimmer oder Ähnlichem fungiert.

Allerdings länger als drei Monate darf sie nicht am Platz sein, denn ansonsten bräuchte es eine Baugenehmigung. Über diesen Umstand wurde durchaus etwas schmunzelnd diskutiert an diesem Abend, aber die großartige Stimmung des kleinen Festes überspannte alles – selbst das nicht besonders festliche Wetter. Bei traditionellem kasachischem Essen und Trinken, flankiert von der ein oder anderen kulturellen Darbietung kamen die Gäste durchaus ins Schwärmen über dies weit entfernte Land. Dr. Gulsum Massakowa, Lehrbeauftragte für Kasachisch an der Ludwig-Maximilians-Universität erklärte den Gästen in einem Vortrag, dass „die Jurte nicht nur ein Wohnraum, sondern ein Heiligtum und Kulturerbe der Nomaden ist. Dort spielen sich wichtige Lebensereignisse, wie Geburt und Tod ab und jeder Teil der Jurte hat eine ganz eigene spirituelle Bedeutung“.

So ist der Shanyrak, der Lichtring ganz oben an der Jurte, der angesehenste Teil. Er ist ein Teil für das Wohlbefinden und den Frieden der Familie, „der Zugang zu obereren Welt, zum Himmel“. Mit dem Jurtenbau im Sinne von alternativen Wohnmöglichkeiten nimmt das Museum zusammen mit Miram Boehlke, die übrigens nachhaltigen Tourismus und ebensolche Unternehmensführung studierte, das auch im Landkreis immer aktueller werdende Thema vom Tiny House auf. Und Boehlke überlegt sogar die fertige Jurte einmal fürs Wohnen auszuprobieren. at

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