Katharina Lang mit Bürgermeister Jan Paeplow und ihren Eltern.
+
Katharina Lang mit Bürgermeister Jan Paeplow und ihren Eltern.

Kirchseeon: Eintrag ins Goldene Buch

„Ein wahnsinniges Ausghängeschild“

Paralympic-Sportlerin Katharina Lang setzt ihre Unterschrift ins
Goldene Buch der Marktgemeinde Kirchseeon

Kirchseeon – Schlank, groß, sportlich und: Sie steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Mancher reibt sich an Katharina Langs Ehrentag im Kirchseeoner Rathaus die Augen. Denn im Grunde hatte man sich auf eine 28-Jährige im Rollstuhl eingestellt. Katharina Lang gehört zum Paralympic-Team der deutschen Rollstuhlbasketballerinnen, das in Tokio den Sprung auf´s Siegertreppchen nur knapp verpasste und Platz vier belegte. Ohne körperliches Handicap in einer Rollstuhlmannschaft? Fast: „Ich habe eine Minimalbehinderung, da ich durch einige Knie- OPs am Kreuzband nicht mehr auf hohem Niveau Basketball spielen kann. Das Knie ist zu schwach und die ruckartigen Bewegungen beim Basketball sind somit nicht mehr möglich“, erklärt die Kirchseeonerin.

Zudem sei Rollstuhlbasketball (RBB) die einzige Sportart bei den Paralympics, bei der auch Menschen ohne Behinderung teilnehmen können, so Lang, die im Sitzungssaal zugibt, gerade nervöser zu sein als bei anderen öffentlichen Auftritten. Immerhin ist es für sie eine Premiere: Eintrag ins Goldene Buch der Marktgemeinde.

Zuvor freut sich Bürgermeister Jan Paeplow von ganzem Herzen über die Anwesenheit der erfolgreichen Sportlerin und spricht von ihr als einem „wahnsinnigen Aushängeschild für Kirchseeon“. Auch Katharinas Eltern sind anwesend und sichtlich stolz auf ihren Nachwuchs, den sie von Kindesbeinen an in seinen sportlichen Ambitionen unterstützten.

„Ich habe mit ca. sechs Jahren angefangen, Basketball zu spielen und bin 2015 im Alter von 22 Jahren zum RBB gekommen. Ich spiele momentan beim RBB München Iguanas in der 2. Liga Süd, habe Angebote aus der 1. Liga erhalten und muss mich dort mal umsehen. Die 1. Liga ist im Übrigen eine der stärksten der Welt“, informiert die 28-Jährige, die im Mai ihr Bachelor-Studium in den USA abgeschlossen hat.

Aktuell studiert sie wieder in Deutschland, um den Master in Sport Business zu erlangen. Auch im amerikanischen Bundesstaat Alabama blickt man stolz auf die Gaststudentin, denn dort erzielte sie nicht nur in ihren Sudienabschlüssen beachtliche Erfolge – Notendurchschnitt 1,0, sondern eben auch im RBB: National Champion 2019 und 2021 mit dem Team University Alabama, das sie als Kapitänin anführte. Auch, wenn es 2021 in Tokio „nur“ für einen vierten Platz reichte, ist die Top-Werferin des deutschen Teams so fasziniert vom RBB, dass sie sich durchaus eine weitere Wettkampfteilnahme 2024 in Paris vorstellen kann. Dann könnte sie ihre Erfolgsliste erweitern, bislang stehen zu Buche: Silber bei der EM in Teneriffa 2017, Bronze in Hamburg bei der WM 2018, ebenfalls Bronze 2019 bei der EM in Rotterdam. Zunächst aber konzentriert sich die gebürtige Münchnerin auf die Deutsche Meisterschaft dieses Wochenende in Quakenbrück und die EM im Dezember 2021 in Madrid.

Im Rückblick auf die Paralympics in Japan schwärmt die 1,81 Meter große Kirchseeonerin: “Die Gastfreundschaft der Japaner war unvergleichlich und wir haben uns stets willkommen und gut aufgehoben gefühlt. Die Atmosphäre im Dorf war entspannt und locker, zudem hat es enorm viel Spaß gemacht, neue Leute aus anderen Nationen kennenlernen.”osw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare