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Die Zukunft Glonns

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Stadtplanerin Barbara Hummel Glonn
Stadtplanerin Barbara Hummel © Kees

„Es geht um die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen“: Glonner wollen an der Weiterentwicklung ihres Ortes beteiligt werden

Glonn – Ein Jahr später als geplant fand vergangenen Dienstag das erste Ortsgespräch für ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) in Glonn statt. Ein Bürgerdialog, an dem gut 50 Glonner und Glonnerinnen teilnahmen. „Es geht um die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen,“ fasste ein Zuhörer den Vortrag der von der Gemeinde beauftragten Stadtentwicklerin Barbara Hummel zusammen. Die stellte einen möglichen Ansatz zur Entwicklung der Marktgemeinde vor, der von den Antworten aus einem Fragebogen, den ihr Stadtplanungsbüro an die Glonner verteilt hatte, gespeist war.

Es geht um die Entwicklung der Ortsstruktur, um die Gestaltung des Zentrums, um die Entwicklung der Ortsränder, um Freiräume im Öffentlichen Raum, um das Bauen in der Zukunft, den Verkehr und andere Formen der Mobilität, den Hochwasserschutz, um Tourismus und Gastronomie, um Wirtschaft, Nahversorgung und soziale Strukturen, um die Frage, wie das Wohnen in der Zukunft aussehen soll. Bei all diesen Überlegungen sollen die Bürger eingebunden werden, weshalb man zu diesem ersten Ortsgespräch geladen hatte. Die Ansätze der Stadtplaner, stützend auf der Fragebogenauswertung: Weniger Verkehr, vor allem weniger Durchgangsverkehr, bessere Wege für Fußgänger und Radfahrer, eine aufgewertete Ortsmitte, verbesserte Spielplatzstrukturen, bezahlbarer Wohnraum, ein besseres Angebot für junge Menschen, eine neue große Sporthalle, ein neues Gemeindehaus, kleine Läden, bayerische Gastronomie und eine neu zu erarbeitende Parkplatzsituation.

Dabei gelte es, den Glonner Charakter zu erhalten, die vorhandene Baukultur fortzuschreiben, das Leben auf die Straße zu bringen, Mobilität neu zu denken und klimagerecht zu sein. Die ergänzende Ausführungen der Verkehrsplaner Christoph Hessel und Michael Kurz klangen ähnlich verheißungsvoll: der Durchgangsverkehr müsste begrenzt, die Geschwindigkeit reduziert, der ruhende Verkehr neu geordnet und etwas für die Vermeidung von Parksuchverkehr unternommen werden. Außerdem sollte mehr für Fußgänger, Radfahrer, Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderung getan werden. All diese Ideen fanden bei den anwesenden Glonnern großes Wohlwollen.

Es geht darum, den Glonner Charakter zu erhalten und das Leben auf die Straßen zu bringen.

Glonns Bürgermeister Josef Oswald hatte allerdings bereits vor der Einführung ins Thema darauf hingewiesen, dass man sehen müsse, ob die Vorschlägen auch realisiert werden können, schließlich müsse alles auch bezahlt werden. „Man muss es sich halt leisten können,“ so der Rathauschef. Mitunter gäbe es aber auch andere Hürden, etwa fehlende Grundstücke für ein Vorhaben oder Protest von Anwohnern. Nicht von ungefähr kam aus dem Publikum die Anmerkung, dass die Marktplatzumgestaltung bereits seit Jahrzehnten ein Thema sei und dass seit den 70er Jahren über eine neue Turnhalle diskutiert würde. Deshalb, so die Sicht der Stadtplaner, sollte man Schritt für Schritt agieren. Mit der Marktplatzumgestaltung sollte begonnen werden, auch weil das die beste Signalwirkung habe. Wie geht es weiter?

Das Stadtplanungsbüro wird seine Ansätze konkretisieren. Die Bürger sollen weiter eingebunden werden. Man plant ein zweites Ortsgespräch und will zudem einen zwölfköpfigen Bürgerbeirat ins Leben rufen, der das Entwicklungskonzept begleiten soll. Wer diesem Gremium angehören soll, wird das Los entscheiden. Derzeit haben immerhin bereits 120 Glonner Interesse, dem Beirat anzugehören, der „einen repräsentativen Querschnitt der Glonner abbilden soll“, wie Hummel erklärte. Das Fazit des Abends: es besteht großes Interesse in der Glonner Bürgerschaft. Deutlich wurde zudem, dass man sich wünscht, dass mehr für die Jugend getan wird und dass der geplante Turm des neuen Feuerwehrhauses manchem ein Dorn im Auge ist. - Kees

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