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Kontroversen um neues Wohngebiet in Pfaffing

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Das geplante Baugebiet „West V“ in Pfaffing.
Notwendiger Flächenverbrauch? Das geplante Baugebiet „West V“ in Pfaffing. © Karlheinz Guenster

Für das Neubaugebiet „West V“ in der Gemeinde Pfaffing ist der Flächennutzungsplan zu ändern. Der Gemeinderat beriet in seiner Sitzung darüber.

Pfaffing – Das Verfahren für das Neubaugebiet „West V“ in der Gemeinde Paffing startete vor zweieinhalb Jahren, aktuell münden die letzten Abwägungen der einzelnen Stellungnahmen von Behörden und Bürgern in einem einstimmig gefassten Feststellungsbeschluss.

Es gab jetzt nach mehreren Auslegungen nur noch wenige Stellungnahmen zu behandeln, die waren aber umso ausführlicher, da sich Anwohner dagegen wehren.

Dabei sieht die Gemeinde in Bezug auf die Landwirtschaft den Abstand von 125 Meter als ausreichend an, „nicht lösbare Immissionskonflikte“ seien nicht zu erwarten, wie es in der Stellungnahme heißt. Das Gesundheitsamt wies auf die geringe Speicherkapazität des Hochbehälters hin. Allerdings, so die Antwort der Verwaltung darauf, plane man derzeit einen neuen Behälter mit Fertigstellung Ende 2022, zudem gebe es Wasserlieferungen aus Wasserburg. Damit sei die Versorgung „auf Dauer gesichert.“

Ein Thema war bei der Ausweisung dieses Baugebiets stets das Thema Flächensparen, hauptsächlich vorgebracht durch die Höhere Landesplanungsbehörde. Gesehen werden einerseits „stagnierende Bevölkerungszahlen“ aber auch, dass die mögliche Nachverdichtung im Ort weitgehend ausgereizt sei.

Flächen die für eine Bebauung im Ort nicht zur Verfügung stünden, sollten aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden, lautete eine Empfehlung, was mit sechs Gegenstimmen auch geschah. Für die Behörde war vorstellbar, dass die Bevölkerungszahl abnimmt, doch dass es im Landkreis trotzdem eine steigende Tendenz gebe.

Daher sollte die Planung für die bis zu 132 Wohneinheiten auf zehn Jahre abschnittsweise durchgeführt werden. Der Gemeinderat verwies in seinem Beschluss bei einer Gegenstimme auf 72 Bewerber, davon 30 mit Pfaffinger Wurzeln. Zudem werde mit dem Zuwachs die Infrastruktur nicht überlastet.

Über ein Anwaltsbüro ließen Anwohner etliche Einwände mitteilen, etwa dass man sich nicht mit der Versiegelung der Flächen einverstanden zeige, dass der Flächenverbrauch zu hoch sei, dass der Bedarf angezweifelt werde und „vollkommen aus der Luft gegriffen“ sei, dass eine Abwanderung nicht stattfinde, denn stetig werde Wohnraum wieder frei.

In mehreren einstimmigen Beschlüssen blieb der Gemeinderat jeweils bei seiner Darstellung auch mit Blick dahingehend, dass verbrauchte Flächen ausgeglichen würden. Angezweifelt wurden weiterhin zu kleine Zufahrtsstraßen.

In seiner Antwort kam der Rat mithilfe eines Verkehrsgutachtens zum Ergebnis, , dass die Verkehrszunahme „ohne Probleme“ abgewickelt werden könne. Ins Detail ging die Planung etwa zu den Kindergärten, zur Trinkwasserversorgung oder Kläranlage. Sollten sich dennoch ein größerer Bedarf an Plätzen herausstellen, werde der Verkauf von Parzellen eben verlangsamt.

Ein weiteres Anwaltsbüro sah durch die Nähe Probleme für die Landwirtschaft im angrenzenden Werfling. Der Rat antwortete unter anderem mit einem Gutachten dazu und dass man auf eine Dienstbarkeit für eine Akzeptanz der Immissionen anregen werde.

Abschließend fasste der Gemeinderat einstimmig den Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans. kg

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