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Der Poinger Kita stinkt‘s!

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Von: Gerhard Fuhrmann

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In der Kinderland-Kindertagesstätte Kirchheimer Allee 19 in Poing leiden alle unter dem üblen Geruch
In der Kinderland-Kindertagesstätte Kirchheimer Allee 19 leiden alle unter dem üblen Geruch © fu

In der Poinger Kita in der Kirchheimer Allee stinkt es gewaltig. Die Gemeinde ist auf der Suche nach Ursache und Lösung des Problems

Poing – Stückwerk oder Generalsanierung – über diese beiden Möglichkeiten wurde in der Poinger Gemeinderatssitzung bei dem Tagesordnungspunkt debattiert. Es geht um die „Geruchsbelästigung in der Kinderland-Kindertagesstätte Kirchheimer Allee 19“ . Denn der lästige Geruch tritt in dem Gebäude schon länger auf. Vergangenes Jahr entnahm ein Ingenieurbüro Materialproben in den Bädern im Erdgeschoss an Wand und Boden.

Dabei wurde festgestellt, dass ein aufgebrachtes Flammschutzmittel auf den Linowandbelägen der Grund für den Geruch sein kann. Als Maßnahme schlugen die Ingenieure im Juli eine Sanierung vor, die aus drei Konzepten bestand und zirka 350.000 Euro kosten würde. Problem: Die Sanierung der sechs Bäder im Erdgeschoss würde sieben Monate dauern und im laufenden Betrieb erfolgen. Das lehnte die Kita-Leitung und der Träger ab, wegen der zu hohen Lärm- sowie Staubbelästigungen ab.

Eine eventuelle komplette Auslagerung der Kinder wurde vom Landratsamt Ebersberg geprüft und abgelehnt. Mittlerweile hat sich jedoch der Gestank auch auf den ersten Stock ausgedehnt und den Aufenthalt von Kindern und Personal stark beeinträchtigt. Mitarbeiter und einige Eltern waren deshalb zur Sitzung erschienen, um ihren Anliegen Nachdruck zu verleihen. Ebenfalls standen auch Fachleute des Ingenieurbüros für Statements und Fragen zur Verfügung. „Wir brauchen Sofortmaßnahmen, das sind wir Kindern, Eltern und Personal schuldig“, so Bürgermeister Thomas Stark, „so kann das Arbeitsumfeld keinesfalls bleiben.“

Er gab zudem eine beruhigende Erklärung ab: „Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gesundheitsgefährdung durch den Gestank für die Kinder oder das Personal vorgelegen. Das hätten die Materialproben eindeutig ergeben.“ Trotzdem war man sich im Gremium einig, dass trotz „keiner Gefährdung“ Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Matthias Andres schlug dezentrale Lüfter vor, die in den Bädern für Frischluft sorgen. Nach Auskunft des Ingenieurbüros sind bereits zwei Räume mit diesen Lüftern ausgestattet, bei den restlichen vier sind den ganzen Tag die Fenster geöffnet. Es habe aber keine Besserung gegeben und man könnte sich die Investition sparen. „Bevor wir die Ursachen nicht kennen, ist die Sanierung ein Schuss ins Blaue“ sagte Yvonne Großmann, „wir müssen unbedingt den Herd lokalisieren“. Peter Maier und Barbara Kellendorfer-Schmid schlugen vor, dass man mit den beteiligten Baufirmen reden müsste, um zu erfahren, „welche Materialien damals verwendet wurden“ und Franz Langlechner (CSU) ist für eine Recherche, „ob es Vergleichsfälle gibt“.

Der Rat beauftragte einstimmig als Sofortmaßnahme die Kosten für dezentrale Lüftungsanlagen in den Aufenthaltsräumen im Erdgeschoss zu ermitteln. „Ein Neubau kommt keinesfalls in Frage“ so Stark, „denn wir müssten die hohen staatlichen Förderungen zurückzahlen“. Der Grund: Die Förderung ist auf 25 Jahre gebunden – die Einrichtung jedoch erst elf Jahre in Betrieb. - fu

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