Sorgenkind Hennigbach: Die Uferbefestigungen müssen unbedingt erneuert werden. Ein Jahrhunderthochwasser kann der Bach danach aber auch nicht aufnehmen. Foto: dul

Handlungsbedarf am Hennigbach

Markt Schwaben - Uferbefestigung in katastrophalem Zustand - Planer mahnt: Bei Sanierung Hochwasserschutz berücksichtigen.

Die Ufermauern vom Hennigbach in Markt Schwaben sind in katastrophalem Zustand und sollten schleunigst repariert werden: Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die vom Ingenieurbüro Fritsch durchgeführt und jetzt dem Marktgemeinderat in öffentlicher Sitzung vorgestellt wurde. „Es gibt eine Auftragsvergabe“, erklärte Georg Hohmann, „aber die erfolgt dann nichtöffentlich!“

Das Thema Hennigbach gehörte eigentlich zu jenen vier Punkten, die ursprünglich für die nichtöffentliche Sitzung vorgesehen waren und erst mit Beschluss des Gremiums vorgezogen wurden. „Die Öffentlichkeit darf ruhig wissen, mit welchen Problemen sich der Marktgemeinderat zu beschäftigen hat“, meinte Hohmann und übergab das Wort an Martin Fritsch vom Fachbüro. Der erklärte, dass an der Brücke an der Bahnhofstraße flussabwärts rund 560 Meter Ufermauern und Sohle untersucht und mit Fotos dokumentiert worden seien. Das Ergebnis sei geradezu erschreckend, denn der Zustand teilweise extrem schlecht. „Es gibt leider keine Unterlagen mehr“, bedauerte Martin Fritsch. „Viele Bereiche wurden bereits vor dem Ersten Weltkrieg erstellt!“ Darauf lasse das Baumaterial schließen: Der Großteil der Ufermauern sei in Stampfbeton ausgeführt. Dieser sei heute weitgehend morsch, teilweise bewachsen, teilweise ausgebrochen, ausgespült und habe bis zu 40 Zentimeter tiefe Risse. An vielen Stellen seien Mauerteile umgefallen und die Uferböschung nachgerutscht. An einzelnen Abschnitten hätten Baumwurzeln die Mauer gesprengt. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, lautete das Fazit des Fachmannes.

Fritsch betonte zudem, dass der Bachlauf nicht in der Lage ist, ein Jahrhunderthochwasser (HQ 100) aufzunehmen. „Das hat aber mit der Sanierung nichts zu tun“, klärte er auf. „Wohl aber mit den beabsichtigten Baumaßnahmen zur Rückhaltung oberhalb vom Postanger!“ Gemäß aktuellen Berechnungen müssten bei einem HQ 100 rund 26 Kubikmeter Wasser je Sekunde abfließen - der Hennigbach schafft höchstens elf Kubikmeter je Sekunde.

Deshalb sei es notwendig, bei Sanierungsmaßnahmen nicht nur den Bachlauf für sich zu betrachten, sondern auch mögliche Hochwasserereignisse mit einzubeziehen, ermahnte Fritsch die Gemeinderäte. Ob bei einer Sanierung des Bachlaufs auch die Brücken erneuert werden sollten, müsse noch entschieden werden. Auch für sie gebe es keine Unterlagen mehr. Deshalb sei ihre Tragbarkeit in jedem Fall zu prüfen. dul

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