Problemzone: Für ein neues Vhs-Multifunktionsgebäude wird ein Geldgeber gesucht.

Heller Vhs-Plan, dunkle Finanzen

Grafing - Die Planungen strahlen immer heller, die finanziellen Aussichten werden düsterer. 4,5 Millionen soll der Neubau des Vhs-Gebäudes in Grafing inzwischen schon kosten. Während die Stadt einen Investor sucht, schafft Ebersberg mit dem neuen Stadtsaal Fakten.

Der Entwurf ist fertig und er beeindruckte die Stadträte in der jüngsten Grafinger Bauausschusssitzung sichtlich. Alle waren sich einig: Architekt Klaus Beslmüller ist ein guter Wurf gelungen. An der Rotter Straße soll als Ersatz für das alte Gebäude ein durchgeklügelter Multifunktionsbau entstehen, in dem das JIG, die Musikschule und die Vhs sehr gute Bedingungen vorfinden würden. „Das Wunschraumprogramm aller Nutzer konnte zu 98 Prozent erfüllt werden“, informierte Beslmüller. Mit diesem Entwurf in der Hand soll die Stadt jetzt ein externes Büro mit der Entwicklung eines Investorenmodells beauftragen. Das wurde einstimmig beschlossen. Denn wo das Geld herkommen soll, ist vollkommen offen, wo es nicht herkommen wird, steht schon fest: „Wir haben nicht die geringste Chance, sowas selbst zu stemmen“, räumte Bürgermeister Rudolf Heiler (FW) ein.

„Ich hoffe, dass die ganze Entwurfsplanung nicht umsonst war“, meinte in der Diskussion Stadtrat Franz Frey (SPD) mit Blick auf die Entwicklung in der Kreisstadt, wohin bereits Teile der Musikschule und Verwaltung der Vhs umgezogen sind. Der neue Stadtsaal als Veranstaltungsort wird für zusätzliche Attraktivität sorgen. „Wir haben jetzt so viel Information, dass ein Investor die wirtschaftliche Seite angehen kann“, zeigte sich Christian Einhellig (FW) zuversichtlich. Ein Optimismus, den Max Graf von Rechberg (CSU) nicht teilen konnte: „Die Planung wird immer strahlender und schöner, die Finanzierung werden wir im Landratsamt nicht durchbringen“, warnte er. In letzter Konsequenz ginge es ja um eine freiwillige Leistung.

Wie Beslmüller erläuterte, ist der Bau bereits im Entwurf dadurch teurer geworden, dass sich in der Zeit der Vorplanung von eineinhalb Jahren die Inflationsrate bemerkbar macht. „Die Gesellschaft wird älter, und ich hoffe nicht verblödeter“, plädierte Frey dafür, sich trotz aller Unwägbarkeiten zu dem Projekt zu bekennen, um weiterhin attraktive Kurse anbieten zu können.

Michael Seeholzer

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