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Herr Ipsen, übernehmen Sie!

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Teilt mit seinem Chef die Begeisterung fürs Bergwandern: Erik-Uwe Ipsen. Foto: Stefan Rossmann
Teilt mit seinem Chef die Begeisterung fürs Bergwandern: Erik-Uwe Ipsen. Foto: Stefan Rossmann

Ebersberg - Die steife Brise am Nordseestrand hat er mit dem Föhn im Voralpenland getauscht. Erik-Uwe Ipsen kommt von der Promi-Insel Sylt. Seit Jahresbeginn versieht er seinen Dienst im Ebersberger Rathaus.

Im Rathaus soll Erik-Uwe Ipsen im Laufe des Sommers die Nachfolge von Wolfgang König als Leiter der Hauptabteilung übernehmen. Dieser Tage ist er also noch in der Einarbeitungsphase, „in Woche fünf“, sagt der modisch gekleidete, sympathische Beamte.

Neben dem täglichen Dienst, der ihm gleich eine komplizierte europaweite Ausschreibung zum künftigen Strombezug der Stadt einbrachte, hat er schon zur Rechten von Bürgermeister Walter Brilmayer zwei Sitzungen absolviert. In denen er selbstbewusst, kompetent und souverän auftrat. Und natürlich ziemlich sachlich - ganz wie man es sich in diesen Breiten von einem Nordlicht vorstellt. Aber auch nicht zu kühl präsentierte sich der sportlich, hagere und großgewachsene 45-Jährige.

Was einen gebürtigen Insulaner nach Südbayern verschlägt? Das liegt an der Mutter, die aus Uffing am Staffelsee kommt und Ipsens Vater nach List, der nördlichsten Gemeinde Deutschlands, gefolgt ist. Jetzt ist das bayerische Helle Ipsens Lieblingsgetränk, nicht mehr das herbe Pils. Weißwürste mit Brezn, die bayerische Küche rauf und runter, seien ihm schon immer gelegen. Denn am Staffelsee war Ipsen oft als Ferienkind. Daher kommt wohl auch seine Leidenschaft zum Bergwandern, die er mit Bürgermeister Brilmayer teilt. Über die Patnachklamm ist Ipsen schon auf die Zugspitze gestiegen. Das lässt einen wie ihn locker jetzt saftige grüne Wiesen dem lästigen Sand am Strand vorziehen. Zusammen mit seiner Partnerin, die in der Tourismusbranche im Marketingbereich arbeitet, und „Karla“, einer schwarzen, schottischen Jagdhündin, hat er auf ausgedehnten Spaziergängen schon kilometerweit das Ebersberger Umland erkundet.

Ansonsten war es wohl der Wunsch nach beruflicher Luftveränderung, dass er nach Ebersberg kam. „Innere Unruhe, auch ein Anflug von Midlife Crisis“, mutmaßt Ipsen. Weniger der Wunsch nach Karriere. „Ich bin schon seit acht Jahren in der im gehobenen Beamtendienst zu erreichenden Endstufe. Vielleicht wollte ich einfach nochmals was Neues machen.“

Jetzt geht es jetzt darum, das Rathaus der Kreisstadt zu „erobern“. Schließlich ist Ipsen dort dann gleich nach dem Bürgermeister der zweitwichtigste Mann. Die ihm „im Geschäftsverteilungsplan zugemessenen Kompetenzen“ will er „auch nutzen“, sagt er selbstbewusst. Und zuzutrauen ist ihm das. Als Abteilungsleiter der Stadt Westerland hatte er immerhin halb so viele Mitarbeiter unter sich, wie es das Ebersberger Rathaus insgesamt zählt. Seit 1993 war er dort Chef des Ordnungs-, Sozial- und Umweltamtes.

Im übrigen: Ipsen ist nicht der erste Nicht-Bayer in der Ebersberger Stadtverwaltung in führender Position. Clemens Bumann, der schon eine ganze Weile dem städtischen Bauamt vorsteht, kommt aus Baden, aus Freiburg im Breisgau. Beide sind also eine kleine Variante innerdeutscher Globalisierung in der „Perle des Münchner Ostens“.

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