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"Höllenritt" auf der B304 endet mit Gelenkbruch

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Baldham - An einer roten Ampel ist Alois L. ausgeflippt. Er stieg aus seinem Auto, und brach einer 30-jährigen Frau das Handgelenk. Sein Motiv: „Sie war so frech.“

Eine Fahrt auf der B 304 wurde für Mandy R. (30) zum Höllenritt. Der Grund: An einer roten Ampel, Höhe Baldham, schlug Alois L. (37) mit der Faust gegen ihr Auto. Laut Staatsanwaltschaft hat er sie mit „du bist doch nicht mehr ganz sauber“, „Schlampe“ und „blöde Kuh“ beschimpft. Anschließend verdrehte er ihr den Arm und brach ihr das Handgelenk. Das war am 22. Mai 2009. Deswegen drückte er die Anklagebank des Ebersberger Amtsgerichts. Die Vorwürfe: Beleidigung und vorsätzliche Körperverletzung.

Angefangen hat das Drama an einem Zubringer in Zorneding: Mandy R. habe sich vor sein Auto rein gepresst. „Ich musste die Notbremse ziehen“, behauptete der Beschuldigte. Außerdem: „Sie hat mir den Mittelfinger gezeigt.“ Die Version der Geschädigten: „Er hat beschleunigt, weil er mich nicht auf die Straße lassen wollte.“ Dann sei er dicht auf ihre Stoßstange aufgefahren und habe mit dem Stinkefinger in der Frontscheibe herumgefuchtelt.

An der roten Ampel ist Alois L. ausgestiegen und ausgeflippt. Erst verpasste er der jungen Frau, die noch im Auto saß, einen Schlag auf die Schulter, wo sie eine Prellung erlitt. Und: „Ich stieg aus, und er hat wild auf mich eingeschlagen“, so das Opfer. Sie habe sich gewehrt und dem Angreifer die Hände festgehalten und ihm zwischen die Beine gehauen.

Böse gemeint seien seine Attacken gewiss nicht gewesen, versicherte der Angeklagte. Vielmehr wollte er ihr einen Denkzettel verpassen: „Erst so eine gefährliche Situation erzeugen, und dann so frech werden. Das geht nicht.“

Vor Gericht hatte der Angeklagte zwei Zeuginnen im Gepäck: Seine Mutter Filomena G., die als „Dame im Dirndl“ durch die Polizeiprotokolle geisterte. Und deren Kollegin Stefanie P. Beide fuhren während der Tat vor der Geschädigten her und beobachteten den Eklat im Rückspiegel. „Die hat sich einipresst“, so die Zeugin Stefanie P. Und bei der Rauferei: „Da hat sie sich richtig in Alois verkrallt.“ Auch die Mutter sah ihren Sohn als Opfer einer aggressiven Frau: „Er kam gar nicht zum Zuschlagen.“

Das Urteil: 70 Tagessätze à 20 Euro. Außerdem musste der Verurteilte ein dreimonatiges Fahrverbot schlucken.

Von Marlene Kadach

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