Verhältnismäßig gut besucht war die Bürgerversammlung in Hohenlinden am Montag. Allerdings hatten die Anwesenden keinen Redebedarf. Foto: jro

Hohenlinden braucht mehr junge Familien

Hohenlinden - Rathauschef Ludwig Maurer macht bei der Bürgerversammlung nur am Rande auf ein strukturelles Problem aufmerksam.

Es gibt Foren wie Stammtische, CSU-Vorstandsrunden oder den Gemeinderat in Hohenlinden, da wird kommunalpolitisch ungleich heftiger diskutiert. Heftiger jedenfalls als bei der Bürgerversammlung. Jener Plattform, bei der sich jeder zu Wort melden kann, um seine Wünsche und Sorgen zu artikulieren. Am Montag kamen politisch halbwegs interessierte Bürger zu diesem Zweck zusammen; bei gefühlten tropischen Temperaturen in der Wendlandhalle. Heiß war es dort; trotz Lüftens. Diskussionsfieber aber wollte keines aufkommen. Nicht eine einzige Wortmeldung registrierten Verwaltung und Bürgermeister Ludwig Maurer, der selbst ein wenig überrascht zu sein schien ob dieses verbalen Friedens.

„Alles paletti“ also am nordöstlichen Rand des Ebersberger Forstes? Die nackten Haushaltszahlen, von Maurer ziemlich uninspiriert vorgetragen, ließen womöglich diesen Schluss zu. Die Bevölkerung wächst langsam; von 3090 zum Jahreswechsel 13/14 auf 3160 ein Jahr später. Vielleicht sogar ein wenig zu langsam. Insbesondere, was Familien mit kleineren, schulpflichtigen Kindern angeht, wünschte man sich noch etwas mehr. Vom selbst erklärten Ziel, die eigene Grundschule zumindest zweizügig fahren zu können, ist man weit entfernt. Es gibt zurzeit nur eine erste und eine dritte Klasse. Im kommenden Schuljahr werden zwei vierte Klassen mit 33 Schülern das Haus verlassen und auch nur wieder eine erste Klasse mit wahrscheinlich 23 Kindern hinzukommen. Damit wird die Schülerzahl auf 94 sinken. Eine stabile Zweizügigkeit aber ist die Basis dafür, in Zukunft auch in Hohenlinden ein echtes Ganztagsangebot an die Schülerinnen und Schüler zu machen. Um das zu unterstützen, gebe es die Option, neue Baugebiete auszuweisen, was sich allerdings nach Maurers Worten als ein immer schwerer durchsetzbarer Weg erweise. Über Nachverdichtungen sei ebenso nachzudenken, so der Rathauschef.

Auf eine gewisse Stabilität deuten immerhin die präsentierten Zahlen hin, die andere Kinderbetreuungseinrichtungen betreffen. Zurzeit und im nächsten Jahre gibt es fast 100 Kiga-Plätze, über 20 Krippenplatzangebote und über 40 Plätze in der örtlichen Mittagsbetreuung. Jörg Domke

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eiserne Hochzeit mal anders: Gertraud (84) und Josef (88) Vodermeier aus Poing videotelefonieren via iPad
Dass sie 65 Jahre nach ihrer Hochzeit via iPad mit ihren Kindern und Enkelkindern chatten würden, hätten Gertraud (84) und Josef (88) Vodermaier damals wohl nicht …
Eiserne Hochzeit mal anders: Gertraud (84) und Josef (88) Vodermeier aus Poing videotelefonieren via iPad
Der vergessene Flugzeugabsturz von Dichau: Familie mit Riesenglück
Vor 61 Jahren stürzte über Dichau spektakulär ein Aufklärungsflugzeug der Bundeswehr ab. Damals kam niemand zu Schaden – was an ein Wunder grenzt und der Grund sein …
Der vergessene Flugzeugabsturz von Dichau: Familie mit Riesenglück
Partys und laute Musik: See in Oberbayern wird zum Problem-Ort - Polizei erntet nur Gelächter
Ein See in Oberbayern entwickelt sich abends und nachts zum Problem: Es kommt zu Partys mit Ruhestörungen. Polizei und Gemeinde reagieren nun.
Partys und laute Musik: See in Oberbayern wird zum Problem-Ort - Polizei erntet nur Gelächter
Poinger Bedenken gegen Parsdorfer Batterien
Die Bedenken aus Poing gegenüber dem Nachbarn Vaterstetten. Es geht um Pläne einer Pilotanlage zur Zellfertigung von BMW-Batterien im Gewerbegebiet Parsdorf.
Poinger Bedenken gegen Parsdorfer Batterien

Kommentare