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Theresia Stanner (Mitte) sagt: „S’Alter kriagst ned gschenkt, des muaßt  derlebn.“ Mit auf dem Bild: Hohenlindens Bürgermeister Ludwig Maurer und stellvertretende Landrätin Waldtraut Gruber.

Jeder kennt sie als Resi vom Steutzger Wirt

Ein Leben für das Wirtshaus

Fast jeder in Hohenlinden kennt sie, die Resi vom ehemaligen Steutzger Wirt. Und das, obwohl sie vor 22 Jahren aufhörte, als Wirtin, mit 68 Jahren.

Hohenlinden –  Vergessen wird Theresia Stanner diese Zeit als Wirtin nie, auch heute mit 90 Jahren nicht.

Ein bisserl wehmütig blickt sie zurück: 30 Jahre führte sie das Wildbräu-Wirtshaus in Hohenlinden.

In den Jahrzehnten wurde das Gasthaus nicht nur Theresia Stanners zweites Zuhause, sondern auch jenes für zahlreiche Vereine, Schafkopfrunden und für Jung und Alt, die dort beim Bier politisieren oder einfach gut bürgerlich essen wollten. „Es war ein schöne Zeit, wenn auch sehr anstrengend“, sagt Theresia Stanner.

Es habe Zeiten gegeben, da sei sie um acht Uhr früh in die Küche, habe das Essen vorbereitet, und sei am nächsten Tag um drei Uhr früh erst wieder aus dem Wirtshaus raus. An ihrem 90. Geburtstag im August kann sie darüber schmunzeln; die Kartler, die Biertrinker, die Sportler, die Kegler – mit allen sei sie meistens mehr als gut ausgekommen. Sonst hätte sie es nicht so lange gemacht.

Dass sie Wirtin wurde, war eine Glanzleistung der Politik, wenn man so will. Weil die alte Wirtin vom Steutzger-Gasthaus in den 1960er Jahren gestorben war, es keinen Nachfolger gab und Theresia Stanner damals dort in der Küche schaffte, bettelten der damalige Ebersberger Landrat und der Bürgermeister von Hohenlinden, sie möge doch das Wirtshaus weiterführen. Es war mehr als ein Wirtshaus, es war ein Bürgerhaus, ein Ort, an dem politisches und kulturelles Leben stattfand, meinten die Politiker.

Stanner sagte ja, gemeinsam mit ihrem Mann Josef wollte sie „fünf Jahre machen“. Doch es gefiel ihr, es „war mein Leben“. Auch nach dem Tod ihres Mannes 1985 machte sie weiter, ihr Sohn, der einzige, half immer wieder als gelernter Koch aus. Der Steutzger Wirt wurde zur Institution im Landkreis, auch kulinarisch.

Was die 90-Jährige alles im Wirtshaus erlebt habe, müsste sie eigentlich in einem Buch zusammentragen, sagt ihr Sohn Josef. „Vielleicht sollte ich das wirklich machen“, sagt sie und lacht. Sie fühle sich noch sehr fit, fahre gerne Rad und ratsche gerne mit den Menschen. Die meisten kennen sie: als Resi vom Steutzger Wirt.

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