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Da riecht’s wie Hallenbad: Hohenlindner Trinkwasser wird gechlort

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Von: Friedbert Holz

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Aushänge informieren über das Abkochgebot.
Aushänge informieren über das Abkochgebot. © dz

Es zieht sich schon über Wochen hin, jetzt wird das Hohenlindener Trinkwasser gechlort, um Koli-Keime abzutöten.

Hohenlinden – Seit einigen Wochen ist, wie mehrfach berichtet, das Trinkwasser der Gemeinde mit Koli-Bakterien verunreinigt. Als Betreiber der Wasserversorgung hatte die Gemeindeverwaltung sofort eine Ursachenforschung eingeleitet, bislang noch ohne schlüssiges Ergebnis. Nun wurde der betroffene Brunnen im Ebersberger Forst vom Netz genommen, die Gemeinde erhält ihr Wasser derzeit vom Notverbund der Mittbachgruppe – und es wird Chlor beigesetzt.

Chlorzusatz wird genau berechnet

„Am Wasserhochbehälter bei Mittbach ist eine so genannte Impfstation installiert worden, die ganz automatisch, exakt berechnet nach Liter Wasser pro Sekunde, eine geringe Menge Chlor injiziert, ähnlich einer Impfung“, erklärt auf Anfrage Robert Weinhart, Mitarbeiter im Technischen Bauamt der Gemeinde. Dabei darf die eingespritzte Menge 0,1 Milligramm/Sekunde nicht unterschreiten, aber auch nicht einen Maximalwert von 0,3 Milligramm Chlor.

Diese Chlorung soll nun mindestens vier bis fünf Wochen so laufen. Dabei muss das Chlor, ein aus Schwimmbädern bekanntes Desinfektionsmittel, bei jedem Trinkwasser-Endverbraucher konstant nachgewiesen werden, um die bisherige Abkoch-Verfügung aufheben zu können. „Dabei erfolgen von uns laufend Messungen, das gesamte Leitungsnetz der Gemeinde wird hier beprobt“, betont Experte Weinhart. Ganz unproblematisch erweist sich diese Maßnahme allerdings nicht, denn jetzt zur Urlaubszeit kann es sein, dass am so genannten Endpunkt einer Leitung gerade gar kein Wasser entnommen wird, es bleibt dort quasi stehen.

Während die Gemeinde ihr Leitungsnetz und die Hydranten spült, wird von einer Spezialfirma aus Buch am Erlbach auch der betroffene Brunnen komplett desinfiziert. Dazu müssen alle seine Teile ausgebaut und gereinigt werden. Diese Säuberung wird ebenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen, anschließend werden wieder Proben genommen, um den Zustand des Wassers festzustellen.

Vermutlich liegt‘s an einem Brunnen

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Verschmutzungs-Problem des Hohenlindener Trinkwassers mit dem Brunnen in direktem Zusammenhang steht, erscheint groß: Schließlich zeigen die Wasserproben der Nachbargemeinden Forstinning oder Anzing keinerlei negative Anzeichen, obwohl sie ihr Wasser aus dem gleichen Grundwassersee in 28 Metern Tiefe beziehen wie Hohenlinden.

Was den derzeitigen Chlor-Zusatz im Trinkwasser angeht, kann Robert Weinhart die Bürger der Gemeinde beruhigen: „Zwar kann es sein, dass unser Wasser momentan vielleicht etwas anders riecht. Es bestehen aber keinerlei Gesundheitsbedenken, schließlich wurde das verwendete Mittel vom Gesundheitsamt geprüft.“ Auf der Homepage wird die Gemeinde auch weiterhin über alle Folgeschritte informieren und hoffentlich bald wieder sauberes Trinkwasser aus dem Brunnen vermelden können.

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