Schlange vorm Eingang der „Wies´n Dahoam“: Viele Gäste haben eine Spende in einen alten Helm geworfen. Der Helm ist Freitagabend verschwunden.
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Schlange vorm Eingang der „Wies´n Dahoam“: Viele Gäste haben eine Spende in einen alten Helm geworfen. Der Helm ist Freitagabend verschwunden.

Erinnerungsstück verschwunden

Feuerwehr-Wiesn in Hohenlinden: Wer hat den Spendenhelm gestohlen?

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Das ist ein dreistes Ding: Bei der Feuerwehr-„Wiesn Dahoam“ in Hohenlinden hat offenbar jemand die Spendenbox in Form einen alten Helms mitgehen lassen. Doch die Feuerwehrler suchen nach dem Erinnerungsstück - und wenn es 20 Jahre Jahre dauert.

Hohenlinden – Die Hohenlindener „Wies’n Dahoam“ stand dieses Jahr unter keinem guten Stern. Nicht nur, dass es fast durchgehend regnete, sondern weil obendrein offenbar ein Unbekannter den Spendenhelm der Freiwilligen Feuerwehr Hohenlinden gestohlen hat. Der Verein macht sich nun wütend auf die Suche nach dem Dieb.

Der rote Plastikhelm, mit Schlitz und Schriftzug der Freiwilligen Feuerwehr, stand am Eingang des Volksfestes. Dort gab es wegen der pandemiebedingten 3G-Regel ein Testangebot für Besucher ohne mitgeführten Nachweis. „Die Tests kosten uns an sich nicht viel, aber wenn sich einer dennoch erkenntlich zeigen wollte, konnte er in den Helm eine Spende reinschmeißen“, erklärt Anton Speckmaier, der erste Vorstand der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.

Das ging am vergangenen Donnerstag, dem Eröffnungstag, auch noch gut. Am Freitagabend, als Speckmaier gegen 23 Uhr nachsehen wollte, war der Helm auf einmal weg. Und das, obwohl mehrere Sicherheitsmänner danebenstanden: „Am Eingang waren Securitys, die mit dem Testen der Besucher und den Einlasskontrollen beschäftigt waren. Hinter deren Rücken wurde der Helm entwendet“, sagt Speckmaier. Die Dreistigkeit des Diebes erzürne ihn dabei besonders.

Beute war mit 20 Euro nicht besonders groß

Großen Profit dürfte der Unbekannte mit seiner Beute nicht gemacht haben: Da die Box regelmäßig geleert wurde, sollte zu jenem Zeitpunkt nur wenig Bargeld darin gewesen sein. Der Vorstand schätzt auf rund 20 Euro Inhalt. „Es geht mir hier auch nicht um das Geld; dieser Helm ist ein Unikum, das bestimmt seit 30 bis 40 Jahren die Freiwillige Feuerwehr begleitet hat“, erklärt Speckmaier. Die Polizei hat der Verein noch nicht eingeschaltet. Stattdessen versucht es die Feuerwehr zunächst über einen Aufruf auf ihren Social-Media-Kanälen, wie etwa auf Facebook. Dort will der Verein zunächst dem Dieb ins Gewissen reden. „Wir fragen uns: Hat es die Gesellschaft so notwendig, dass man einen Spendenhelm, in dem noch nicht mal viel drin war, mitnehmen muss?“, heißt es dort. Speckmaier hofft, dass sich auf den Post jemand melde oder der Dieb wenigstens die Tat überdenkt: „Wir setzen jetzt zunächst einmal auf das Gute in den Bürgern“, so der Vorstand.

Wenn der Helm als Trophäe ausgestellt wird, gibt‘s Ärger

Gleichzeitig warnt die Feuerwehr andere Vereine und Gruppierungen, die hinter dem Diebstahl stecken könnten Sie sollten sich ja nicht erdreisten und den Helm als Trophäe in ihrem Stüberl ausstellen. Denn die Hohenlindener werden „ihre Augen offen halten.“ Der Verein gibt in seinem Aufruf dem Unbekannten die Möglichkeit, die Spendenbox beim Hohenlindener Rathaus oder direkt bei der Feuerwehr anonym abzulegen. Wie gut die Chancen dafür stehen, sei laut Speckmaier schwer vorherzusagen. Doch freuen würde es ihn auf alle Fälle, wenn das Problem so aus der Welt geschafft werden könnte, erklärt er.

Sollte der Helm nicht von selbst wieder zurück kommen, so wird sich der Verein auf die Suche begeben. Denn Aufgeben ist für die Feuerwehr keine Option: „Und wenn es die nächsten zehn bis 20 Jahre dauert, wir werden diesen Helm aufstöbern.“

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