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Der alte Siloturm in der Mühlenstraße in Höhenlinden.

Hohenlinden diskutiert über Mühlenturm

Protest gegen Mobilfunk geht ins Leere

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Die Mobilfunkantennen auf dem Mühlenturm in Hohenlinden lassen die Emotionen wieder einmal hochkochen. Doch der Turm hat Bestandsschutz.

Hohenlinden – Ein Bürgerantrag aus vergangenen Zeiten, ja sogar eine womöglich noch immer drohende Bürgerinitiative, dazu aktueller Unmut aus unmittelbarer Nachbarschaft: Bürgermeister Ludwig Maurer ahnte wohl schon im Vorfeld, dass die Mobilfunkantennen auf dem sogenannten Mühlenturm in der Mühlenstraße die Emotionen wieder hochkochen lassen könnten. Jene Antennen, die quasi den gesamten Hauptort mit Mobilfunk versorgen.

Jetzt stand das Thema im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung: „Erweiterung einer Mobilfunkanlage“ hieß es offiziell. Eine nicht ganz richtige Formulierung, denn bei nüchterner Betrachtung ging es „lediglich“ um eine turnusmäßige und anzeigepflichtige technische Umrüstung bzw. Modernisierung bestehender Antennen (aus vier wurden außerdem drei) und – im Hintergrund – um eine Verlängerung entsprechender privatrechtlicher Verträge zwischen dem Turm-Eigentümer und Mobilfunkanbietern.

Der Funkturm hat Bestandsschutz

Schon vorweg versuchte Maurer, allen Diskutanten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das, worum es hier gehe, sei nichts, worüber der Rat zu befinden habe, betonte er. Zu deutsch: Der Funkturm hat Bestandsschutz. Die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde lägen bei „Null“. Das Thema werde eigentlich im Plenum nur öffentlich angesprochen, um möglichst viel Transparenz den Anwohnern gegenüber herzustellen. Schließlich sei es immer besser, man führe die Diskussion im Gemeinderat und nicht an den Stammtischen und auf der Straße.

Neumeier erntet Kopfschütteln

So wie erhofft lief das alles aber dann auch nicht ab. Dafür sorgte einmal mehr Ratsherr Josef Neumeier, dessen Auslassungen von einigen Kolleginnen und Kollegen im Plenum mit Kopfschütteln quittiert wurden. Oder, wie CSU-Mandatsträger Riedl sagte, als neuerliche Belege geringer Sachkenntnisse dienten.

Neumeier berief sich u.a. auf zurückliegende Absichtserklärungen des Eigentümers, über die im Rat zu früheren Zeiten schon mal gesprochen wurde. Maurer entgegnete, dass es keine Handhabe gebe, wenn sich dessen Pläne geändert hätten. Vier Netzbetreiber sind laut Maurer auf dem Mühlenturm vertreten, nach einer Fusion unlängst faktisch nur noch drei. Einer der Verträge sei bereits 2018 um fünf Jahre verlängert worden. Er verwies außerdem auf unabhängige Messungen. Die Strahlenbelastung sei demnach nicht nur deutlich unter den Grenzwerten anzusiedeln, sondern habe an der unteren Grenze des messbaren Toleranzbereiches gelegen. 

Einen alternativen Vorschlag machte CSU-Ratsherr Grabl. Die aktuelle Diskussion könne man, seine Idee, zum Anlass nehmen, über einen neuen Antennenstandort nachzudenken. Mit einem Mast, den ggf. die Gemeinde errichte. Der Haken: Fördermittel gibt es dafür nicht.

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