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Hohenlinden: Drei Windkraft-Standorte möglich

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Von: Friedbert Holz

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Man sieht ein Windrad und einen Strommasten.
Windenergie made in Hohenlinden? Bald machbar, wenn es nach ersten Untersuchungen geht. © Norbert Neetz / IMAGO

Die Debatte hat begonnen: Drei Windanlagen-Standorte sind in Hohenlinden möglich. Bürgermeister Maurer berichtete dem Gemeinderat, wo man bauen könnte.

Hohenlinden – Auch wenn sich während der jüngsten Sitzung im Saal des Wendlandhauses kaum ein Lüftchen regte: Bei der Diskussion ums Thema Windenergie kam plötzlich Bewegung im Gemeinderat auf. Immerhin standen dazu zwei Punkte auf der Tagesordnung: die Stellungnahme zur geänderten Landschaftsschutzverordnung im Ebersberger Forst sowie die Vorstellung der Windpotential-Analyse für die Gemeinde Hohenlinden.

Wie mehrfach berichtet, sind die Gemeinden im Landkreis aufgerufen, ihre Meinung kundzutun, was eine geänderte Landschaftsschutzverordnung angeht. Denn laut eines Bürgerentscheids hat sich eine knappe Mehrheit der Landkreisbürger für einen Windpark im Süden des Ebersberger Forsts ausgesprochen. Standorte für mögliche Windräder dort sind noch nicht fixiert, sämtliche Kriterien sind ebenfalls zu prüfen. Und so stimmte denn auch die Mehrheit des Gemeinderats für diese strategische Umweltprüfung.

Ein Fachbüro hat die ganze Gemeinde unter die Lupe genommen

Ganz anders beim zweiten Punkt, dem so genannten Energienutzungsplan für Hohenlinden. „Hier“, so Bürgermeister Ludwig Maurer, „hat eine neutrale Untersuchung durch ein Fachbüro ergeben, dass es in unserer Gemeinde theoretisch drei mögliche Gebiete gibt, an denen so viel Wind wehen könnte, damit dort der Bau von Windrädern sinnvoll sein könnte. Es handelt sich um Flächen bei Lindach an der B 12, nördlich von Kronacker sowie südlich der Gemeinde in einem Wald Richtung Steinhöring“.

„Diese Areale“, versuchte sich der Rathauschef gleich in Diplomatie, „haben ganz grundsätzlich ein Wind-Potential. Ob dort einmal Windräder stehen könnten, ist aber keinesfalls sicher.“ Denn zuvor sei mit den jeweiligen Anliegern zu reden, etwa über die Nähe zur Wohnbebauung. Maurer: „Wir wollen aber so bald wie möglich einen Dialog mit unserer Bürgerschaft dazu. Und selbstverständlich könnten, über die genannten Flächen hinaus weitere Plätze in Frage kommen, wenn etwa Privatleute ihren Grund zur Nutzung eines Windrades anbieten.“

Jedenfalls würden frühere Bedenken wegen der Nähe zu Flug-Sicherungsanlagen oder zu einer Wetter-Radarstation nicht mehr ins Feld geführt werden können, hierzu werde eine Bedenklichkeit als klein eingestuft.

Die Debatte hat begonnen

Reaktionen kamen prompt. So fragte etwa Alois Grabl (CSU) nach den Abstands-Vorgaben zu möglichen Windrädern, hinterfragte die Notwendigkeit solcher Maßnahmen am Ort. Dazu meinte Bürgermeister Maurer, dass laut zu erwartender Gesetzesregelung nun Gemeinden in die Lage versetzt würden, individuell über Abstandsregelungen zu befinden. Martin Huber (Die Bürgerlichen) ergänzte: „Falls der Freistaat in Gänze diese zwei Prozent nicht erfüllt, fällt auch die bisherige 10-H-Regelung. Und beim Wäldchen im Süden haben wir als Gemeinde sowieso keinen Einfluss, denn das ist privater Grund.“

Mit der Gegenstimme von Mechtild Maurer (ÜWH) wurde der Energienutzungsplan zur Kenntnis genommen, weitere Aussprachen dazu sind in den nächsten Sitzungen zu erwarten.

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