Kamerunschaf Bertl an der B12 bei Hohenlinden
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Bertl, das Kamerunschaf, bei einem Besuch an der B 12 bei Maithenbeth. Nun ist er wieder in Obhut.

Monatelang im Großhaager Forst unterwegs

Da ist er wieder: Bertl, das ausgebüxte Schaf, bei Hohenlinden eingefangen

Drei Monate lang spielte er Katz und Maus mit der Polizei. Kamerunschaf Schaf Bertl machte so lange den Großhaager Forst unsicher, bis es einer Tierfreundin gelang, den Bock einzufangen.

  • Polizeieinsatz der besonderen Art
  • Schafbock irrt monatelang durch Großhaager Forst
  • Neue Heimat auf saftiger Wiese

Hohenlinden – Drei Monate lang wurde er „steckbrieflich“ gesucht: Bertl, der Kamerunschafbock, der im Großhaager Forst seine Freiheit auskostete. Jetzt ist Schluss mit dem Strawanzen. Ob es ihn freut? Die Polizei im benachbarten Haag glaubt: Ja, denn Bertl ist wieder mit seinem Kumpel Seppi vereint.

Letzterer war gemeinsam mit Bertl Ende Juni vermutlich im Haager Forst ausgesetzt worden. Seppi hatte sich als Freigänger nicht so geschickt angestellt und war schon früh „in Gewahrsam“ genommen worden. Nicht so Bertl: Immer wenn ihn jemand sichtete – oft auf oder am Rande der viel befahrenen Bundesstraße 12 – verschwand der Bock im Dickicht und ward nicht mehr gesehen.

Schlimme Gefahr für Autofahrer

Haager Polizisten gingen auf die Pirsch. Eigentlich gönnte ihm jeder seine Freiheit, doch der Kamerunschafbock hat mehr Gewicht als ein Reh und ist eine Gefahr für Autofahrer, wenn er urplötzlich auf der Straße steht. Deshalb gingen Beamte der Polizeistation Haag immer wieder auf die intensive Suche. Mehrfach gab es lange Verfolgungstouren durch das Dickicht, einmal bis nach Hohenlinden. Drei Stunden lang hetzten Polizeihauptkommissar Otto Trautmannsberger und Kollegen bei Dauerregen hinter dem Freigänger auf vier Beinen her. Sogar Tierarzt Dr. Christian Brüser-Pieper legte sich auf die Lauer, um den Schafbock zu betäuben. Mehrfach gelang es sogar, einen Schuss zu setzen.

Doch Bertl verlangsamte zwar ein wenig das Tempo seiner Sprints durch Wald und Wiese - schüttelte die Polizisten und den Tierarzt trotzdem immer wieder ab.

Dass es nun gelungen ist, den Kamerunschafbock im Forst südlich der B 12 einzufangen, ist nach Angaben von Trautmannsberger einer engagierten Maitenbetherin zu verdanken, „die sich um die Ingewahrsamnahme des vierbeinigen Freigängers intensiv gekümmert hat“, wie er mitteilt. Die Tierfreundin hatte in den vergangenen Wochen mehrfach versucht, Bertl mit Kraftfutter anzulocken. Das gelang auch wiederholt, dem Schafbock schmeckte es. Nur immer dann, wenn er „festgenommen“ werde sollte, büxte er aus.

Neue Heimat im Landkreis Rosenheim

„Wanted, but only alive!“, gab die Polizei Haag schließlich als Fahndungsziel aus - mit Erfolg, wie sich am Freitag zeigte. Bertl ließ sich doch einfangen - übrigens ganz ohne Polizeieinsatz.

Er ist jetzt auf der Weide eines Tierhalters im Landkreis Rosenheim wieder mit seinem Kumpel Seppi vereint worden. Beide wurden vermutlich von einem noch unbekannten Halter ausgesetzt. Ihre richtigen Namen sind unbekannt. Kinder hatten sie Seppi und Bertl getauft, so gingen die beiden auch ein in die Haager Polizeiakten.

Heike Duczek

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