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Fast fertig ist das neue Pfarrheim in Hohenlinden. Ende August könnte der Betrieb starten – aber es gibt Ärger um die Finanzierung der Innenmöbilierung. 

Neues Pfarrheim

Kirche will eigene Büros nicht bezahlen

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Kein Witz: Die katholische Kirche will die Möbel fürs eigene Büro im neuen Pfarrheim Hohenlinden nicht bezahlen. Stattdessen hat sie den Gemeinderat um Zuschuss gebeten.

Hohenlinden – Eigentlich ein Routinetermin: In Verhinderung von Pfarrer Christoph Stürzer war es Kirchenpfleger Josef Gallenberger, der am Montag im Hohenlindener Gemeinderat einen Antrag mündlich vortrug, den die kommunale Verwaltung und die Ratsmitglieder bereits schriftlich vor sich liegen hatten. Inhaltlich ging und geht es um die Bitte des katholischen Pfarrverbands Tading, zu dem die Gemeinde St. Josef Hohenlinden seit vielen Jahren gehört, für die Inneneinrichtung des neuen Hohenlindener Pfarrheims einen kommunalen Zuschuss zu erhalten.

Ein konkreter Betrag wurde nicht ausdrücklich genannt. Wohl aber gab Gallenberger bekannt, dass man nach einer vorsichtigen internen Schätzung mit Kosten von rund 90.000 Euro insgesamt ausgehen müsse. Das alte Mobiliar aus dem inzwischen längst abgerissenen Pfarrheim sei nicht mehr zu gebrauchen, fügte der Preisendorfer an. Eine wohl ziemlich unstrittige Feststellung in diesem Zusammenhang.

Doch nun pressiert es ein wenig, denn Ende August/Anfang September soll die neue Heimat der Hohenlindener Katholiken zwischen Schule und Rathaus in Betrieb gehen. Und dazu sind natürlich Möbel nötig: Im Saal, im Jugendraum und in den Büroräumen des künftigen Pfarramts.

Die katholische Gemeinde St. Josef sei vonseiten des Ordinariats aufgefordert worden, die Finanzierung dieses Interieurs selbst in die Hand zu nehmen; etwa durch Konzerte, diverse Veranstaltungen und Spendenaufrufe, berichtete Gallenberger am Montag in der Gemeinderatssitzung. Der Kirchenpfleger machte keinen Hehl daraus, dass sich die Begeisterung, Spenden bittend durch den Ort zu ziehen, in der Pfarrei in Grenzen halte.

Dass sich das Erzbischöfliche Ordinariat hier offenbar kategorisch heraushalten will, erzeugte ziemlich schnell und deutlich Unverständnis im Sitzungssaal. Dazu kam, dass einige Gemeinderatsmitglieder zuletzt wohl den Eindruck hatten gewinnen müssen, dass bei der Konzeptionierung des Heims Interessen der örtlichen Pfadfinder zu kurz gekommen sein könnten. Hier forderten einige entsprechende Berücksichtigungen bei dem noch ausstehenden Raumnutzungskonzept.

Einen ersten Vorstoß, einen etwaigen Zuschuss an Bedingungen zu knüpfen, macht Mechtild Maurer (ÜWH). Es müsse darum gehen, ein Zeichen in Richtung Ordinariat zu setzen, sagte die 55-Jährige. Der kommunale Zuschuss solle nach ihrer Idee nur eingesetzt werden, um Möbel zu kaufen, die der Allgemeinheit zu Gute kämen. Nicht aber Büroinventar – dies sei Sache des Arbeitgebers, also der Kirche. Andere schlossen sich an, etwa Alois Grabl (CSU). Am Ende sprach man sich dafür aus, etwas mehr als die Hälfte der vermuteten Gesamtkosten, in diesem Fall 50.000 Euro, an Zuschuss der Kirche zu überweisen.

Im Rahmen eines zweiten Antrags bewilligte das Plenum schließlich auch noch einen Zuschuss über 2000 Euro für den Kita-Verbund Tading – zur Mitbeteiligung an den Kosten für den Erwerb eines Sandkastenturms im katholischen Kindergarten in Hohenlinden.

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