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Ludwig Maurer will‘s noch einmal wissen

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Von: Jörg Domke

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Ludwig Maurer hat nichts gegen eine fünfte Amtszeit als Hohenlindener Bürgermeister. © sro

Jetzt strebt er seine 5. Amtszeit an: Wenn die ÜWH ihn noch einmal nominiert, würde Hohenlindens Bürgermeister Ludwig Maurer noch einmal zur Wahl antreten.

Hohenlinden Ein kurzes Pläuschchen mit einer Passantin mit Hund vor dem Rathaus, in der einen Hand ein kleiner Stapel Akten. Man wünscht sich, nachdem alles besprochen ist, was auf dem Herzen liegt, einen guten Tag. Und schwuppdiwupp ist Ludwig Maurer im Rathaus verschwunden. Es ist kurz vor 10 Uhr. Traditionell die Uhrzeit, zu der der Erste Bürgermeister Hohenlindens werktags seinen (ehrenamtlichen) Dienst beginnt. Dass er zuvor noch zu Besuch war bei einer älteren Familie im Außenbereich, die sich Sorgen macht, der weißen Pracht nicht Herr zu werden, gehört irgendwie auch noch zum Alltag Maurers dazu. Die Visite vor Ort erwähnt der Rathauschef aber nur am Rande.

Die Winterjacke ist noch nicht einmal ganz ausgezogen, da klingelt es bereits am Handy. Es geht darum, wann wer wie den Kirchplatz vom Schnee räumt. Maurer und sein Gesprächspartner finden eine schnelle, gangbare Lösung.

Und noch mal dreht sich an diesem Morgen alles um die weiße Pracht. Man sei gerade dabei, den Schnee aus den Ort zu fahren auf eine Fläche neben dem Sportplatz. „Damit alles richtig läuft“, sagt er. Und fügt an: „Je mehr rauskommt, umso lieber“.

Das alles ist typischer Bürgermeisteralltag in Hohenlinden. Und etwas, was Maurer, inzwischen 61, seit 1996 zu seinem beruflichen Elixier gemacht zu haben scheint. Gewählt ist er bis 2020. Aber danach ist noch lange nicht Schluss. „Ich habe mir in den letzten Wochen dazu viele Gedanken gemacht“, sagt der gelernte Maschinenschlosser. Welche, das will er an diesem Vormittag der EZ berichten.

Sein Fazit: Es sei noch so viel Energie da, so viel Lust, dass er gerne im kommenden Jahr ein weiteres Mal kandidieren würde. Es wäre dann seine fünfte Amtszeit als Bürgermeister; plus zwei Perioden als Gemeinderat. Vorausgesetzt, dass ihn seine Gruppierung, die ÜWH, im Oktober auch nominiert. Und natürlich, dass er auch von den Wählerinnen und Wählern nochmals das Vertrauen bekommt.

Womöglich heißt die ÜWH dann nicht mehr ÜWH, sondern ÜWH/FW. Zumindest, was die Kommunalwahlliste angeht. Denn einen solchen Vorschlag hat die Vorstandschaft unlängst erarbeitet. Besprochen und beschlossen werden soll das alles im März bei der normalen Jahresversammlung. Hintergrund: Die Überparteilichen in Hohenlinden wollen dem Landesverband der Freien Wähler beitreten. Dass dabei auch eine Rolle spielt, auf eine Welle des Erfolges aufzuspringen, verhehlt Maurer nicht. Inhaltliche Nähe zu den Freien Wählern, seit ein paar Wochen immerhin erstmals in der direkten Regierungsverantwortung in München, seien schließlich aber immer schon vorhanden gewesen.

Hier und heute geht es jedoch ums Kommunale. Von mehreren Projekten spricht Maurer, die er gerne noch erledigt wissen wolle. Die Erweiterung der Sportanlage stehe schon bald auf der Tagesordnung im Rat, die Planungen würden gerade vorbereitet. Auch beim Ausbau der Kinderbetreuung sei jetzt Handlungsbedarf gegeben. Das Einheimischenprojekt in den Reuten III fällt dem Rathauschef ein, dazu die Schaffung neuer Entwicklungsmöglichkeiten für das heimische Gewerbe. Die Ortsmittengestaltung ist auch noch nicht abgeschlossen, der zweite Abschnitt zwischen Ebersberger und Münchner Straße brauche noch einen gewissen zeitlichen Vorlauf, heißt es.

Ganz wichtig: In Forstern entwickelt sich gerade ein Projekt zur Betreuung älterer Menschen samt Kurzzeitpflegeangebot. Etwas, wo sich Maurer mit seiner Gemeinde gerne anhängen möchte, wie es scheint.

Und von einer Vision ist dann auch noch die Rede: ein Ortsbus. Die vorhandenen Buslinien brächten zwar Hohenlindener Schulkinder von auswärts mittags wieder ins Dorf. Dann aber stünden sie am Gasthaus zur Post, an der Endhaltestelle, und müssten von den Eltern abgeholt werden zur Weiterfahrt in einen der Ortsteile. Hier den Bürgern ein Angebot zu schaffen und darüber hinaus die innerörtlichen, verkehrlichen Verbindungen zu stärken, das sei etwas, woran es zu arbeiten lohne, so Maurer.

Irgendwann will er endlich einmal auch genauer den Norden Deutschlands unter die Lupe nehmen, erzählt der baldige Opa fast beiläufig von seinen ganz privaten Wünschen. In sieben Jahren, also 2026, so scheint seine stille Hoffnung zu sein, werde dafür noch ausreichend Zeit sein. Als Exbürgermeister.

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