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Szene aus dem Film: Manfred Gantner (li.) mit seinem inzwischen verstorbenen Vater Lorenz.

Nachgefragt

Rasthaus B12 bei Hohenlinden: Nach dem Filmhit ist alles etwas anders

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„Gestorben wird im nächsten Leben“: Christian Lerchs Filmdoku über das Gasthaus B12 bei Hohenlinden hat seine Spuren hinterlassen. Wir haben uns dort umgeschaut.

Hohenlinden –Auf dem ersten Blick scheint alles wie immer. Auf dem großen Parkplatz neben dem Rasthaus an der B 12 bei Neupullach parkt noch der eine oder andere Truck. Es ist früh am Vormittag. Gleich geht’s weiter für den einen oder anderen Fernfahrer, der hier die Nacht verbrachte, während auf der Bundesstraße direkt nebenan schon die Lkw in Richtung Forstinning oder Passau rollen. Im Imbiss duftet es nach frischem Kaffee. Manfred Gantner bereitet alles vor für den neuen Tag. Mittags werden die ersten Imbiss-Besucher kommen wie jeden Tag.

Alles scheint wie immer. Und doch hat sich einiges verändert, seit vor gut einem Jahr der Film „B 12, gestorben wird im nächsten Leben“ von Christian Lerch auch in den Kinos lief. Lerch hatte mit seinem ganz eigenwilligen Portrait der Familie Gantner einen ganz anderen Heimatfilm geschaffen. Einen Film, der teils skurril, aber immer bewegend schildert, was so los ist in einer ganz normalen urbayerischen Familie oder in der Welt der Trucker, die allesamt auf ihre Weise Originale sind. Wie im richtigen Leben halt.

Gasthaus B12 - Heimatfilm auf andere Art

Der Film ist längst Kult. Dass man sich hier als Familie so weit öffentlich gemacht hat, hat Manfred Gantner nie bereut, sagt er; und schlürft an seinem Becher Bohnenkaffee. Im Gegenteil: Noch immer, so seine Schätzung, kämen in einer Woche fünf bis zehn Leut’ zu ihm, die irgendwie angelockt wurden durch den so ganz anderen Heimatfilm aus dem vergangenen Jahr. „Die wollen schauen, ob alles so stattgefunden hat wie im Film“, vermutet Gantner. Und die meisten fänden offenbar genau das vor, was sie sich erwartet hätten. Manfred Gantner spricht von vielen guten Gesprächen mit Gästen in den letzten Monaten.

Hier lesen Sie unseren Bericht zum Film

Jeder, sagt er, habe eine andere Meinung zum Film. Warum der Kinostreifen letztlich doch so erfolgreich geworden ist und sogar einige Fanklubs speziell in Niederbayern nach sich zog, auch darauf hat Gantner eine nachvollziehbare Antwort. Das, was gezeigt werde, sei das ganz normale Leben. Es gehe um Vater-Sohn-Beziehungen, um Beziehungen zwischen Jung und Alt, um das Thema Pflege. Damals um seinen Vater Lorenz, der am 18. Dezember vergangenen Jahres nach langer schwerer Krankheit starb. Also insgesamt um all die Alltagsprobleme, die jeder auch aus seiner eigenen Familie kennt. „Glück und Unglück, Spaß und Verdruss, Freud und Leid liegen eng beieinander. Und im B 12 noch ein bisschen enger“, heißt es auf der Homepage zum Film im Internet unter www.b12-film.de. Und genau das ist wohl das Erfolgsrezept der Lerch-Produktion.

Jeden Samstag Flohmarkt und am 25. August US-Car-Treffen am Gasthaus B12

Am kommenden Wochenende ist wieder der Teufel los in Neupullach. Am Samstag gibt es zunächst, wie jeden Samstag, ab 6 Uhr den großen B 12-Flohmarkt. Nicht zu vergessen, das auch an jedem ersten Sonntag nahe der Bundesstraße Trödel seinen Eigentümer hundertfach wechselt. Nächstmals übrigens am 1. September. Mehr dazu im Netz unter www.flohmarkt-B12.de. Und gleich am Tag darauf, also am Sonntag, 25. August, wird das Rasthaus ab 9 Uhr wieder zum Mekka der US-Car-Freunde aus der näheren und weiteren Umgebung. Mit Pokalen und Ehrungen ab ca. 15 Uhr für die eine oder andere Besonderheit, und natürlich mit Steckerlfisch, Rollbraten, Steaks oder Schnitzel aus dem vom Film berühmten Imbissstüberl. Für Kinder steht eine Hüpfburg zur Verfügung.

150 US-Cars werden erwartet

Das Treffen der Fans amerikanischer Schlitten findet übrigens, kleines Jubiläum, zum zehnten Mal statt. Gantner rechnet heuer mit 150 US-Fahrzeugen, also deutlich mehr als im vergangenen Jahr.

Und mit weiteren neuen Gästen, die einfach mal so kommen, um nachzuschauen, ob an der B 12 bei Neupullach alles so ist, wie es im Dokumentarfilm aus dem vergangenen Jahr geschildert worden war.

Auch Interessant: Der Hohenlindener Kutschen Max agiert ebenfalls gelegentlich in Filmen. 

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