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Buchautorin Saskia Stanner mit ihren Werken bei einem Besuch in der EZ-Redaktion in Ebersberg. 

Saskia Stanner (22) ist unter die Buchautoren gegangen

Bilder aus einer anderen Welt

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Saskia Stanner (22) aus Hohenlinden schreibt erfolgreich Fantasy-Romane mit Romantik-Faktor.

Hohenlinden – „Den neuen Lord in einer Vision zu sehen, wäre für eine Hexe wie Kristy ganz normal. Wenn diese ihn jedoch 400 Jahre in der Zukunft zeigt, stellt sich die Frage nach ihrem Sinn. Auf der Suche nach Antworten kommt Kristy dem Lord Jonathan of Devon immer näher. Schnell wird ihr bewusst, dass sie sich eigentlich von ihm fernhalten sollte, statt Gefühle für ihn zu entwickeln.“

Vielleicht mehr man schon gleich: Das hier verspricht spannend zu werden. Und das hier ist das, was in der Literatur Fantasy genannt wird. Zumal das Ganze auch noch im März 1645 spielt. Ganz korrekt beschrieben in der Fantasiewelt einer jungen Dame aus dem 21. Jahrhundert. Saskia Stanner heißt sie. Sie kommt aus Hohenlinden, studiert im sechsten Semester Medien- und Politikwissenschaften in Regensburg. Und schreibt, trotz Studiums und laufenden Prüfungen, schon seit ein paar Jahren Geschichten eben aus diesem grenzenlosen Reich der Fantasy.

Vieles davon ist bei Saskia Stanner zugleich verziert mit einem Hauch Romantik. Den um Liebe geht es oft in ihren Storys. Weshalb das, was die 22-Jährige so zu Papier bringt, besonders bei Mädchen und jungen Damen ganz beliebt zu sein scheint. So beliebt, dass die Studentin in den nächsten Wochen bereits ihr fünftes Buch auflegen wird. Dann geht es um „Excaliburs Vermächtnis“, um eine moderne Adaption der berühmten Artus-Sage.

Fortsetzung von Lieblingsbuch selbst geschrieben

Fantasy und Romance: Ein nicht gerade gewöhnliches Genre für eine blutjunge Autorin wie Saskia. Dass sie sich genau dieser Art Literatur widmet, hat gute Gründe. „Schon seit sie lesen konnte, war sie eine riesige Leseratte. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sie nicht mehr auf den nächsten Teil ihrer Lieblingsbuchreihe warten wollte, sondern stattdessen selbst eine kleine Fortsetzung schrieb“, steht auf der Internetseite der jungen Romanschreiberin.

Die Geschichte von Mari Mancusi mit dem Titel „Jungs zum Anbeißen“ war es, die die Hohenlindenerin einst so in den Bann zog. So sehr, dass sie nicht mehr warten wollte, bis die Autorin den Fortsetzungsroman fertiggeschrieben hatte. Was macht also eine infizierte Leserin? Sie setzt sich hin und schreibt die Fortsetzung selber. Freilich nur für den Hausgebrauch. Ihre Ideen damals sind bis heute lediglich auf der Festplatte ihres PCs zu finden. Andere haben sie nie gelesen.

Als Saskia dann jedoch durch Zufall, wie sie sagt, die Internetseite „Wattpad“ entdeckt, beginnt sie dort ihre eigenen Geschichten einem größeren Publikum kostenlos zur Verfügung zu stellen. Und dieses Publikum weckt förmlich einen neuen Drang in ihr. Plötzlich merkt die junge Autorin nämlich, dass es irgendwo da draußen andere gab und gibt, die mit ihren Fantasy-Geschichten etwas anfangen können.

Erstlingswerk im Dezember 2016 entstanden

Im Dezember 2016 kam das Erstlingswerk zur Welt. Ein kleiner Bremer Verlag hatte den Roman „Magica, Quelle der Macht“ möglich gemacht. Jenes Buch um die Hexe Kristy und Lord Jonathan. Mit „Magica, Delta der Macht“ folgte kurz darauf Buch Nummer zwei.

Es spielt im Juni 2015. Und darum geht’s: „Obwohl Ally eigentlich kein Interesse daran hat, ein übernatürliches Wesen zu werden, begleitet sie ihre beste Freundin zu einem Vampir-Informationstreffen. Dort trifft sie auf den Vampir Jonathan Westlake und hat sofort das Gefühl, ihn zu kennen. Dabei ist sie ihm noch nie begegnet.“

Als wäre das noch nicht genug, zeigen sich wenige Tage später Allys enorme Hexenkräfte. Sie ist die Wiedergeburt der Quelle der Macht und muss sich nun nicht nur mit Kristys Kräften, sondern auch mit ihren Erinnerungen und Gefühlen auseinandersetzen...

Ganz anders geht es im dritten Buch zu. „Ich habe mir vorgestellt, wie es wäre, wenn ich Urlaub am Gardasee machen würde“, erzählt die Autodidaktin bei einem Besuch in der EZ-Redaktion. Herausgekommen ist folgende Story: „Seit dem Mord an ihren Eltern ist Freiheit etwas, das Antonia nicht mehr kennt. Auf der Flucht vor der irischen Mafia muss sie eine neue Identität annehmen und nach Deutschland ziehen. Erst ihr Praktikum in einer Ferienanlage am Gardasee gibt ihr einen Funken der Freiheit wieder, die sie so schmerzlich vermisst – trotz der strengen Auflagen, die ihr das MI 6 zu ihrem Schutz auferlegt. Aber Liebe hält sich nicht an Regeln, und als Antonia dem Italiener Giovanni näherkommt, bereitet ihr nicht nur ihr Gewissen Sorge, sondern auch ihre gefährlichsten Feinde.“ Man merkt: An Ideen mangelt es der jungen Dame so wenig wie an Selbstbewusstsein.

Auf ihrer Homepage erzählt Saskia gleich mal, wie das so ist mit neuen Ideen beim Schreiben: „Ideen sind das tägliche Brot der Autoren. Es macht Spaß, sich eine neue Idee zu überlegen und in die Welt einzutauchen... Ein Song im Radio, ein kurzer Satz, sogar eine ganz normale Achterbahn kann eine neue Idee ins Spiel bringen. Und den Ideen ist es egal, ob man sie gerade gebrauchen kann. Sie tauchen einfach auf und nisten sich im Kopf ein.“ Manche Ideen bleiben dabei nicht lange, sagt die 22-jährige Teenagerin. Sie seien nur flüchtige Einfälle. Je genauer man darüber nachdenke, desto klarer werde einem aber, dass sie für eine Verwendung in einem Roman untauglich seien. Und dann gebe es auch die anderen Ideen. Die, die länger bestehen und sich auch in eine ganze Handlung einbauen ließen.

Entspannung in einer anderen Welt

Fleiß kommt bei alledem noch dazu. Aktiv Schreiben, das ist für die gebürtige Ebersbergerin nämlich nicht mehr und nicht weniger als eine Flucht zur Entspannung in eine andere Welt. Ein bis zwei Stunden pro Tag seien es, die so draufgingen am Computer.

Buch vier gibt es längst. „Entflammtes Erbe“ heißt es. Erschienen bei Hawkify Books. Und eine ganz andere Fantasiegeschichte. Im Klappentext heißt es: „Die Geschwister Joe und Lexi hatten ihre Zukunft genau geplant. Zum Studieren an die Westküste, weg von der Familie. Doch es kommt alles anders, ein grausamer Autounfall reißt Lexi aus dem Leben ihres Bruders. Zwei Jahre nach dem Tod seiner Schwester hat sich Joe’s Leben langsam wieder normalisiert.

Doch, als hätte er mit seiner Trauer nicht schon genug zu kämpfen, tauchen in Boston Menschen auf, die in Flammen aufgehen, ohne zu sterben, und versetzen die Bewohner in Angst und Schrecken... Was, wenn Lexi gar nicht gestorben ist, sondern auch zu einem Flammenmenschen wurde?“

Artus-Sage erscheint in ein paar Wochen

Die erwähnte moderne Artus-Sage erscheint übrigens in ein paar Wochen. Zunächst bei Amazon als E-Book. Und wenn dort 500 Exemplare verkauft sein werden, geht „Excaliburs Vermächtnis“ dann auch in den Druck.

Trotz so großer Produktivität will die 22-Jährige das Schreiben nicht zum Hauptberuf machen. Die Situation, schreiben zu müssen, ist nicht ihr Lebensziel. Ein Job in einer Fernsehredaktion wäre ihr da schon lieber. Getötete Eltern, verstorbene Geschwister, Hexenjäger, geheimnisvolle Lords, feuerresistente Gestalten – nein, Sorgen muss man sich im Umfeld der Romanautorin nicht machen. Ist ja schließlich alles „nur“ blühende Fantasie.

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