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Die Infrastrukur soll in Hohenlinden ans Wachstum angepasst werden.

Vision des 2. Bürgermeisters

Hohenlinden soll wachsen

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Eine offene und ehrliche Auseinandersetzung über die Frage, welchen Weg die Gemeinde in die Zukunft einschlagen will, hat 2. Bürgermeister Thomas Riedl in Hohenlinden anstoßen. Die Kollegen im Rat folgten ihm noch nicht. Noch.

Hohenlinden – Thomas Riedl ist lange genug im kommunalpolitischen Geschäft. Der 2. Bürgermeister der Gemeinde Hohenlinden weiß daher genau, dass zum Beispiel bei den einmal im Jahr gefassten Beschlüssen des Gemeinderates zu den geplanten Investitionen der Kommunen in den nächsten Jahren in der Regel mit Zahlen hantiert wird, die im besten Fall auf grobe Schätzungen beruhen. Heuer, so der CSU-Mandatsträger, sollte das mal anders sein. Als er und seine Kollegen unlängst den Etat der politischen Gemeinde erörterten und beschlossen (wir berichteten), war es Riedl, der mit Blick auf das Investitionsprogramm für die nächsten Jahre die Kollegen aufforderte, mindestens zwei Millionen Euro mehr einzusetzen als vorgeschlagen.

Seine Begründung: Auch in Hohenlinden, sei inzwischen ein enormer Siedlungsdruck zu spüren. Auf Dauer werde die Gemeinde diesem Druck nicht standhalten können. Weil Strukturpolitik inzwischen ganz gerne auf Nachverdichtungen setze und Hohenlinden hier einiges Potenzial besitze, sei ein Wachstum der Bevölkerung in den nächsten zwei bis drei Jahren um bis zu 300 Neubürger sehr wahrscheinlich.

Damit müsse zwangsweise auch die Infrastruktur angepasst werden. Heißt hier: Hohenlinden braucht einen neuen Kindergarten bzw. Erweiterungen. „Und darauf sollte man sich schon heute einstellen oder zumindest vorbereiten“, so seine Forderung.

Eine Entscheidung in diesem Sinne traf das Plenum unlängst nicht. Das von der Verwaltung berechnete Investitionsprogramm wurde unverändert bei einer Gegenstimme, Riedls, verabschiedet. Gleichwohl bleibt noch ein Antrag des CSU-Fraktionssprechers im Raume stehen. „Darüber wird noch zu entscheiden sein“, so der Vizebürgermeister.

Viele Gemeinden, sagt er, befänden sich zurzeit in einer ähnlichen Lage wie Hohenlinden. Und sie besäßen fast keine Steuerungs- bzw. nur minimale Mitsprachemöglichkeiten. In Hohenlinden müsse man sich nach seiner Einschätzung darauf einstellen, dass es auch außerhalb der von der Gemeinde initiierten Neubauprojekten (Reutten III) Bauvorhaben auch größeren Stils geben werde. Aktuellstes Beispiel und unlängst erst im Plenum behandelt ist die Planung, auf dem Steutzger-Areal bis zu 26 Wohnungen errichten zu wollen. In Hohenlinden gebe es weitere Flächen, auf denen derartige Vorhaben relativ einfach verwirklicht werden könnten, zumal das Baurecht dafür bestehe: etwa auf der Abtwiese, in der Ebersberger Straße oder im Kanzleiweg.

„Wie aber gehen wir damit um?“, fragt sich Riedl zurzeit. Und welche Auswirkungen haben ein paar hundert neue Bürger auf den Ort und auf den Dorfcharakter?

Einen weiteren Kindergarten hält Riedl für unverzichtbar. Die Schule hat nach dem Auszug der Teilhauptschule vor einigen Jahren räumlich wohl noch Kapazitäten genug, um die eine oder andere Klasse mehr verkraften zu können. Aber was ist mit dem Thema Verkehr? Riedl fordert daher, dass man endlich einmal ein kreisweites Konzept entwickelt und umsetzt.

Ein erster wichtiger Schritt bestehe darin, angesichts dieses Szenarios die Bürger früh ins Boot zu holen.

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