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Der graue Flippo (Mitte) und seine Freunde Django, Deria und Lama Elisha genießen die Zeit mit Daniela Schürger (li.) und Christine Pointner.

Wellness auf dem Land

Tierisches Vergnügen mit Lama und Alpaka

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Wandern mit Lama und Alpaka: Das ist jetzt auf dem Pointner-Hof in Kronacker bei Hohenlinden möglich. 

Hohenlinden – Flippo ist eindeutig der Star der Truppe. Mit seinem kuscheligen grauen Fell und den schwarzen Punkten hebt sich das Alpaka-Männchen von den anderen in der Herde schon gleich mal farblich ab. Außerdem ist Flippo einer von den Kleineren unter den 24 Tieren in der Gruppe, davon acht Lamas und 16 Alpakas. Seine 39 Kilo sieht man ihm, dem Einjährigen, nicht einmal an.

Was ihn aber so besonders macht, sind seine Unbekümmertheit und sein jugendlicher Charakter. Wenn Besuch kommt, wenn auf der Koppel mal was Außergewöhnliches passiert, wenn etwa Gäste da sind in Form von Menschen, wenn sich Fremdes dem Gehege direkt neben der Filialkirche St. Johannes in Kronacker nähert, dann ist Flippo gleich immer forsch dabei und in der Regel der, der in der ersten Reihe steht und genau wissen möchte, was da gerade abgeht.

So auch beim Ortstermin der Heimatzeitung auf dem Pointnerhof, wo Landwirt Leonhard Pointner seit 2009 Alpakas und Lamas aus reiner Freunde an den exotischen Tieren hält. Es scheint fast so, als wolle er, Flippo, in diesen Momenten genau sehen, was der Reporter da gerade in sein Notizblock kritzelt.

Drei Exemplare waren es damals zum Start mit den Alpakas und Lamas bei den Pointners: Diana und Martina und Qallas, das Lama. Man kann die beiden Arten kaum unterscheiden. Das Fell der Alpakas ist weicher, flauschiger. Lamas haben bananenförmige Ohren und sind zumeist etwas größer. Die drei sind übrigens auch heute noch bei Pointners daheim. „Die sind wie Familienangehörige“, sagt Christine Pointner.

Nach und nach ist die Herde deutlich größer geworden. Eingezogen ist mit der Zeit auch ein kleiner, aber dosierter kommerzieller Hintergrund. Seit in diesem Frühjahr Daniela Schürger und ihre Freundin Kristina Bielack professionell ins Alpaka- und Lama-Geschäft einstiegen, gibt es in Kronacker nämlich Führungen für Erwachsene, aber speziell auch für Kinder.

Im Rahmen des Ferienprogramms war der Hohenlindener Verein „Einer für alle, alle für einen“ dieser Tage schon zu Gast. Und auch sonst, außerhalb der schulfreien Zeit, kann man zum Beispiel für Kindergeburtstage oder Familienfeiern Events mit den Alpakas und Lamas aus dem Hohenlindener Ortsteil buchen.

Ideal, heißt es, wäre es, wenn die Buben und Mädchen sechs Jahre alt wären. Bei Jüngeren müsse und werde man dann ein besonderes Augenmerk auf das Geschehen werfen. Alleine an der Leine führen lässt man die Alpakas und Lamas, wenn die Kinder mindestens zwölf jahre alt sind und wenn sie den Eindruck hinterlassen, dass die jungen Leute dem Ganzen auch gewachsen sind. Alles Weitere dazu findet man übrigens auf der Homepage unter www.pointnerhof.de.

Buchen kann man zum Beispiel kleinere, etwa 45 Minuten lange Touren – oder größere Wanderungen, die auch mal eineinhalb Stunden dauern können. Richtung Mittbach geht es dann zum Beispiel. Und durch den Wald, der den Pointners auch gehört.

Für die Kinder, sagt Daniela Schürger, sei das immer ein besonderes Erlebnis. Viele, berichtet die 37-Jährige, hätten inzwischen kaum oder gar keinen Kontakt zu Tieren. Die genügsamen Alpakas und Lamas sind da ganz gut geeignete Wesen, um sozusagen eine Brücke zu schlagen Zwischen Tier und Mensch.

Gerne besucht wird auch ein Trick-Parcours hinter dem Hof, wo die Tiere wie auf einem Spielplatz im Beisein der Kinder, aber stets auch der Fachleute, trainieren bzw. trainiert werden. Sogar eine Wippe für Alpakas gibt es. Klar, dass auch hier Flippo meist in der ersten Reihe steht. Deshalb ist er so beliebt bei den Besuchern.

Daniela Schürger und Kristina Bielack machen sich dabei die riesige Neugier zu nutze, die diesen südamerikanischen Tiere zu eigen ist. Nur reiten kann man nicht auf ihnen. Was viele der Kunden ein wenig bedauern, dann aber auch schnell verstehen und akzeptieren. „Die Wirbelsäulen sind dafür einfach nicht gebaut“, erklärt Daniela Schürger, die eigentlich aus der Arbeit mit Pferden und Ponys kommt und sich vor einiger Zeit ein neues, anderes Standbein suchte.

Bei der Suche nach Alpakas, die sie für einen eigenen Betrieb erwerben wollte, war sie auf die Pointners aufmerksam geworden. Die hatten der gelernten Ergotherapeutin aber ziemlich schnell klargemacht, dass man an einen Verkauf der ans Herz gewachsenen Lamas und Alpakas nicht im Geringsten denke.

So kam aber eine Zusammenarbeit zustande, die heuer begann und nun nach und nach ausgebaut werden soll. Bislang hat man nämlich bis auf ein paar Hinweise auf der Homepage und auf sozialen Medien sowie über Flugblätter noch keine große Reklame für die Alpaka-und Lama-Events auf dem Pointnerhof betrieben.

Kinder waren aber schon vielfach da. Und auch Erwachsene. Auffällig war, dass immer wieder dem kleinen Flippo die Herzen zuflogen. „Auch die Männer wollten ihn“, hat Daniela Schürger beobachtet. Und sich auch keinen Reim darauf machen können, worin genau die Anziehungskraft des kleinen, forschen Gesellen liegen könnte.

Stets gibt es vor den ersten Kontakten zu den Tieren eine Einführung und Schulung für die Gäste auf einem Holz-Lama. „Wir erklären das Handling und vieles mehr“, sagt die Alpaka-Expertin. Dass die anderen Alpakas wie Django, Beiname „der Hübsche“, der bei den Frauen besonders beliebt sein soll, Deria oder Martina oder die Lamas Elisha oder Qallas gar eifersüchtig auf Flippo sein könnten, ist wohl auszuschließen, auch wenn die Tiere als sehr sensibel gelten.

Und nachtragend. Sie mit erhobener Stimme anzusprechen, sagt die Fachfrau, bringe nichts.Kinder, die mit den Lamas und Alpakas besonders geschickt umgehen können, bekommen als Belohnung auch noch einen entsprechenden Führerschein.

Auch typische Produkte kann man inzwischen bei den Pointers kaufen; zum Beispiel allergikerfreundliche Decken, Seife oder Wolle/Strickgarn. Denn dass das Fell regelmäßig geschoren werden muss, gehört zur Pflege der Tiere zwingend dazu; gerade in unseren gemäßigten, bisweilen heuer sogar heißen Breiten.

Internet

www.pointnerhof.de.

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