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Was die Verkehrssicherheit angeht, so hat sich das Blitzen in Hohenlinden gelohnt. Rein finanziell gibt es jedoch ein leichtes Defizit.  

Kommunale Finanzen

Hohenlinden:  Verkehrsüberwachung leicht im Defizit

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Normalerweise sollte Verkehrsüberwachung Geld in die Gemeindekasse spülen, meint man. Dass es auch anders gehen kann, zeigt die Gemeinde Hohenlinden.

Hohenlinden – Bislang war die kommunale Verkehrsüberwachung in der Gemeinde Hohenlinden stets etwas, was nach Gegenrechnung der Einnahmen und Kosten aus Sicht des Kämmerers ein Plus abwarf. Beispiel 2018: Einnahmen von 58 084 Euro standen Ausgaben von 56 175 Euro gegenüber. Unter dem Strich ergab das ein Plus von 1909 Euro. Das Beispiel 2019 sah dagegen ganz anders aus: Eingenommen wurden 76 181 Euro, gekostet hat das Ganze aber 77 993 Euro. Per Saldo machte das ein Defizit von 1811 Euro.

Defizit hat mehrere Gründe

Bürgermeister Ludwig Maurer erklärte im Gemeinderat, dass es mehrere Gründe für diese finanzielle Delle gebe. Punkt eins: Bei der Vergütung wurde von einem Betrag pro Verstoß auf eine Berechnung nach tatsächlich geleisteter Arbeitszeit umgestellt. Der zweite, gar nicht mal negative Grund: Aufgrund der stetig sinkenden Verstöße habe sich in den letzten 15 Jahren ein positiver Effekt der kommunalen Verkehrsüberwachung gezeigt. Allerdings sei dadurch das Risiko eines möglichen Defizits von der Überwachungsfirma auf die politische Gemeinde übergegangen, so Rathauschef Maurer im Plenum. Zu 2019 hieß es aber deutlich auch, dass die Anzahl der Verstöße nicht gesunken, sondern sogar angestiegen sei.

Minus in der Kasse keine große Überraschung

Das nun bestätigte Defizit für 2019 sei jedoch nicht überraschend gekommen, sondern war erwartet worden, so der Rathauschef weiter. Maurer: „Neben dem finanziellen Aspekt sollte bei der Beurteilung des weiteren Vorgehens auch der große Nutzen aus der Verkehrsüberwachung betrachtet werden.“ Die Zahlen zeigten, dass sich die Verkehrssituation insgesamt stark beruhigt habe. Durch die inzwischen verlängerte Autobahn und den deutlich geringeren Verkehr auf der B 12 werde sich dieser Trend noch weiter verstärken.

Messungen zeigen Erfolg: Es wird langsamer gefahren

Jährlich werden in Hohenlinden nach Angaben der Gemeinde zwischen 100 und 140 Messungen durchgeführt, 2018 waren es 124. Dabei wurden 52 895 Fahrzeuge an den Messstellen registriert. Bei 2619 lagen Verstöße vor. Zuletzt gab es eine Beanstandungsquote von 4,95 Prozent. Ganz zu Anfang, 2004 bzw. 2006, lag die Quote noch bei über 12 Prozent. Zahlen, so die Gemeinde, die belegen, dass das Verkehrsaufkommen durch den Ort Jahr für Jahr gesunken ist und sich die Tempodelikte rapide reduzierten.

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