Ist Meghans Baby schon da? Krankenwagen steht vor Harrys und Meghans Anwesen

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Das 1250 Jahre altes Gotteshaus in Kronacker ist eingerüstet.

Unerwartete Schwierigkeiten bei Kirchenrenovierung

Blei- und Quecksilber auf Dach in gutem Glauben eingesetzt

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Ein Container direkt neben dem Gotteshaus, dazu das permanente Geräusch wie von einem überdimensionalen Staubsauger erzeugt: Hier wird gearbeitet.

Hohenlinden – Man ahnt schon von Weitem, dass in der katholischen Filialkirche im Hohenlindener Ortsteil Kronacker, immerhin weit und breit die älteste Kirche überhaupt, geschäftiges Treiben herrschen muss; hier speziell handwerkliches, geschäftiges Treiben.

Stetiger Verfall

Das war nicht immer so. Jahrzehntelang bemühten sich verschiedene Vertreter der Kirchengemeinde St. Josef Hohenlinden darum, dass der stetig anhaltende Verfall des Gotteshauses gestoppt werden würde. Es hat lange gedauert, bis man auch in den zuständlichen Stellen im Erzbischöflichen Ordinariat zu der gleichen Auffassung gekommen war wie in Hohenlinden bzw. speziell in Kronacker.

Seit Februar 2018 laufen nunmehr die Sanierungsmaßnahmen, die nicht mehr und nicht weniger zum Ziel haben, den endgültigen Verfall zu verhindern. Eingebaut wurde zunächst eine vollautomatische Lüftung, die seither Fenster öffnet oder schließt, je nachdem, was gerade aufgrund des vorherrschenden Raumklimas notwendig ist. „Das hat schon was gebracht“, sagt Kirchenpfleger Josef Gallenberger zufrieden. War aber nur der Anfang.

Spezialfirmen sichern Fundament

Inzwischen ist die kleine Kirche weitgehend ausgeräumt. Die Priesterkleider sind sicher verwahrt, die sakralen Gegenstände in Hohenlinden eingelagert, die Altarwäsche ebenfalls. Seit ein paar Tagen sind Fachleute von zwei Spezialfirmen damit beschäftigt, drei wesentliche Aufgaben zu erledigen: Das Fundament zu verbessern, den Turm mit Beton zu verfestigen und den Dachstuhl zu reinigen.

Chemische Substanzen

Besonders Letzteres erweist sich aber als eine Herkulesaufgabe. Ein Gutachten, das im Frühjahr 2018 angefertigt wurde und der kirchlichen Gemeinde bereits seit ein paar Monaten vorliegt, weist Vorkommnisse von Blei, Quecksilber und weiterer chemischer Substanzen nach. Stoffe, so Gallenberger, die man früher im guten Glauben einsetzte. Sie waren nämlich Inhaltsstoffe von Holzschutzmitteln, die man auf dem Dach in unbekannter Menge ausbrachte.

Betreten verboten

Zurzeit ist das Betreten dieses Bereiches absolut untersagt. Lediglich die Fachleute arbeiten dort nach einem strengen arbeitsschutzrechtlichen Plan in Vollschutz, um den Dachstuhl auszubürsten und abzusaugen. Der vor der Kirche aufgestellte Container dient zur Dekontaminierung ihrer Schutzkleidung sowie zur besonderen Körperreinigung nach den Arbeitseinsätzen.

Der Mesnerin wird mulmig

Seit Jahrzehnten stützt ein Holzgerüst den historischen Chorbogen.

Wenn Mesnerin Gertraud Oskar so etwas hört, wird ihr sichtlich etwas mulmig. Sie kann sich noch ganz gut erinnern, dass vor gut 20 Jahren, als sie ihr Ehrenamt antrat, sie und viele andere Freiwillige mit Besen, Kehrblech und Ähnlichem auf dem Dach waren, um dort Unrat, besonders Bauschutt, zu beseitigen. Ganz ohne Schutzkleidung – versteht sich.

Dass sich das alles jetzt, inklusive der besonderen Schutzvorkehrungen, preistreibend auswirkt, steht außer Debatte. Die letzte Kostenschätzung, so Gallenberger, datiert von 2015. Inzwischen, so die vorsichtige Schätzung des Preisendorfers, dürfte man 20 bis 30 Prozent mehr ausgehen.

Feuchtigkeit ist das Problem

Das Dach bzw. der Dachstuhl aber ist nur ein Teil des Gesamtsanierungspakets. Von unten zieht seit vielen Jahren immer wieder Feuchtigkeit die Wände hoch. Und wird dort sozusagen konserviert. Konserviert, weil man in den 60er Jahren in Kirchenbauten hierzulande ganz gerne mal Zementputze verwendete, die die im Mauerwerk vorhandene Feuchtigkeit nicht mehr abgaben. Das war früher, so Gallenberger, Stand der Technik. Heute weiß man es besser. Dieser alte Putz wird zurzeit innen wie außen abgeschlagen.

Bogen droht einzustürzen

Erhebliche Kosten wird auch die Rettung des Chorbogens vor und über dem Altar mit sich bringen. Seit rund zwei Jahrzehnten wird er von einem Holzgerüst gestützt. Ohne diese statische Hilfe wäre er womöglich schon längst eingestürzt. Das wäre aus kunsthistorischer Sicht alles andere als schön. Immerhin datiert der Bogen aus dem 18. Jahrhundert. Es ist geplant, die alten Steine zu retten und bei der Rekonstruktion wieder zu verarbeiten.

„Alles hier ist sehr zeitintensiv“, so Gallenberger. Aber der Träger der Sanierungsmaßnahme hat sich einen ehrgeizigen Zeitplan gegeben. Der Chorbogen soll nach heuer saniert werden, die Schadstoffbekämpfung soll ebenfalls nach in diesem Jahr abgeschlossen werden, gleichfalls die Arbeiten am Fundament. Im Herbst ist noch mit Zimmererarbeiten und einer Begasung zu rechnen; wegen des Holzwurms. Der hat zu allem Überfluss den Weg ins Kircherl auch noch gefunden, das im September 2018 noch ganz groß gefeiert wurde – wegen des 1250-jährigen Bestehens.

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