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Kurz vor der Einschulung steht in Hohenlinden noch nicht fest, ob es eine oder zwei erste Klassen geben wird.

Gemeinde hat keine Wahl bei der Klassengröße

In Hohenlinden: Erstklässler verzweifelt gesucht

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Eine oder zwei erste Klassen in Hohenlinden? Das ist die Frage. Denn es fehlt nur ein Schüler zur magischen Zahl 29. 

Hohenlinden –Die Mathematik ist streng und erlaubt keine Interpretationen. 28 sind 28 und nicht 29. Ab dieser magischen Zahl 29 würde das Kultusministerium den künftigen Schulanfängerjahrgang in Hohenlinden aufteilen in zwei Klassen zu 14 bzw. 15 Schüler. In Hohenlinden werden, Stand heute, aber eben nur 28 Buben und Mädchen eingeschult. Was einige Folgen hat.

Nur ein Schüler fehlt: Hohenlindens Schulleiter hofft auf ein Wunder

Schulleiter Reinhold Sporer jedenfalls geht davon aus, dass es auch im kommenden Jahr lediglich eine erste Klasse geben wird. Es sei denn, es passiert noch ein kleines Wunder.

Die Gesamtklassenzahl von sechs Klassen bleibt damit wohl stabil. Künftig wird es eine erste Klasse geben, eine zweite, zwei dritte und zwei vierte Klassen. Von der so sehr gewünschten durchgängigen Zweigleisigkeit ist man in Hohenlinden also weiterhin etwas entfernt. Weil heuer 26 Kinder die Schule verlassen haben, erhöht sich die Gesamtschülerzahl immerhin von 102 auf 104. 36 davon werden im neuen Schuljahr in die Mittagsbetreuung gehen, zurzeit sind es 38 Schüler.

Sporer kennt die Erstklässlerzahlen seit einiger Zeit schon und hat bereits Verbindung aufgenommen zur Regierung und zum Schulamt. Die dort empfangenen Signale aber seien ziemlich eindeutig gewesen, sagt er. Weil es generell an Lehrern mangele, sei eine Ausnahme nicht möglich, hieß es. Geteilt werde bei 29, basta. Vielleicht sogar erst bei 30, weiß Bürgermeister Ludwig Maurer. Eben wegen des Mangels an Lehrkräften.

Das ist aus Sporers Sicht besonders schade, denn erstmals greifen damit die neuen Einschulungsregelungen, die Eltern von schulpflichtigen Kindern, die zwischen dem 1. Juli und 30. September geboren wurden, die Möglichkeit eröffnet, ihre Kleinen unbürokratisch auch ein Jahr später einzuschulen.

Genau von dieser Option hätten heuer einige Gebrauch gemacht, so Sporer. Und die fehlen ihm, dem Schulleiter, auf der Liste der ABC-Schützen heuer.

Und noch einen zweiten Effekt haben Sporer und Kollegen auszuhalten. Es gibt, sagt er gegenüber der EZ, Familien aus Hohenlinden, die ihre Kinder in der Nachbargemeinde Forstern einschulen lassen, weil dort eine Hortbetreuung angeboten werden kann, die in Hohenlinden fehlt.

Bei einem Abend für Erstklasseltern hatte der Hohenlinener Rektor unter anderem auf diese Zusammenhänge schon einmal aufmerksam gemacht. Und ihnen erklärt, dass sich die gesamte Lage ändern würde, gäbe es noch den ersehnten 29. oder gar 30. Schulanfänger. Eine Aufteilung in zwei Erstklassen mit 14 bzw. 15 Kindern sei, so Sporer, nicht nur schön, sondern diesmal auch pädagogisch sinnvoll. Unter den 28 Erstklassschülern seien neun Kinder mit Migrationshintergründen und zwei mit besonderem Förderbedarf. In deutlich kleineren Klassen seien die eindeutig besser aufgehoben.

Ein Gastschüler wäre in Hohenlinden auch willkommen

Vielleicht kommt ja noch von irgendwo her der fehlende ABC-Schützen. Vielleicht ja auch in Gestalt eines Gastschülers aus der Nachbarschaft.

Auf demografischen Nachschub direkt aus der Gemeinde (zum Beispiel durch einen kurzfristigen Zuzug einer jungen Familie) jedenfalls kann und will Sporer nicht hoffen. Mit Zuzug, so Bürgermeister Ludwig Maurer vor ein paar Wochen im Rahmen der Hohenlindener Bürgerversammlung, sei erst in den nächsten Jahren zu rechnen. Es stünden einige Nachverdichtungen im Ort an, so der Rathauschef gegenüber der EZ. Er sehe es auf Dauer positiv, dass es gelingen könnte, eine durchgängige Zweizügigkeit von Klasse 1 bis 4 hinzubekommen. Schon jetzt stimmte Maurer die Bürger darauf ein, dass die Gemeinde in absehbarer Zeit mehr Betreuungsplätze für Kinder brauche als bislang.

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