Modulhaus wird geliefert
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Ruckzuck aufgebaut: Ein Modulhaus wird geliefert.

Antrag im Gemeinderat abgeschmettert

Hohenlinden: Kein Platz für preiswerte Modulhäuser

Der Hohenlindener Gemeinderat hat sich klar dagegen ausgesprochen. Im neuen Baugebiet an der Buchenstraße ist für kleinformatige Modulhäuser kein Platz vorgesehen.

Hohenlinden – Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch in einer der kleineren Gemeinden im Landkreis ein Bauantrag oder eine Voranfrage auf den Tisch kommen sollte, bei dem es um den Bau und den höchstwahrscheinlich auch nur befristeten Betrieb sogenannter Tiny-Häuser gehen würde. Darunter versteht man diese extrem kleinen, schnell errichteten Häuser, meist so um die 30 Quadratmeter groß und in dieser Größe laut Internet so um die 50 000 Euro teuer.

Tiny-Häuser und Modulhäuser brauchen Baugenehmigung

Nur: In Deutschland ist es (noch) nicht möglich, Tiny- Häuser ohne Baugenehmigung einfach auf irgendein Grundstück zu setzen. Wer dort dauerhaft wohnen möchte, benötigt fast immer eine Baugenehmigung. Denn in diesem Fall wird das Tiny- Haus als Gebäude eingestuft.

Genau das war jetzt Thema im Hohenlindener Gemeinderat. Der Verwaltung lag eine Voranfrage vor für zwei sogenannte Modulhäuser; und zwar im Bereich der Buchenstraße innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans „In den Reuten III“. Das ist jener Plan, der in den letzten Monaten, wie vielfach berichtet, zu erheblichen Streitereien im Rat geführt hatte, mehrfach auch Juristen beschäftigte und daher für alle in der Kommunalpolitik Agierenden mit einer besonderen Sensibilität angefasst wird. Modulhäuser sind von ihrer Bauart her zwar etwas anders als Tiny-Häuser zu sehen, aber im weiteren Sinne durchaus vergleichbar.

Schwere Bedenken im Gemeinderat - wegen Bebauungsplan

Mit der vorgelegten Voranfrage sollte nun abgeklärt werden, ob mit einer Befreiung von diversen Festsetzungen im Bebauungsplan grundsätzlich ein Aufstellen solcher Kleinsthäuser erlaubt werden könnte. Die Antwort vorweg: Im Rat gibt es schwere Bedenken.

Formell beschloss das Gremium in dem vorliegenden Fall, einer vom Bauwerber gewünschten Verschiebung der Baugrenzen keine Zustimmung erteilen zu wollen. Das Problem dabei war konkret: Beantragt waren zwei Modulhäuser, genehmigungsfähig wäre nur ein Bau gewesen. Und: Für die beiden Bauwerke hätte man gesagte Baugrenzen zu verändern müssen. Und dazu war die Mehrheit eben nicht bereit.

In der Debatte im Gemeinderat ging es in Wahrheit aber um grundsätzliche Bedenken gegen diesen Typus von Häusern. Die könne man sich in einer Großstadt zum Füllen von kleineren Baulücken noch gut vorstellen und halte sie doch auch für sehr sinnvoll, aber weniger in einem nach wie vor ländlich geprägten Dorf wie Hohenlinden, waren gleich mehrfach zu hörende Bemerkungen im Sitzungsverlauf.

Befürchtung, dass die Bewohner ständig wechseln

CSU-Gemeinderat Tom Riedl warnte etwa vor einer Präzedenzfallwirkung, sollte man dem Ansinnen zustimmen. Seine Sorge: Die Tiny-Häuser bzw. die Modulhäuser würden womöglich ständig wechselnde Nutzer erleben. Das sei für den gesamten Ort nicht erstrebenswert.

Ähnlich äußert sich Martin Huber von den Bürgerlichen; und zog gleich mal einen Vergleich zu Städten mit Problemen, die im Zusammenhang stünden mit der Vermietungsplattform airbnb im Internet.

Lediglich ÜWH-Gemeinderätin Viktoria Reiser konnte dem Tiny-Haus-Gedanken Positives abgewinnen. Im Sinne der jüngeren Generation wäre es wert, eine solche Nutzung auch in Hohenlinden zu probieren, sagte die Tochter von Bürgermeister Ludwig Maurer.

Plenum ist sich über Sinnhaftigkeit der neuen Wohnformen einig

Die Sinnhaftigkeit solcher Wohnformen wurde im Plenum nicht in Frage gestellt. Tiny-Häuser versiegeln wenig Grund, sind ökologisch, werden klimaneutral hergestellt, haben eine hohe Kosteneffizienz und dürften daher auch als zukunftsweisend angesehen werden. Die beiden für die Buchenstraße angedachten Modulhäuser entsprachen diesen Vorgaben; im Übrigen bei einer Grundfläche von 33 Quadratmetern. Nur erwünscht sind sie derzeit in der Buchenstraße nicht.

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