Photovoltaik auf einem Firmendach. (Symbolfoto)
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Photovoltaik auf einem Firmendach. (Symbolfoto)

Im Landkreis Ebersberg

Klimaneutrale Unternehmer: Firmen-Bündnis für mehr Umweltschutz gegründet

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Eine neue Initiative namens „Die Klimaneutralen“ richtet sich an Unternehmer im Landkreis Ebersberg. Profitieren soll nicht nur die Umwelt, sondern alle.

Landkreis – „Ich bin überzeugt, dass sich unsere Unternehmen am Klimaschutz beteiligen müssen. Deshalb sind wir dabei.“ Das sagt Johannes Rumpfinger von der gleichnamigen Schreinerei in Hohenlinden. Es geht um eine neue Initiative „Die Klimaneutralen“, die sich vor allem an Firmen wendet. Vorangetrieben wird dieses Bündnis durch die Energieagentur Ebersberg-München, vorgestellt jetzt im Umweltausschuss des Kreistages.

Zentrale Punkte der Initiative sind ein aktiver und ernst gemeinter Klimaschutz durch messbare Vermeidung und Reduktion von Treibhausgasen (THG) mit der Verpflichtung einer Bilanzierung. Zudem geht es um die Vorbildrolle für weitere Unternehmen. Unterstützt werden die Teilnehmer dabei durch die Energieagentur.

Wie Manuela Sergizzarea von der Agentur erläuterte, zahlen die Teilnehmer einen Einstiegspreis zur Deckung der Kosten und einen jährlichen Beitrag. Die Unternehmen unterwerfen sich einer ganzen Reihe von Regeln. Die Pluspunkte für die Teilnehmer: Die Einsparung von Energie und Kosten biete einen Wettbewerbsvorteil. Durch das Bündnis sei für den Betrieb eine strategische Marktpositionierung für die Zukunft möglich, sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter. Dazu geben es eine hochwertige, umfassende und validierte THG-Bilanz mit jährlicher Aktualisierung. Eine zukünftig mögliche Umwelt-steuer könne reduziert werden. Das Firmenimage könne verbessert werden. Die Betriebe hätten die Möglichkeit, ein gemeinsames Logo zu nutzen und mit diesem zu werben. Zudem könnten sich die Betriebe als Vorreiter für den Klimaschutz präsentieren. Eine eigene Webseite ist geplant sowie eine größere Medien-Kampagne.

Klimaneutra schreinern: Holz aus der Region, Photovoltaik auf dem Dach

Rumpfinger, der bereits in das Bündnis eingestiegen ist, betont, aus der Wirtschaft müsste die Initiative kommen, um mehr für den Klimaschutz zu erreichen als bisher. Die Schreinerei in Hohenlinden beschäftige sich viel mit Holz. Dabei werde Wert auf den regionalen Bezug und kurze Transportwege gelegt. Ein Schwerpunkt der Firma sei der Baubereich: Fenster, Türen, Bodenbeläge. „Wir achten auf Klimaschutz und Naturschutz gleichermaßen.“ Deshalb hat das Unternehmen auch Photovoltaik auf dem Dach. „Wir produzieren unseren eigenen Strom.“ Zudem wurden auf dem Firmengelände Elektro-Ladesäulen installiert. Zu Ostern würden die ersten Elektrofahrzeuge geliefert. Das Betriebsgebäude wurde saniert, neue Fenster wurden eingebaut. Mülltrennung sei in der Firma ein wichtiger Punkt und die Mitarbeiter würden zur zum Thema Ressourcenverbrauch geschult. In der Zusammenarbeit mit der Energieagentur erfahre man, was man sonst noch machen können. „Es gibt gute Tipps von den Profis“, so Rumpfinger. Da seien die Beiträge für das Projekt gut angelegt.

Klimaneutralität soll Arbeitgeber attraktiver machen

Andere Branche, ähnliche Ansätze: Mitglied bei den „Klimaneutralen“ ist auch Christoph Lochmüller von der Firma „Riedl Aufzugbau“ in Feldkirchen (Landkreis München), mehrere Standorte, 115 Mitarbeiter. „Wir haben bei uns in der Firma 2005/2006 begonnen, Ressourcen zu sparen und haben weiter gemacht“. Unter anderem wurde LED-Beleuchtung installiert, die Druckluft überprüft, das Betriebsgebäude gedämmt. „Ein hohes Umweltbewusstsein ist da“, so Lochmüller, der im nördlichen Landkreis Ebersberg wohnt. „Klimaneutralität ist wichtig für die Betriebe. Wir wissen, dass wir nicht stoppen werden.“ Das Unternehmen produzierte mit Photovoltaik rund 70 Prozent des benötigten Stroms selbst. Zudem ist das Unternehmen in die Elektromobilität eingestiegen. Es gehe auch um Konzepte, wo die Monteure die Elektrofahrzeuge laden können. Lochmüller wirbt um weitere Mitglieder im Bündnis. „Es ist egal, wo man einsteigt.“ Der Beitritt sei für alle lobenswert, egal ob das Unternehmen schon klimaneutral sei oder erst anfange. Jeder müsse seine eigene Geschwindigkeit definieren. „Ich hoffe, wir können andere überzeugen.“

Und dann hat Lochmüller noch einen weiteren Punkt: Das Thema Klimapolitik im Unternehmen begeistere vor allem junge Menschen. Das sei ein starkes Argument, sich für eine Firma zu entscheiden. „Das ist in Zeiten des Fachkräftemangels sehr wichtig“, sagt Lochmüller, der für die Grünen in den Bundestag will.

Kontakt

www.energieagentur-ebe-m.de und manuela.sergizzarea@ea-ebe-m.de

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