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Viel Natur hat die Gemeinde Hohenlinden zu bieten; keine Frage: Kommunalpolitisch geht es jedoch auch in den nächsten Jahren im Schwerpunkt darum, den bestehenden Sied lungsbereich zu ordnen. 

Kommunalwahl

Hohenlinden steht vor einer wichtigen Weichenstellung

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Die Gemeinde Hohenlinden steht vor einigen Herausforderungen. Der Gemeinderat wird um zwei Sitze größer, der Ort selbst wächst ebenfalls. 

Hohenlinden –Der neue Hohenlindener Gemeinderat wird ab kommenden Mai zwei Mitglieder mehr haben als bislang. Organisch zwar, wie es gerne betont wird, ist das Dorf immer weiter gewachsen in den letzten Jahren, nein Jahrzehnten. Inzwischen ist jedoch eine Einwohnergröße erreicht, die zwei weitere Mandate im höchsten Gemeindegremium notwendig machen.

Hohenlinden: Künftig zwei Sitze mehr im Gemeinderat

Wie die – und die anderen zu vergebenden Sitze – besetzt werden? Die Vielfalt an Angeboten für die Wählerinnen und Wähler war noch nie so groß wie heuer. Denn: In Hohenlinden hat sich ebenfalls eine grüne Liste etabliert. Und es gibt nicht wenige im Ort, die den Newcomern den einen oder anderen Ratssitz zutrauen. Die Sozialdemokraten bemühen sich derweil wieder um eine Rückkehr.

Sozialdemokraten hoffen auf Rückkehr

CSU und ÜWH, die beiden konservativen Strömungen am Ort, beherrschen seit Jahrzehnten den Gemeinderat nahezu vollständig und wollen ihre starken Ergebnisse von 2014 bestätigen. Die Bürgerlichen, im Laufe der letzten Jahre im Rat arg gerupft bis auf ihren „Frontmann“ Josef Neumeier, bieten heuer ebenfalls wieder eine Liste auf. Und einen eigenen Bürgermeisterkandidaten wie schon vor sechs Jahren. Ob Martin Huber, ihr Listenzweiter, wirklich eine reelle Chance hat gegen Bürgermeister-Methusalem Ludwig Maurer? Eher unwahrscheinlich. Aber wenigstens gibt es so eine gefühlt „echte“ Wahlmöglichkeit.

Hohenlinden: Herausforderer für Bürgermeister Maurer

Huber, 55, technischer Angestellter, hat bislang keine kommunalpolitische Erfahrung. Wie ohnehin bei den Bürgerlichen nur Neumeier schon mal Ratsluft geschnuppert hat. Johanna Seitz, 2014 noch Maurers Gegenkandidatin, zieht sich gesundheitlich bedingt aus der Kommunalpolitik zurück. Hubert Falterer will nicht mehr mit den Bürgerlichen, sondern ist diesmal Listenprimus bei den Christsozialen.

Konzept für das Wachstum

Ganz sicher und dringend geboten ist: Der neue Gemeinderat sollte bestmöglichst besetzt sein, denn die Gemeinde Hohenlinden steht vor wichtigen Weichenstellungen. Insbesondere sollte ein von allen tragbares Konzept her, was das weitere Wachstum der Kommune samt aller Begleiterscheinungen angeht. Bei den organischen einen Prozent Zuzug per saldo und pro Jahr wird es womöglich angesichts des Drucks, der auf das Münchner Umland und speziell auf den Münchner Osten lastet, nicht bleiben.

Hohenlinden: Nachverdichtung und Neubaugebiete

Nachverdichtung heißt das Zauberwort dieser Zeit. Bedeutet: Nicht zwingend neue Baugebiete schaffen wie gegenwärtig noch in den Reuten III, sondern dort Neubauten zulassen, wo sich innerhalb schon bestehender, bebauter Flächen Lücken aufgetan haben. Hier das richtige Maß zu finden, ist bekanntlich deutlich schwieriger als ein „freies Feld“ zu überplanen. Vor einigen Wochen bekam man im Plenum schon mal einen Vorgeschmack darauf, wie intensiv Debatten sein können, wenn es um eben diese Nachverdichtungen geht. Weitere werden folgen.

Ortsmitte neu gestalten

Wo wir schon bei der Ortsplanung sind: Der erste Abschnitt der Ortsmittengestaltung ist im Oktober 2018 abgeschlossen worden. Das geografische Herz Hohenlindens hat seither wieder so etwas wie einen Charakter bekommen: Man darf sagen – unter weitgehender und breiter Zustimmung der Dorfbevölkerung. Doch Schluss ist damit noch nicht. Abschnitt zwei (vom Kirchplatz Richtung Pfahlerkurve) wartet.

Hohenlinden: Die Zeit nach der B12

Immerhin ist es gelungen, mit dem Rückbau der alten Bundesstraße schweren Verkehr aus dem Zentrum zu bringen. Manche freut das, andere nicht. Weniger Verkehr bedeutet auch weniger Geschäft, die geschäftlichen Folgen hat mancher schon zu spüren bekommen. Konsequent, das man sich nun Gedanken macht, einen Wochenmarkt zu installieren.

Infrastruktur muss mitwachsen

Zur Ortsplanung gehört aber auch, die Infrastruktur entsprechend der Einwohnerentwicklung mitwachsen zu lassen, also die Schule in Schuss zu halten, die Turnhalle, die Kinderbetreuungseinrichtungen. Das Nahwärmenetz kann theoretisch auch noch ausgebaut werden. Das größte Vorhaben der nächsten Jahre: Der Sportplatz (konkret eine Erweiterung um ein Spielfeld) und das eigentlich marode Sportlerheim.

Solide Finanzlage

Hohenlindens Finanzen sind derweil solide. Nicht so, dass man locker noch mal so große Sprünge machen könnte wie weiland beim Bau der Seniorenwohnanlage auf der Abtwiese. Aber auch nicht so, dass man besonders asketisch werden müsste. Den Mittelweg zu finden; darum wird es im neuen Rat ganz besonders gehen. Mittelweg, ohne sich in einem Mittelmaß zu verlieren.

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg.

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