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Schulleiterin Annett Taubert  hofft auf viele Anmeldungen.  

Schulverbund Forstern/Hohenlinden

Offene Ganztagsbetreuung kommt

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Hohenlinden/Forstern - Die Mittelschule Forstern will zum kommenden Schuljahr die Offene Ganztagsschule einführen. Das Projekt steht und fällt mit dem Interesse der Familie.

 Seit September leitet Annett Taubert die Grund- und Mittelschule Forstern. Schon an ihrem ersten Tag hatte sie angekündigt, sich für eine Offene Ganztagsschule (OGS) an der Mittelschule einzusetzen. Zum nächsten Schuljahr soll das Angebot an den Start gehen – sofern genügend Eltern ihre Kinder anmelden.

Worin die Vorteile der OGS liegen, darüber informierten sich rund 25 Eltern im Musikraum der Schule. Andreas Preuschl aus der erweiterten Schulleitung und seine Kollegin Christina Spirkl erklärten die wichtigsten Bausteine der OGS. Nach dem regulären Unterricht am Vormittag wird gemeinsam zu Mittag gegessen – „ohne Handy, dafür mit Gesprächen“, so Taubert.

Ab 14 Uhr gibt’s Unterstützung bei den Hausaufgaben sowie Qualivorbereitung für die Neuntklässler. 45 bis 60 Minuten sind dafür vorgesehen. Im Anschluss steht ein betreutes Freizeitangebot auf dem Programm – ratschen, spielen oder der Besuch der Theater- oder Gitarren-AG. „Das soll keine Aufbewahrung sein, sondern eine sinnvolle Freizeitbetreuung“, erklärte Barbara Huber, Geschäftsführerin der Brücke Erding. Der Verein kommt als Kooperationspartner in Frage und betreut bereits an fünf Landkreisschulen die offenen Ganztagsangebote.

Ende der Betreuungszeit ist um 15.30 Uhr. „So können die Kinder den gleichen Bus nehmen wie diejenigen mit normalem Nachmittagsunterricht“, erklärte Preuschl. Die Beförderungskosten übernimmt die Gemeinde. Ein weiterer Vorteil: Die Betreuung findet garantiert statt. Sollte also der Nachmittagsunterricht entfallen, steht das Kind nicht alleine da.

Für die Eltern ist die Offene ganztagsschule kostenfrei. Lediglich das Mittagessen für rund 3,50 Euro müssen sie bezahlen. „So können alle Kinder teilnehmen, unabhängig vom Einkommen der Eltern“, erklärte Spirkl, die die OGS einen „riesigen Gewinn für die Schulfamilie“ nannte. Und sie hatte Argumente dabei, mit denen man die Kinder überzeugen könne, zusätzliche Nachmittage in der Schule zu verbringen: „Für Kinder ist es schön, dass sie mit Freunden und Schulkameraden zusammen essen, lernen und spielen können.“ Zudem seien die Hausaufgaben in der Regel erledigt, wenn sie gegen 16 Uhr nach Hause kommen – „der restliche Tag ist dann für sie frei“.

Freilich sei nicht komplett ausgeschlossen, dass Stoff auch mal am Abend oder am Wochenende wiederholt werden müsse, erklärte Angelika Mergenthaler von der Brücke. Sie betonte außerdem, dass die Hausaufgabenbetreuung keine Nachhilfe sei. Das konzentrierte Lernen könne aber durchaus zu Verbesserungen führen.

Die Eltern müssen ihre Kinder für mindestens zwei Tage anmelden, wobei einer davon auch mit regulärem Nachmittagsunterricht belegt sein kann. Die OGS ist für vier Tage pro Woche geplant. Für die angemeldeten Tage ist die Teilnahme daran für ein Jahr verpflichtend. Eine Gruppe, die 14 bis 25 Kinder umfasst, wird von pädagogischem Fachpersonal geleitet und von zwei geeigneten Mitarbeitern unterstützt. Rund 20 Anmeldungen sind nötig, um die OGS beantragen zu können. Der Elternbeirat sei dem Angebot gegenüber aufgeschlossen, erklärte Taubert. Und auch die vier Gemeinden im Schulverband – Forstern, Buch, Pastetten und Hohenlinden – hätten Unterstützung zugesagt, wie Bürgermeister Georg Els berichtete.

Bis zum 31. Januar sollen die interessierten Eltern ihre Kinder fürs Schuljahr 2017/18 anmelden. Bei Viertklässlern, die noch nicht wissen, ob sie ab September die Mittelschule Forstern besuchen, bittet die Schule zumindest um eine Interessensbekundung, um den Bedarf zu ermitteln. „Wir stehen in den Startlöchern. Gibt es genug Anmeldungen, reichen wir den Antrag ein“, sagte Taubert. Dann werde geklärt, ob Räume umgebaut werden müssen, denn eine klassische Mensa hat die Schule nicht. Ist alles unter Dach und Fach, werden die Buchungstage festgelegt. Das passiert, sobald die Stundenpläne stehen – also Anfang September.

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