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Noch einige Wohnungen sind frei in der neuen Anlage auf der Abtwiese.  

Seniorenwohnen in Hohenlinden

Trotz Mehrarbeit im Kostenrahmen

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Beim Bau der Seniorenwohnanlage in Hohenlinden hat es Probleme gegeben, die Mehrkosten verursacht haben. Das war Thema auf der Gemeinderatssitzung.

Hohenlinden – Was sich in der Einladung zur jüngsten Hohenlindener Ratssitzung noch unaufgeregt „Auftragserteilung über die Nachtragsangebote, Entwässerungs- und Kanalarbeiten“ las, entpuppte sich im Verlauf der Zusammenkunft doch als ein Tagesordnungspunkt mit gewissem Zündstoff. Es gab Probleme beim Bau der Seniorenanlage auf der Abtwiese. Kurzum: Dort im Zuge der Baumaßnahme entnommenes Erdreich stellte sich als nicht wiederfüllbar heraus. Und das sei so nicht vorhersehbar gewesen.

Von Problemen bei der Nachverdichtung war daher die Rede. Diskutabel wurde alles, weil sich so mancher im Gemeinderat von der ausführenden Firma zu spät und unzureichend informiert fühlte. Vizebürgermeister Thomas Riedl vermutete sogar, hier habe sich die beauftragte Firma im Nachhinein womöglich „eine goldene Nase“ verdienen wollen. Immerhin geht es um eine Kostenmehrung nur bei diesem einen Gewerk um 70 Prozent bzw. 83 000 Euro.

Man werde wohl in den sauren Apfel beißen müssen, hatte Bürgermeister Maurer im Sitzungsverlauf mehrfach betont. Das geschilderte Problem sei in der Tat vorhanden gewesen, und die technisch erforderlichen Zusatzleistungen von der Fachfirma seien ordnungsgemäß ausgeführt worden, sagte Maurer.

Trotz dieser schlechten Nachricht befinde sich das Gesamtprojekt aber weiterhin voll im Kostenrahmen, betonte er auf Nachfrage der EZ. Eher zähneknirschend stimmte das Plenum letztlich der unerwarteten Kostenmehrung zu.

Grund zur Sorge gibt es auch an anderer Stelle: Nicht ganz unproblematisch ist das Projekt Abtwiese weiterhin mit Blick auf die derzeitige Belegung der 24 Wohnungen und der vier Appartements. Für zehn der Objekte gibt es feste Mietvereinbarungen, drei weitere seien gerade in der entscheidenden Phase, sagte Maurer. Kritiker hatten zuletzt immer wieder darauf verwiesen, dass die Warmmiete von 14 Euro/Quadratmeter zu hoch sei. Die offizielle Kaltmiete beträgt 9,80 Euro.

Maurer warnte davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Hier gehe es um Wohnraum von hoher Qualität und durchgängiger Barrierefreiheit. Bei der Vermietung gebe es weiterhin die ganz klare Maxime, zuerst Senioren zum Zuge kommen zu lassen, dann Hohenlindener und drittrangig Mieter, die mal Hohenlindener werden wollen. Werbematerial habe man inzwischen an die Nachbargemeinden geschickt, die mit Hohenlinden zusammen seit ein paar Jahren seniorenpolitisch zusammenarbeiten.

Die Wohnungssituation sei insgesamt auch in Hohenlinden so angespannt, dass man die noch nicht vermieteten Wohnungen spielend auf dem freien Markt an den Mann und die Frau bringen könnte, sagte der Verwaltungschef der Heimatzeitung. Das aber sei nicht die erklärte Absicht der Gemeinde, so Maurer.

Von der Kalkulation her seien Mieteinnahmen ohnehin erst ab 2018 vorgesehen gewesen.

Einen zusätzlichen Puffer habe sich die Gemeinde noch eingebaut, weil bei der Finanzierung des aufgenommenen Darlehens die ersten zwei Jahre tilgungsfrei gestellt worden seien. Maurer beschwichtigt: „Die gesamte Anlage ist in diesem Umfang nicht auf den Bedarf im Jahr 2017 ausgelegt worden.“ Auf der Abtwiese sei in gewissem Maße auch eine Wohnraumbevorratung speziell für ältere Semester angelegt worden.

Eröffnung

Offiziell eröffnet und eingeweiht wird die Wohnanlage übrigens am Samstag, 18. November. Für geladene Gäste gibt es ab 11 Uhr einen Empfang im Mehrzweckraum der Anlage. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können die speziell für Senioren konzipierten Wohnungen dann zwischen 13.30 und 17 Uhr anschauen.

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