Die innerörtliche Verkehrslage, hier die Hauptstraße, soll bei einem Ortstermin genauer untersucht werden. Foto: dz

Wählergruppe fordert

Mit Tempo 30 durch Hohenlinden

Hohenlinden - Obwohl die Hohenlindener Hauptstraße längst keine Bundesstraße mehr ist, wird manchem im Ort nach wie vor zu schnell gefahren. Die Wählergruppe der Bürgerlichen nahm das zum Anlass, nun Tempo 30 im Ortskern zu fordern. Große Begeisterung erzeugte sie damit im Rat nicht.

Die Straßenbereiche der alten B 12 zu 30er Zonen machen, die inzwischen im Rang einer Gemeindestraße sind (von der Pfahler-Kurve bis zum Westkreisel sowie vom Ostkreisel bis zur Einmündung Isener Straße) - und dazu in diesem Zuge diverse Vorfahrtregelungen ändern, etwa im Bereich der Isener und der Erdinger Straße: Das sind zwei zentrale Forderungen eines Antrags der Bürgerlichen, mit denen sich der Hohenlindener Gemeinderat jetzt befasst hat. Entschieden wurde im Plenum auch nach langer Debatte allerdings nichts. Vielmehr will man nunmehr Fachleute aus dem Landratsamt und des Straßenbauamts zusammenbringen und an Ort und Stelle zeitnah über die Forderungen sprechen.

Für die Bürgerlichen ist klar: Noch immer fahren zu viele zu schnell durch den Hohenlindener Ortskern. Nun sei es an der Zeit, dagegen zu wirken. Am besten mit einigen 30er Zonen. Das sei auch schnell umsetzbar, hieß es im Gemeinderat zur Begründung für den Vorschlag, neue Verkehrsregelungen in Gang zu bringen.

Die Begeisterung hält sich in Grenzen

Trotzdem hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Unter anderem Barbara Meyer und Thomas Riedl (ÜWH und CSU) äußerten sich kritisch. Im kommenden Jahr würden konkret größere Baumaßnahmen im Zuge der Neugestaltung der Ortsmitte durchgeführt, so ihre Argumentation. Populistische Schnellschüsse brauche es nicht, hieß es sinngemäß.

Thomas Riedl, 2. Bürgermeister, verwies zudem auf unlängst erst beschlossene Maßnahmen, mit denen die Sicherheit im Ortskern erhöht werden soll. Er erwähnte in diesem Zusammenhang zwei Querungshilfen beim Café Hasi und in der Erdinger Straße sowie farbliche Ummarkierungen, durch die optische Trichterwirkungen erzielt werden sollen (wir berichteten). Riedl: „Erst langfristig ist mit einer Verbesserung der Sicherheitslage auf den innerörtlichen Straßen zu rechnen. Etwa, wenn die Hauptstraße wirklich baulich verschmälert wird.“

Rathaus rechnet mit Widerstand der Bürger

Auch die Gemeindeverwaltung zeigte sich wenig begeistert von den Bürgerlichen-Vorschlägen. „Bei den geforderten Maßnahmen ist es zwingend erforderlich, fachlichen Rat des Straßenbaulastträgers und des Unteren Verkehrbehörde einzuholen“, so Bürgermeister Ludwig Maurer, der sogar mit anderen Mandatsträgern die Sorge äußerte, mit einer Umsetzung würden mehr Probleme erzeugt als getilgt. Der Rathauschef ergänzte, dass bei einem solch gravierenden Eingriff in die innerörtliche Verkehrslage, wie ihn die Bürgerlichen forderten, mit erheblichen Widerständen aus der Bevölkerung zu rechnen sei. „Derartig Großes sollte man besser auf breiterer Ebene diskutieren“, so Maurer weiter. Das war wohl auch als Votum für eine wie auch immer geartete Bürgerbeteiligung gemeint.

Mit 11:4 Stimmen sprach sich der Gemeinderat schließlich für einen Ortstermin aus, an dem neben dem Gemeinderat auch das Rosenheimer Straßenbauamt und das Landratsamt Ebersberg teilnehmen sollen. Thema: Die Vorschläge der Bürgerlichen.

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