+
Eine Bache liegt neben ihren Frischlingen im Wildschwein-Gehege an der Hohenlindener Sauschütt. Weil sie in Stress geriet, hatte eine Bache am Wochenende zwei Jungtiere erdrückt.

Tier-Drama an der Hohenlindener Sauschütt

Unvernunft der Besucher tötet Frischlinge

  • schließen

Weil sich Besucher der Hohenlindener Sauschütt nicht an das Fütterungsverbot am Wildschwein-Gehege halten, sind zwei Frischlinge zu Tode gekommen. Sie wurden von einem Muttertier erdrückt.

Hohenlinden - Kurt Rausch ist stinksauer. Sauer, weil die Unvernunft der Menschen am Sonntag zum Tod von zwei Frischlingen im Wildschwein-Gehege bei der Hohenlindener Sauschütt geführt hat. Stocknarrisch ist der Forstwirtschaftsmeister zudem, weil sich er und seine Vorgesetzten vom Forstbetrieb Wasserburg dann auch noch im Nachklang „blöd“ haben anreden lassen müssen. Der Vorwurf an sie: tote Neugeborene herzlos im Gehege liegengelassen zu haben. Zumindest bis Montag.

Kurt Rausch zeigt auf das gesunde Futter, mit denen er die Wildschweine an der Sauschütt versorgt.

Was war da passiert? Wie so oft bekam die Sauschütt auch am vergangenen Wochenende besonders viel Besuch von Städtern oder/und von solchen Zeitgenossen, die es gut mit den Tieren meinen, aber mit ihrem Verhalten genau das Gegenteil bewirken. Unmengen an Futter landete auch diesmal wieder jenseits des Zauns im Gehege, wo sich derzeit gut ein halbes Dutzend Bachen mit etwa 20 bis 25 Frischlingen aufhalten, so Rausch. „Der Nachwuchs ist bereits da, wenn auch etwas früher als sonst“, berichtet Forstbetriebsleiter Heinz Utschig aus Wasserburg. Auch das hat ihn und seine Mitarbeiter veranlasst, Schilder aufzustellen mit dem ausdrücklichen Hinweis, auf Fütterungen dringend zu verzichten.

Doch daran halten sich immer weniger und inzwischen offenbar fast keiner mehr, wie Kurt Rausch seit Jahren beobachtet. Und es werde immer schlimmer. „Manchmal glaubt man, die haben daheim keine Biotonnen“, berichtet Rausch, der das Gehege seit Jahren betreut und der Verzweiflung wieder etwas näher gekommen zu sein scheint. Der Kampf um das zusätzliche Futter erzeuge bei den Bachen zusätzlichen Stress, erklärt er. Außerdem würden sie die Menschen am Zaun als Bedrohung für sich und mehr noch für ihre Jungen empfinden.

Erboste Anrufe beim Forstbetrieb

Dabei, so Utschig, müssen die jungen Muttertiere ihren Nachwuchs förmlich erdrückt haben. Eine andere Erklärung gebe es nicht, nachdem am Sonntag zwei tote Frischlinge im Sauschütt- Gehege entdeckt worden waren.

Ein trauriger Umstand, der gleich mehrere erboste Anrufe mit sich brachte. Wie man tote Tiere dort einfach so habe liegenlassen können, war eine der Äußerungen am Telefon der Forstexperten. Utschig und Rausch gaben sich, bei allem eigenen Ärger, immerhin noch die Mühe, den Anrufern zu erklären, dass es mit Lebensgefahr verbunden gewesen sei, die toten Frischlinge zu beseitigen. Heinz Utschig: „Wildschweine sind wilde Tiere, das wird oft vergessen. Die Bachen tun nichts anderes, als ihre Frischlinge zu schützen, auch die toten.“ Erst am Montag gelang es Rausch, die beiden getöteten Frischlinge zu entfernen.

Zusätzliche Warnschilder wurden aufgestellt

Rund um die Sauschütt hat man zusätzliche Warnschilder aufgestellt und bittet darauf eindringlich, sich mindestens die nächsten zwei Wochen lang nicht dem Gehege zu nähern und schon gar nicht zu füttern. Danach, glauben die Experten, werde sich die Situation im Gehege womöglich wieder halbwegs beruhigt haben. Diese Maßnahme diene einzig und allein dem Schutz der noch trächtigen Bachen, heißt es.

Die Wildschweine seien vorzüglich mit allerbestem, geradezu perfektem Futter versorgt, ergänzt Rausch. Das zusätzliche Nahrungsangebot sei absolut schlecht. Dass das nicht jeder verstehen will, macht den Forstwirtschaftsleiter inzwischen rasend. Wenn man was sage, bekomme man neuerdings noch ein „Leck mich am A.....“ hinterhergerufen, berichtet er.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Moritz aus Aßling
Da strahlen sie alle übers ganze Gesicht. Sogar der kleine Moritz ringt sich im Schlaf ein zartes Lächeln ab. Der niedliche Bub ist nach Leopold (7) und Antonia (3) das …
Moritz aus Aßling
Dreijähriges Mädchen reißt aus – weil es in den Kindergarten will
Nicht alle Kinder gehen im Alter von drei Jahren gerne in den Kindergarten. Und wenn sie denn gehen, dann gehen sie diesen Weg mit Sicherheit nicht alleine. Ein …
Dreijähriges Mädchen reißt aus – weil es in den Kindergarten will
Ihm wurde ein ganzes Zimmer geklaut
Unglaublich! Über Nacht hat ein unbekannter Gast das Zimmer in einem Glonner Hotel ausgeräumt, Schaden: knapp 6000 Euro. Bei der Zeche sind die Gäste im Landkreis …
Ihm wurde ein ganzes Zimmer geklaut
Bayernpartei muss draußen bleiben
Der Ortsverband „Grafinger Land“ der Bayernpartei fühlt sich benachteiligt - von REWE-Supermarktbetreiber Martin Gruber. Dieser bevorzuge die CSU, so der Vorwurf der …
Bayernpartei muss draußen bleiben

Kommentare