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Hinter Birkach könnte der Radweg schon bald weitergeführt werden.

Verkehr an der B 12

Gute Chancen für überregionalen Radweg

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Künftig fast durchgängig radeln von Altötting durch Hohenlinden bis München? Das ist keine Utopie mehr.  

Hohenlinden – Radlweg von Hohenlinden in Richtung Kreisstadt Ebersberg? Es schaut, so hieß es erst vor Kurzem in einem EZ-Artikel, damit ganz gut aus. Die Grundstücksverhandlungen entlang der St 20 86 sind, so hört man, inzwischen abgeschlossen.

Doch wie ist die Situation, ausgehend von Hohenlinden, in die anderen Himmelsrichtung?

In Richtung Erding zum Beispiel? Kein Problem. Der Weg besteht und wird auch gut genutzt, wie es den Anschein hat. Schließlich gibt es vielfältige Verbindungen von Hohenlinden nach Forstern (und zurück) und darüber hinaus – nicht nur schulisch, nicht nur kulturell.

Nach Isen? Noch ein Problem. Baulich existiert hier nichts. Topografisch ist die Strecke außerdem anspruchsvoll.

Und nach Maitenbeth und weiter über Haag und Mühldorf nach Altötting? Vielleicht schon bald Realität. Gleich mehrere Behörden, Abgeordnete und Bürgermeister basteln derzeit – und schon seit einigen Monaten – an einer einvernehmlichen Lösung. Und die muss möglichst bald stehen, denn es geht, wie so oft, um Zuschüsse. In diesem Fall um Bundesmittel. Es pressiert.

In diesem Zusammenhang spielt die Verlängerung der A 94 über Pastetten hinaus Richtung Dorfen und weiter nach Passau eine entscheidende Rolle. Komplett fertig sein soll die jahrzehntelang umstrittene Fernstraße im Südosten Bayerns nämlich zum 1. November 2019. Spätestens dann, so rechnen Hohenlindens Bürgermeister Ludwig Maurer und der Mühldorfer SPD-Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch, werde man mit hoher Wahrscheinlichkeit die Bundesstraße herabstufen zu einer Staatsstraße. Und damit die Zuständigkeiten vom Bund aufs Land übertragen, Weil es, so der Mühldorfer Exbürgermeister, parallel zu einer Bundesautobahn keine Bundesstraße geben soll.

Vorher aber will man noch, möglichst mit üppigen Bundesmitteln, den parallel zur heutigen B 12 verlaufenden Radlweg zwischen Hohenlinden und Maitenbeth durch den Großhaager Forst in trockene Tücher bringen. Und da sieht es inzwischen recht vielversprechend aus. Um die Fördermittel aus Berlin auch tatsächlich zu bekommen, so Knoblauch, müsste der gewünschte Radweg aber zum 31. Oktober kommenden Jahres bereits fertig sein. Ein kühnes Vorhaben, aber nicht unmöglich.

Weit fortgeschritten seien die Grundstücksgespräche etwa in seinem Zuständigkeitsbereich, so Maurer auf Anfrage der EZ. Ebenso gut schaut es im Forst direkt aus. Das Teilstück hier hat geschätzt eine Länge von rund drei Kilometern, so der Leiter des zuständigen Forstbetriebs, Heinz Utschig aus Wasserburg. Es selber versichert, sich von der Notwendigkeit des Projekts längst überzeugt zu haben. Ein kurzer Teil des geplanten Radlweges nördlich der heutigen B-12-Trasse werde direkt an der Straße verlaufen, gut zwei Kilometer indes – in Bereich eines Bachverlauf – auf einem etwas entfernteren Geräumtweg, der auch nicht asphaltiert werden soll. Diese Lösung trägt auch der Umweltschutz, ist sich Utschig sicher.

Der Löwenanteil des erforderlichen Grundes im Grooßhaager Forst ist im Besitz des Freistaats, die Gespräche mit den anderen Grundeigentümern seien bislang positiv gelaufen, so Utschig.

Am Forstende bei Maitenbeth wird es, so Maurer, dann noch darum gehen, die Bundesstraße zu unterqueren, um den Nachbarort im Nachbarlandkreis Mühldorf direkt an das regionale Radwegenetz anzubinden.

Verantwortlich dafür, dass das Tempo bei der Planung weiterhin hoch bleibt, ist das Straßenbauamt in Rosenheim. Und das sieht das Projekt im Grundsatz ebenfalls positiv. In Rosenheim weiß man um die Bedeutung des Projekts.

Auch im Landratsamt Ebersberg finden sich nur Befürworter. „Wir begrüßen jeden neuen Radweg“, so Norbert Neugebauer aus dem Büro des Ebersberger Landrats.

Aus Hohenlindener Sicht tut sich bei diesen gesamten Überlegungen zur Optimierung der Radwege-Infrastruktur noch eine weitere Option auf. Maurer wünscht sich nicht zuletzt noch den Lückenschluss zwischen Birkach entlang der EBE 6 in Richtung Steinhöring. Auch hier sehe es ganz gut aus, so der Rathauschef auf Anfrage der Heimatzeitung. Etwa 1,5 Kilometer fehlen noch. Eine Radwegeverbindung an dieser Stelle stehe schon seit vielen Jahren auf der Wunschliste der Gemeinde, so Ludwig Mauer weiter. Allerdings sind hier die Grundstücksverhandlungen noch nicht gänzlich abgeschlossen, so Neugebauer. Erste Gesprächsrunden seien positiv verlaufen. Zudem seien aber noch technische Probleme zu lösen.

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